Oberstufe Schwellbrunn: Tendenz geht in Richtung ADL

Die Oberstufe Schwellbrunn strebt ein neues integratives Schulmodell an. Noch ist zwar nicht klar, in welche Richtung die Schule geht, alles deutet aber auf eine Form des Altersdurchmischten Lernens (ADL) hin.

Markus Fässler
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Fragen und Anregungen während der Diskussionen an den «Stammtischen». (Bild: mf)

Fragen und Anregungen während der Diskussionen an den «Stammtischen». (Bild: mf)

SCHWELLBRUNN. Der Lärmpegel im Gang des «Sommertals» war für einen Mittwochabend ungewöhnlich hoch: Dafür verantwortlich zeichneten aber nicht etwa die Schwellbrunner Oberstufenschülerinnen und -schüler, sondern Eltern, Interessierte sowie die Lehrerschaft und Gemeindevertreter. Am Mittwochabend erfolgte im Rahmen einer öffentlichen Versammlung der Startschuss zum Projekt «Modell Schwellbrunn», das im Verlauf der nächsten zwei Jahre den nötigen Wechsel des Schulmodells aufgleisen soll.

Angeregte Diskussionen

An verschiedenen «Stammtischen» zu Themen wie «Noten und Zeugnis», «Gemeinde, Politik, Finanzen» oder «Schulorganisation» hatten die Eltern die Möglichkeit, ihre Fragen und Anregungen zu deponieren. Die rund 50 Anwesenden nutzten die Gelegenheit, es wurde diskutiert, und Lehrer oder Gemeindevertreter versuchten, erste Fragen zu beantworten.

Danach folgte die Zusammenfassung der wichtigsten Punkte im Plenum. Dort tauchten dann Fragen wie beispielsweise nach der Benotung innerhalb des neuen Modells auf. Weitere Fragen waren: «Gibt es zwei oder drei Klassen?» oder «Wie läuft der Übertritt von der Unter- in die Oberstufe ab?». Eine Votantin wollte zudem wissen, ob die Entscheidung beim Volk oder beim Gemeinderat liege. Gemeindepräsident Hansueli Reutegger dazu: «Die Entscheidungsfreiheit liegt beim Gemeinderat. Wir wollen aber die Meinung der Bürgerinnen und Bürger spüren. Entsteht eine Situation, die nicht passt, könnten wir das Geschäft auch dem fakultativen Referendum unterstellen.»

Schule ist Aushängeschild

Nachdem eine Kooperation mit der Oberstufe von Waldstatt nicht zustande kam, hat der Gemeinderat im März entschieden, selbst das Ruder in die Hand zu nehmen. Dies nicht ganz freiwillig. Ein Modellwechsel ist im Hinblick auf die Schülerzahlen nötig, um die Eigenständigkeit zu halten und die Vorgaben des Kantons zu erfüllen. Im August hat der Gemeinderat dann definitiv entschieden, dass die Schule im Dorf bleiben soll. «Die Schule ist das Aushängeschild einer Gemeinde. Nimmt man sie weg, wird der Lebensnerv getroffen», fasste Hansueli Reutegger das für Schwellbrunn «emotionale und wichtige Thema» zusammen. Noch nicht bekannt ist, mit welchem Schulmodell ab dem Schuljahr 2014/2015 unterrichtet wird. Die Tendenz deutet aber auf eine Form des Altersdurchmischten Lernens, eventuell mit Lernlandschaften, hin.

Für Gemeinderat und Schulpräsident Ueli Frischknecht sind – egal bei welchem Modell – insbesondere drei Punkte wichtig: Die bestehende Qualität muss aufrecht erhalten bleiben, der Schulbetrieb muss günstiger werden, und die Lehrerschaft muss mitziehen. Gesichert ist bisher zumindest letzteres. «Wir haben das Lehrer-Team im Boot», so Frischknecht. Dies wurde auch von den Lehrenden im Laufe der Veranstaltung mehrere Male betont. Das gesamte Team besucht in Hinblick auf das neue Modell eine 20tägige Weiterbildung, die vom Kanton angeboten wird. Die Gemeinde Schwellbrunn rechnet vorerst mit Kosten von 140 000 Franken für den Modellwechsel.