OBEREGG-REUTE: Fünf Verletzte gerettet

Die Feuerwehr und der Samariterverein schlossen ihre Hauptübung ab. Für die Übung mussten die Feuerwehrleute in steiles Gelände ohne Zufahrtsstrasse.

Karin Steffen
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Schläuche müssen verlegt werden. (Bild: Karin Steffen)

Schläuche müssen verlegt werden. (Bild: Karin Steffen)

Karin Steffen

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Der Alarm auf dem Pager des Kommandanten und Einsatzleiters Pascal Breu erfolgte genau um 18.10 Uhr: «Hauptübung der ganzen Feuerwehr Oberegg-Reute mit Personenrettung, Eggen 650, Oberegg.» Kurz nach dem Alarm steht der Einsatzleiter mit Funkgerät im steilen Gelände auf Eggen und versucht eine störungsfreie Funkverbindung zu erhalten. Ruhig gibt er den verschiedenen Truppen Anweisungen, was mitzunehmen sei und wohin sie fahren sollen. Nicht allen ist dieser abgelegene Weiler am nordöstlichsten Zipfel der Gemeinde ein Begriff. Die Rettung soll von oben her erfolgen. Das Tanklöschfahrzeug fährt somit über Lachen, Walzenhausen, möglichst nah an das zu löschende Bauernhaus. Die zu überbrückende Distanz bis zum Gebäude ist aber immer noch sehr lang. Die Feuerwehrleute tragen die Schläuche über die Wiese, klettern über Zäune und stürmen das steile Gelände hinunter. Sie schwitzen und fluchen, doch es zählt jede Minute. Alle Schläuche werden verbunden. «Wo bleibt das Wasser?», fragen sich die Männer. «Das muss angefordert werden», ruft der Einsatzleiter, und kurz darauf spritzt es.

Anspruchsvolle Übung erfolgreich bewältigt

Rund 50 Minuten nach dem Alarm wird die Übung als beendet erklärt. Die Feuerwehrleute retteten alle fünf Verletzten und übergaben sie den Samaritern. Für den Transport eines Schwerverletzten forderten sie den Rega-Helikopter an. Das Feuer im Stall wurde gelöscht und das Wohnhaus gesichert. Als grösster Knackpunkt erwiesen sich der Wassertransport und das Auffinden der Hydranten auf dem Gemeindegebiet Walzenhausen. Wie Einsatzleiter und Kommandant Pascal Breu erklärte, hätte er bei einem Ernstfall in diesem Gemeindegebiet zusätzlich die Feuerwehr Walzenhausen aufgeboten. Somit wäre diese Problematik noch schneller gelöst worden. Trotz der Schwierigkeiten bewältigten die Beteiligten die bewusst anspruchsvoll gewählte Übung sehr schnell und erfolgreich. 23 Minuten nach dem Alarm betrat der erste Trupp das Gebäude, und nach 26 Minuten wurde der letzte Verletzte aus dem Stall getragen.