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OBEREGG: Fitzi hört nach 33 Jahren auf

1983 eröffnete Richard Fitzi sein erstes Uhren- und Schmuckgeschäft in Oberegg. Später folgte eine zweite Filiale in Altstätten. Wenn der gebürtige Gaiser Ende Jahr aufhört, wird es für ihn ein Abschied mit Wehmut.
Remo Zollinger
Nach 33 Jahren beendet Richard Fitzi seine berufliche Laufbahn als Uhrenmacher. (Bild: Remo Zollinger)

Nach 33 Jahren beendet Richard Fitzi seine berufliche Laufbahn als Uhrenmacher. (Bild: Remo Zollinger)

OBEREGG. «Ich habe mich lange gegen den Gedanken, meine Tätigkeit hier zu beenden, gesträubt», sagt Richard Fitzi. Als er das sagt, wirkt er nachdenklich, ja gar wehmütig. Man merkt es: Leicht fällt es ihm nicht, seinen Beruf aufzugeben. Obwohl er sich lange darauf vorbereiten konnte. «Über die letzten Jahre ist mein gesundheitlicher Zustand immer schlechter geworden. Dass ich jetzt aufhören muss, ist keine Überraschung.» Er habe gemerkt, dass es jetzt an der Zeit sei, diesen Schritt zu machen. Man müsse ja auch in die Zukunft schauen, und da sei nicht absehbar, dass sich bald etwas an der Lage ändere.

In der letzten Woche machte Richard Fitzi seinen Entscheid, die Tätigkeit im Uhren- und Schmuckgeschäft zu beenden, öffentlich. Er tat dies mit einer bewegenden Nachricht an den Gewerbe- und Industrieverein Altstätten und die Interessengemeinschaft Einkaufen in Altstätten. Darin bedankte sich Richard Fitzi für «viel Erfreuliches», das er im Städtli erlebte. Für die Treue der Stammkunden und die Begegnungen, die er während seiner 25 Jahre im Geschäft in Altstätten erlebte. Er erhielt «sehr viele, sehr schöne Nachrichten» als Antwort. Und viel Kundschaft, denn in der Nachricht kündigte er einen Totalausverkauf an. «Denken Sie daran, Weihnachten ist auch schon nahe», steht da. Der Ausverkauf stösst auf viel Interesse. Während des einstündigen Gesprächs im Obergeschoss, nahe der Werkbank an der Fensterfront, klingelt die Türglocke im Erdgeschoss beinahe unablässig. «Es wird schon ein komisches Gefühl sein, dies alles bald nicht mehr um mich zu haben», sagt Richard Fitzi.

Vor Lehrabschluss schon das erste Geschäft eröffnet

Selbständig gemacht hatte sich Richard Fitzi, noch bevor er seine Ausbildung zum Uhrmacher beendet hatte. 1983 übernahm er das Uhren- und Bijouteriegeschäft seines Lehrmeisters und Chefs Armin Schmid – Vater des Landammanns und Ständerats Carlo Schmid – in Oberegg. «Natürlich war das ein Risiko, aber ich hätte nach dem Lehrabschluss ohnehin eine neue Stelle suchen müssen», sagt er.

Der Weg zum Uhrmacher war für Richard Fitzi nicht vorgezeichnet. Er machte eine Lehre als Maschinenzeichner. Dann klappte es mit einem Auslandaufenthalt nicht, weshalb er eine Saisonstelle in einem Restaurant annahm. Dort sagte er einem Uhrmacher zu, einmal bei ihm im Laden auszuhelfen. «Das war alles Zufall, aber ein sehr schöner», sagt Richard Fitzi. Losgelassen hat ihn die Arbeit mit Uhren danach nie mehr. Ganz im Gegenteil: Das Geschäft in Oberegg lief derart gut, dass er 1991 an der heutigen Lage im Städtli in Altstätten ein zweites eröffnete. Neun Jahre lang unterhielt er beide Läden, ehe er in Oberegg schloss. «Meine Kunden aus dem Appenzellerland sind mir treu geblieben und mir nach Altstätten gefolgt», sagt Richard Fitzi. Nicht nur das: Seine Kunden seien auch für das Städtli ein Glücksfall gewesen.

Richard Fitzi bekommt glänzende Augen, wenn er von vergangenen Anlässen erzählt. Etwa von der Ausstellung im Restaurant Drei König 1993, als es ihm gelang, die damalige Miss Schweiz, Patricia Fässler, zu engagieren. Oder von den Perlen-Veranstaltungen im «Frauenhof», mit Menus, Models und Musik. Davon, wie er jedes Jahr an der Hochzeitsmesse St. Gallen vertreten war. Auch die Perlen-Show in Zusammenarbeit mit einem Dessousladen hat er nicht vergessen: «Sie war ein Riesenerfolg, ich hatte an einem Nachmittag über 300 Leute im Laden!»

Die Anlässe hätten viel Arbeit bedeutet, «waren aber wirklich dankbar», sagt Richard Fitzi. Es sei ihm immer ein Anliegen gewesen, mit anderen Unternehmen zusammenzuarbeiten und «ein bisschen aktiv zu sein, für das Städtli und natürlich auch mein eigenes Geschäft». Trotz des Alltags als Handwerker, als Präzisionsmechaniker: Ein Schuss Glanz und Gloria begleitete Richard Fitzis Tätigkeit im Luxussegment stets. Davon zeugt, dass er oft mit Prominenten aus der Region zusammenarbeitete. Der ehemalige Skistar Sonja Nef aus Grub ist nur ein Beispiel.

Schlechte Zeiten mit Reparaturen kompensiert

Doch auch in Fitzis beruflichem Werdegang gab es den einen oder anderen Stolperstein. «Natürlich gab es auch schlechte Zeiten», sagt er, er habe sie aber immer gut abfedern können. Etwa mit der Reparatur alter Wand- und Standuhren, wie sie heute nur noch wenige Uhrmacher anbieten würden. Nun zügelt Richard Fitzi seine Werkbank vom Geschäft in sein Heim. Dem neuen Unternehmen – eine Mitarbeiterin wird das Geschäft im Februar unter neuem Namen eröffnen – stehe er allenfalls beratend zur Seite.

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