OBEREGG: Eine Schule ist in Bewegung

«Wie erleben, begegnen und verstehen wir andere Kulturen?» Die Projektwoche stand im Zeichen von Migration, einer Radiosendung und dem zweitägigen Besuchstag für Eltern.

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Gemeinsames Tanzen verbindet Kulturen: Schülerinnen und Schüler aus Oberegg und Niš (Serbien). (Bild: PD)

Gemeinsames Tanzen verbindet Kulturen: Schülerinnen und Schüler aus Oberegg und Niš (Serbien). (Bild: PD)

Die Schule Oberegg präsentierte sich kürzlich an einem Freitag und Samstagmorgen im März der Öffentlichkeit. Die Schule geniesst einen grossen Rückhalt bei der Oberegger Bevölkerung, und die Schulzimmer waren auf allen Stufen gut besetzt mit Jung und Alt. An den beiden Tagen der offenen Türen konnten alle Interessierten die Schülerinnen und Schüler von Kindergarten bis Sekundarschule bei deren Arbeit begleiten.

Zum Thema «Umgang mit anderen Kulturen» präsentierten die Schülerinnen und Schüler zusammen mit den Lehrpersonen ein vielfältiges Programm. Da Oberegg etwas abseits der kulturellen Schmelztiegel und grossen Flüchtlingsströmen liegt, schien es der Lehrerschaft wichtig, während einer Projektwoche im Vorfeld der Besuchstage genauer hinzuschauen, wer wir eigentlich sind und wo wir herkommen sowie welche Bräuche und Gewohnheiten wir und andere haben. Ebenso woher andere Leute kommen und welche Reaktion bei uns selber auftritt, wenn wir mit anderen Kulturen in Berührung kommen, waren Gesprächsthemen. Die Erfahrungen aus Begegnungen mit jugendlichen Migrantinnen und Migranten sowie Schulklassen aus Serbien wurden von den Schülerinnen und Schülern ihrem Alter entsprechend verarbeitet und präsentiert.

Dies geschah durch verschiedene Präsentationsformen. Die Primarschülerinnen und -schüler stellten Powerpoint-Präsentationen her und gestalteten kreative Plakate. Zudem hielten sie Vorträge oder führten selbst erarbeitete Theaterstücke auf, um Themen wie meine Heimat, Flüchtlinge in der Schweiz und Begegnungen mit anderen Kulturen darzustellen und der Öffentlichkeit näherzubringen.

Gelungener Austausch mit Jugendlichen aus Serbien

Die integrierte Sekundarschule Oberegg entschloss sich mit allen Schülern an einem Projekt zum Thema «Rassismusprävention» in Zusammenarbeit mit dem Kinderdorf Pestalozzi in Trogen teilzunehmen. Die Oberegger Schüler trafen während dieser Pro­jekttage mit 40 gleichaltrigen Jugendlichen aus Serbien zusammen. Die ersten drei Projekttage von Montag bis Mittwoch verbrachten alle gemeinsam im Kinderdorf in Trogen. Untertags arbeiteten die Fachkräfte des Kinderdorfes in Gruppen, welche jeweils aus serbischen und schweizerischen Schülern bestanden. Abends begegneten sich die Schüler auf gesellige Art und Weise und konnten sich so besser kennen lernen. Am Donnerstag kamen die serbischen Schüler nach Oberegg und verbrachten den ganzen Tag an der Sekundarschule. Die Oberegger Schüler nahmen dann jeweils zwei oder drei serbische Schüler für das Mittagessen mit nach Hause. Da während diesen Projekttagen ständig Englisch gesprochen wurde, waren gerade diese gemeinsamen Mittagessen eine besondere Herausforderung. Eine weitere Schülergruppe erstellte ein zweitägiges Radioprogramm über alle Aktivitäten dieser Projekttage, welches dann während der unmittelbar folgenden Schulbesuchstage auf Sendung ging.

Ziel dieses Schüleraustausches war es, das «Fremde» unmittelbar erlebbar zu machen, um so Vorurteile zu hinterfragen, im Idealfall gar abzubauen. Aus Sicht der Lehrerschaft waren diese Projekttage ein voller Erfolg. Es gab viele interkulturelle Begegnungen, und selbst jetzt noch werden jeden Tag unzählige Nachrichten auf den diversen Social-Media-Kanälen zwischen Oberegg und Serbien ausgetauscht. So konnte die Schule Oberegg die Vielfältigkeit und Gemeinsamkeiten der verschiedenen Kulturen kennen lernen und dies in einer fortschrittlichen Unterrichtskultur bearbeiten und sichtbar machen. In Zusammenarbeit mit dem Pestalozzidorf Trogen, dem Auffangzentrum Landegg und der Integrationsklasse St. Gallen wurden verschiedene Begegnungen geschaffen, die bei den Oberegger Kindern und Jugendlichen einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. (pd)