Oberegg: Aus der ehemaligen Dorfbeiz «Drei König» werden Alterswohnungen ++ Genossenschaft hat fast 100 Mitglieder

Eine Genossenschaft realisiert ein Projekt im Bereich Betreutes Wohnen. Damit soll eine Lücke im Vorderland geschlossen werden.

Jesko Calderara
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Der Anbau der Liegenschaft «Drei König» in Oberegg wurde abgerissen. Dort entsteht ein Neubau.

Der Anbau der Liegenschaft «Drei König» in Oberegg wurde abgerissen. Dort entsteht ein Neubau.

Visualisierung: PD

Seit 2007 ist das Restaurant Drei König in Oberegg geschlossen. Nun soll an dieser Stelle eine Überbauung im Bereich Betreutes Wohnen entstehen. Zurzeit wird die markante Liegenschaft mit Stall im Dorfzentrum umgebaut und erweitert. Bauherrin des Projekts ist die eigens dafür gegründete Genossenschaft Betreutes Wohnen Oberegg.

Initiantin des Vorhabens ist das Ehepaar Ulmann, die ehemaligen Wirte der Dorfwirtschaft. Es brachte den «Drei König» in die Genossenschaft ein. Vreni Ulmann engagiert sich als Ortsvertreterin für die Pro Senectute. Zudem gehört sie dem Verwaltungsrat der Genossenschaft an, wo Ulmann für den Bereich Finanzen zuständig ist. Die weiteren Verwaltungsratsmitglieder sind Remo Jäckli (Präsident), Hans Sonderegger (Vizepräsident), Regula Sonderegger (Aktuarin) und Jakob Egli (Beisitzer).

Zwölf Wohnungen sind geplant

Betreutes Wohnen ist eine Wohnform, bei der ältere Menschen selbstständig leben, aber bei Bedarf verschiedene Unterstützungsleistungen in Anspruch nehmen können. Beispiele dafür sind Reinigungsdienste, ein Wäscheservice oder die Vermittlung von Pflegeleistungen. «Da die Lebenserwartung steigt, ist es wichtig, dass es verschiedene Angebote für die Betreuung und die Pflege von Bedürftigen gibt», sagt Jäckli. Dies können auch jüngere Personen mit einer Beeinträchtigung sein, welche aber selbstständig wohnen wollen und nur kleine Hilfeleistungen benötigen. So etwas fehle bis anhin in Oberegg und der Umgebung, sagt Jäckli. Das Projekt stösst in der Region auf Interesse, wie die Entwicklung der Genossenschaft zeigt. So haben bis jetzt 91 Privatpersonen Anteile gezeichnet. Weitere Genossenschafter seien willkommen, sagt Jäckli.

Das Überbauungskonzept sieht zwölf Zweieinhalb- bis Dreieinhalb-Zimmer-Wohnungen vor. Weil der «Drei König» ein Schutzobjekt ist, darf er nicht abgerissen werden. Hingegen wurden die Nebenbauten zurückgebaut. Sie werden durch einen Neubau ersetzt, der bereits im Rohbau steht. Die Genossenschaft will zudem ein Restaurant und ein Tageskaffee betreiben. Diese gastronomischen Räumlichkeiten sollen öffentlich zugänglich sein und als Begegnungsort dienen.

Regionale Anbieter als Partner

Vier der zwölf Wohnungen sind bereits vermietet. Ein Teil davon wird ab Juli/August bezugsbereit sein, der Rest spätestens im nächsten Winter. Für Mieter ist eine Mitgliedschaft in der Genossenschaft keine Voraussetzung, aber gemäss Jäckli «wünschenswert». Die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner können unter anderem einen 24-Stunden-Notruf in Anspruch nehmen. Falls gewünscht, erhalten sie darüber hinaus Unterstützung bei der Verrichtung einfacher Tätigkeiten im Alltag. Jäckli nennt als Beispiele Strümpfe anziehen oder Rücken eincremen. Vorgesehen sind zudem gemeinsame Aktivitäten, etwa ein wöchentlicher Stammtisch.

Bei Bedarf könnten weitere Betreuungsangebote beansprucht werden, sagt der Präsident der Genossenschaft Betreutes Wohnen Oberegg. Solche werden durch das Pflegeheim Watt, die Spitex oder Privatpersonen angeboten.