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Der Supermarkt der Zukunft steht in Heiden

Im Appenzeller Vorderland entsteht eine Migros-Filiale, die mehr Energie produziert, als sie verbraucht. Möglich macht dies eine Fassade aus Solarmodulen. Das Projekt ist schweizweit ein Novum.
Karin Erni
Der neue Migros-Supermarkt ist zur Obereggerstrasse hin ausgerichtet. (Bild: PD)

Der neue Migros-Supermarkt ist zur Obereggerstrasse hin ausgerichtet. (Bild: PD)

Die Genossenschaft Migros Ostschweiz kann den Startschuss für ihr Neubauprojekt in Heiden geben. Die Gemeinde hat am Donnerstag die Baubewilligung erteilt. Am 11. Februar sollen die Bauarbeiten für den neuen, 1000 Quadratmeter grossen Supermarkt beginnen. Er wird allerdings nicht im Gebiet Nord stehen, wo er ursprünglich geplant war. Weil sich das Quartierplanverfahren durch Einsprachen verzögerte, entschied die Bauherrin im Jahr 2018 am Standort des Provisoriums in der Bissau zu bauen. Dieses besteht seit sieben Jahren und ist mittlerweile in baulich schlechtem Zustand.

Der Grossverteiler setzt auf Nachhaltigkeit, daher wird das neue Gebäude in Plus-Energie-Bauweise erstellt.

«Das heisst, es produziert mindestens so viel Energie, wie es verbraucht»

erklärt Timo Rothmund, Projektleiter Haustechnik bei der Genossenschaft Migros Ostschweiz. «Es ist nach Zuzwil und Amriswil der dritte Supermarkt, den wir auf diese Art realisieren.» Sonnenenergie sei für Lebensmittel-Verkaufsflächen ideal, da diese im Sommer und tagsüber am meisten Energie für den Betrieb der Kühlvitrinen benötigen. Also dann, wenn in der Regel auch am meisten Sonneneinstrahlung zu verzeichnen ist.

Einmalig in der Schweiz

Weil sich am Standort Heiden die Parkflächen grösstenteils im Untergeschoss befinden, steht keine zusätzliche ausreichende Dachfläche zur Platzierung der Fotovoltaikelemente zur Verfügung. «Daher haben wir uns entschieden, diese zusätzlich in die Fassade zu integrieren», so Timo Rothmund. In dieser Dimension sei das Projekt schweizweit ein Novum für die Migros. Die auf drei Gebäudeseiten montierten Elemente sind in mattem Schwarz gehalten und spiegeln daher kaum. Was auffällt: Auch die Nordfassade ist mit diesem Material gestaltet. Kann denn dort überhaupt Energie produziert werden? In diesem Fall sei die Wirtschaftlichkeit gegeben, so Rothmund.

«Dadurch, dass wir mit gängigen Standardmodulen arbeiten können, wird die Fassade insgesamt nicht teurer als mit unseren herkömmlichen Fassadenelementen.»

Im Winter werden die Migros-Räumlichkeiten ebenfalls umweltfreundlich mit der Abwärme der Kühlanlagen geheizt. Die Wärme wird über die gesamte Bodenplatte abgegeben, daher sind keine hohen Vorlauftemperaturen notwendig.

Heiden eine Woche ohne Migros

Während der Bauarbeiten des Supermarkts steht ab Montag, 18. März auf dem Parkplatz ein neues Provisorium mit knapp 270 Quadratmetern zur Verfügung. Der letzte Verkaufstag im jetzigen Supermarkt wird Samstag, 9. März, sein. Danach wird ein Teil der Ladeneinrichtung und der Verkaufsartikel in das neue zeltartige Provisorium gezügelt und das alte Gebäude anschliessend abgebrochen. Eine Woche lang werden in der Migros Heiden keine Einkäufe möglich sein. Spätestens Ende dieses Jahres sollen alle Bauarbeiten am Neubau abgeschlossen sein. Im neuen, um 150 Quadratmeter grösseren Supermarkt, werde den Kunden dann auch das Self-Scanning-System «Subito» zur Verfügung stehen, teilt Migros Ostschweiz mit. 50 gebührenfreie Tiefgaragenplätze, 14 Aussenplätze, Veloabstellflächen und die nahe Bushaltestelle sollen eine gute Erreichbarkeit garantieren. Im Aussenbereich entstehen zwei Elektrotankstellen für die Kunden.

Der Entwurf für den Holz-Betonbau stammt vom Architekten Alex Buob. Die Baumeisterarbeiten werden durch die einheimische Hohl AG ausgeführt. Was mit dem Grundstück am ursprünglich vorgesehenen Standort im Gebiet Nord geschieht, ist derzeit noch nicht bekannt.

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