Nutzung optimieren, Energie sparen

Energiemanager suchen in ihren Unternehmen Antworten auf Energiefragen. In einem Lehrgang an der Energieakademie Toggenburg lernen Absolventen Verbesserungspotenzial zu erkennen und notwendige Massnahmen aufzuzeigen.

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WATTWIL. Wer als Pendler mit dem Auto oder Zug von Wil herkommend ins Toggenburg unterwegs ist, dem fällt ein modernes Dienstleistungsunternehmen für die Verwertung von Rohstoffen auf: der Zweckverband Abfallverwertung Bazenheid, kurz ZAB. Lange Zeit war ein hoher Kamin sein weitherum sichtbares Wahrzeichen. Heute leuchten zwei Beschriftungen auf Blau am Gebäude und bringen auf den Punkt, was die regionale Umweltpolitik beschäftigt. Einerseits bringt der Name «Energiepark Bazenheid» zum Ausdruck, was zur Philosophie des ZAB gehört, nämlich effiziente und offensive Umwelt- und Energiepolitik. Andererseits weist die Bezeichnung «Energietal Toggenburg» darauf hin, dass selbst in Randregionen der Ostschweiz Visionen geboren und umgesetzt werden. Dahinter steht ein Förderverein, der vor fünf Jahren mit den zwei Zielen gegründet wurde, bis in 25 Jahren energieunabhängig zu sein und die 2000-Watt-Gesellschaft repräsentieren zu können.

Aus Wirtschaft und Gemeinde

Wer über Energie sprechen will, muss passende Fachkenntnisse erwerben, Zusammenhänge erkennen und vorausdenken können. Dieses Wissen wird unter anderem an der Energieakademie Toggenburg vertieft. Diese ist eine Kooperation zwischen dem Förderverein Energietal Toggenburg und dem Berufs- und Weiterbildungszentrum Toggenburg mit Standort in Wattwil. Zum zweitenmal wird der Lehrgang zum Energiemanager angeboten (siehe Kasten). Die elf Teilnehmer kommen aus der ganzen Deutschschweiz. Im Mittelpunkt stehen Handlungsmöglichkeiten, um für das eigene Unternehmen entsprechende energietechnische Verbesserungen aufzuzeigen und vorzuschlagen. Der Lehrgang richtet sich sowohl an Verantwortliche aus der Privatwirtschaft wie auch der öffentlichen Hand.

Fördernde Auseinandersetzung

Aktuell dabei und mittendrin sind auch Julius Maier und Peter Schweizer. Julius Maier arbeitet seit zwei Jahren bei der Firma UZE AG in Uzwil. Er ist Leiter Haustechnik der Firma Bühler Immo AG und zuständig für den Heizungs-, Wasser-, Lüftungs-, Druckluft- und Kälte-/Klimabereich. Da in seinem Kompetenzbereich Energie ein zentrales Thema sei, habe ihn der Lehrgang zum Energiemanager sehr angesprochen. Er erwarte im Lehrgang neuste Fachinformationen zu bekommen, die ihn in der Auseinandersetzung mit dem Thema Energie, Energienutzung und Energiesparen weiterbringen.

Peter Schweizer arbeitet bei der Politischen Gemeinde Wattwil als Leiter Bau und Planung. Er ist zuständig für verschiedene Verwaltungsaufgaben im Bereich des Bauwesens. Zu seinen Aufgaben gehören die Durchführung der Baubewilligungsverfahren, die Mitwirkung bei der Orts- und Zonenplanung und die Projektbegleitung der gemeindeeigenen Neubauprojekte. Als Aktuar der Energiekommission und als Energiebotschafter sei er bei der Umsetzung energiepolitischer Ziele der Energiestadt Wattwil beteiligt. Aus der Zusammenarbeit mit dem Energietal Toggenburg wurde er über diesen Lehrgang informiert. Er möchte seine Grundlagenkenntnisse vertiefen und sich Fachkenntnisse im Bereich Energie und Umwelt aneignen. Als Generalist wolle er sich mit allen Energiefragen auseinandersetzen können.

Kompetenz aus eigenen Reihen

Beide, Maier wie Schweizer, werden in ihrer achtmonatigen und berufsbegleitenden Ausbildung von ihren Arbeitgeberinnen grosszügig unterstützt, wie sie sagen. So haben diese denn auch die Erwartungen ihres jeweiligen Betriebes zu erfüllen. Durch die Ausbildung von Maier soll die Kernkompetenz zur Beurteilung der eigenen Energieressourcen in den eigenen Reihen bleiben und somit eine auswärtige Abhängigkeit vermieden werden. Schweizer hat innerhalb der Verwaltung die Aufgabe, die Umsetzung der energiepolitischen Ziele der Energiestadt zu positionieren und die nötigen Beschlüsse beim Gemeinderat einzuholen. Dabei handle es sich nicht nur um Infrastrukturangelegenheiten, sondern auch darum, strategische und finanzielle Auswirkungen aufzuzeigen.

Vom Energiekonzept profitieren

Julius Maier führt an, dass sie als Grossindustrie noch einiges für die Energieeinsparung beitragen können – jedoch alles zu seiner Zeit. In diesem Jahr werde zum Beispiel die alte Holzanlage durch eine neue, effizientere ersetzt. Zum Lehrgang gehört auch eine Abschlussarbeit. Darin soll in Abstimmung auf die eigene Organisation ein individuelles Energiekonzept erstellt werden. Maier wird seine Arbeit über die «Wärmerückgewinnung Oberflächenbehandlung» schreiben. Bei diesem Thema gehe es um Energierückgewinnung durch Abwärmenutzung.

Thematisch in eine ähnliche Richtung geht es bei Schweizer. Er wird eine Energieplanung für die Wärmeerzeugung des Gemeindehauses, eines Mehrfamilienhauses und eines Mehrzweckgebäudes erstellen. Die gemeinsame, bestehende Heizung sei sanierungsbedürftig, ein Ersatz erfolge kurzfristig. Bei diesem Ersatz sei das Energiekonzept der Gemeinde als übergeordnetes Strategiepapier zu berücksichtigen. So ist davon auszugehen, dass nach Abschluss der Arbeit alle elf angehenden Energiemanager nicht nur ihren Unternehmen zu Energieeinsparungen verhelfen, sondern auch einen Beitrag an die Umwelt leisten. (pd/aru)

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