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Nutzholz für die Region

An der Speicherstrasse zwischen Teufen und Speicher liegt bei der Holzschnitzelanlage sehr viel Holz, langes Stammholz, zum Teil von beachtlichem Durchmesser. Die Verwendung ist mannigfaltig.
Margrith Widmer

Der Wintersturm Burglind, der im Januar dieses Jahres mit rund 130 bis 150 km über die Region hinwegfegte, entwurzelte auch in Appenzeller Wäldern Bäume, zum Teil richtige Prachtexemplare. Ein Teil dieses Holzes liegt nun auch auf dem Lager.

Nur ein Teil des Holzes, das im Steineggwald lagert, stammt aus dem Forstrevier Teufen–Speicher. Das Zwischenlager dient der gesamten, regionalen Wald- und Holzwirtschaft im Ausser-rhoder Mittelland als Puffer. So wird auch aus den Forstrevieren Trogen und Gais Holz zugeführt.

Das Lager ist nötig, weil nicht alles geschlagene Holz aus Platz-gründen vor Ort entrindet oder sofort den Sägewerken zuge-führt werden kann. Von den Akteuren der regionalen Holzkette gemeinsam eingerichtet, erfolgen hier an zentraler Stelle Entrindung und Holzschutz. Da während der Vegetationsperiode wegen Schäden am verbleibenden Wald kein Holz geschlagen wird, dient das Lager auch der Versorgungssicherheit der Sägewerke über das Sommerhalbjahr.

Holz aus den Wäldern der Region

An der Speicherstrasse lagert vor allem Bauholz für regionale Sägereien, in erster Linie für «Appenzeller Holz» der Firma Nägeli Holzbau in Gais. Firmengründer Hannes Nägeli hat ein Massivholz-Elementbausystem mit einer ausgeklügelten Holzdübeltechnik entwickelt, das Fichten- und Tannen-Holz im Umkreis von 30 Kilometern nutzt. Auf die Verwendung von Leim, Metall, Folie oder Lack wird dabei verzichtet. Dies sorge laut Nägeli für ein behagliches Wohlklima; Holz verfügt über eine beeindruckende Wärmedämmung und einen effektiven Schallschutz. Durch seine vorzügliche Elastizität biete ein Tragwerk aus Appenzeller Holz beste Erdbebensicherheit, so Nägeli. Ausserdem schütze eine Gebäudehülle aus Appenzeller Holz natürlich vor Elektrosmog und hochfrequenten Strahlen. Die CO2-Bilanz unbehandelten Holzes sei besser als neutral. Das einheimische Holz wird in örtlichen Sägereien des Appenzellerlands eingesägt und getrocknet.

Logisch, dass geradewüchsige Bäume von ordentlich grossem Umfang bei den Holzbauern sehr beliebt sind, würde man meinen. Die Ansprüche der Sägereien seien allerdings sehr unterschiedlich, sagt Revierförster Thomas Wenk: Manche wünschten Stämme mit mehr als 45 Zentimetern Mittendurchmesser, andere wiederum nur Stämme von fünf oder sechs Metern Länge. Wieder andere benötigten möglichst langes Holz bis 22 Meter. Noch in den 1990er-Jahren konnten fast alle Durchmesser und fast alle Längen nahezu jedem Sägewerk geliefert werden.

Mit Holzschnitzeln heizen

«Wir fällen Bäume, Sie heizen», heisst es auf einem Plakat bei der Holzschnitzelanlage im Steineggwald. «Aber», sagt Thomas Wenk, der Leiter des Forstbetriebs Teufen, «aus der unmittel-baren Nähe zur Holzschnitzellagerhalle ergibt sich kein unmittelbarer Zusammenhang mit dem Energieholz. Die Stämme, die dort gelagert werden, sind zu 100 Prozent sägefähiges Holz. Lediglich die Kronen der gefällten Bäume werden an den jeweiligen Schlagorten zu Hackschnitzeln verarbeitet und in die Lagerhalle oder direkt zu den Wärmeverbunden transportiert.» Es wird also nur Holz, das nicht sägefähig ist, zu Holzschnitzeln zerkleinert. Diese werden in der Holzschnitzelhalle im Steineggwald rund vier Monate gelagert und getrocknet. Dann können sie zu Heizwecken genutzt werden. Die Holzschnitzellagerhalle Steineggwald zwischen Speicher und Teufen ist ebenfalls ein Puffer.

Das Forstrevier Teufen–Speicher umfasst total 595 Hektaren Wald. 219 Hektaren davon sind öffentlicher Wald, 376 Hektaren sind Privatwald. Bis zu zehn Kubikmetern dürfen Private in ihren Wäldern selber fällen; was darüber ist, muss in Ausserrhoden vom zuständigen Revierförster angezeichnet werden. Die vom Teufner Forstamt gepflegten und genutzten Wälder sollen «die geforderten Leistungen wie Nutz- und Erholungsfunktion, Schutz- und Wohlfahrtsfunktion dauernd und umfassend erbringen», heisst es. Die Waldbewirtschaftung orientiert sich an ökologischen Massstäben.

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