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«Nur das Burgfräulein fehlt noch»

Das Märchen von der Wildhauser Toggenburg
Sabine Schmid
Viel Handarbeit ist nötig, um aus dem Schneehaufen die Toggenburg mit Tunnels und Rutschen zu bauen.

Viel Handarbeit ist nötig, um aus dem Schneehaufen die Toggenburg mit Tunnels und Rutschen zu bauen.

Es war einmal… So beginnen Märchen – und so könnte auch die Geschichte um den Bau der Toggenburg im Wildhauser Oberdorf beginnen. Es war einmal ein Haufen Schnee, mitten im Skigebiet. Dann kam ein Prinz aus fernen Landen, namens Simon Morgenthaler aus dem Bernbiet. Er sollte aus dem Schneehaufen eine Burg bauen. Die grösste, sicher im ganzen Tal und noch viel weiter herum. Und mindestens so stattlich wie die fürstlichen Churfirsten. Einen Namen gab es auch schon für die Burg: Toggenburg. Prinz Simon legte sich mächtig ins Zeug. Lange begutachtete er den Haufen und fertigte aus Plastilin ein Modell an. Sein Auftraggeber, die Bergbahnen Wildhaus AG, klatschte in die Hände und genehmigte so den Plan. Dazu stellte sie Prinz Simon drei Knechte zur Verfügung: Thomas, Niculin und Bruno. Ausgerüstet mit Schneeschaufeln, einer Schneehexe und weiterem Werkzeug machten sich die vier ans Werk.

Der nasse Schnee ist nicht ideal

Simon Morgenthaler weist seine Helfer an, wo sie die Schaufeln ansetzen und wo sie den Schnee hinwerfen sollen. Erfahrung hat er genug. Nicht nur, dass er in den drei vorigen Jahren die Schneeburg in Wildhaus gebaut hat. Er formt immer wieder Schneeskulpturen und nimmt an Wettbewerben teil, zuletzt im Januar in Ischgl. «Hier ist das Arbeiten etwas ganz anderes», sagt er. In Wildhaus sei der Schnee aufgrund der Witterung viel weicher. Treppen kann er darum in der Burg keine bauen. Aber er könnte leichter etwas ausbessern, wenn es denn nötig wäre. Ausserdem passt Simon Morgenthaler auf, dass der Schnee möglichst sauber bleibt. «Dreck ist schlecht, der frisst sich schnell in den Schnee hinein». Gut drei Tage sind Simon Morgenthaler und seine Helfer mit dem Bau beschäftigt. So viel Zeit müsse sein. «Es ist wie auf einer Baustelle, wenn man pressiert, dann wird es nicht gut», sagt Simon Morgenthaler. Fertig werde er auf jeden Fall rechtzeitig. «Einzig das Burgfräulein fehlt dann noch», sagt er.

Jürg Schustereit, Leiter Marketing der Bergbahnen Wildhaus AG, nimmt sich am Mittwoch Zeit für einen Besuch. Er greift ebenfalls zur Schneeschaufel und hilft mit. Schliesslich muss die Burg pünktlich aufs Wochenende bereit sein. «Unsere Gäste warten sehnlichst darauf. Sie fragen uns bereits, wann die Toggenburg endlich fertig ist», sagt er. Die Unternehmung lässt sich diese Schneeburg einiges kosten. Rund 16 Manntage werden für den Bau investiert, dazu kommen die Kosten für den Schnee, der dafür produziert wird. Unter dem Strich zahle sich das Angebot aber aus. «Die Gäste fordern von den Skigebieten längst mehr als Anlagen und Skipisten», sagt Jürg Schustereit. Und in Wildhaus passe die Schneeburg für die Kinder bestens zur eingeschlagenen Familienstrategie.

Leuchtende Kinderaugen sind garantiert

Und wie jedes Märchen, wird auch dieses hier ein Happy-End haben: Die Toggenburg aus Schnee sorgte für leuchtende Kinderaugen. Jeden Tag spielten Dutzende Kinder auf der Burg, lachten, rutschten über die Rampen und krochen durch die Tunnels. Und wenn sie nicht gestorben sind… Nein, der klassische Märchenschluss passt hier nicht. Irgendwann wird die Toggenburg kaputt sein und der restliche Schnee wird auf den Skipisten verteilt werden.

Sabine Schmid

sabine.schmid@toggenburgmedien.ch

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