Nun setzt Appenzell zum Schwung an – die Vorbereitungen fürs Eidgenössische Jubiläumsschwingfest haben begonnen  

In einem Jahr werden sich die 120 besten Schwinger in Appenzell messen. Bereits jetzt lässt sich erahnen, wie der Festplatz dann aussehen wird.

Simon Huber
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Die Wiese beim Werkhof wird während dreier Wochen fürs EJSF 2020 bereit gemacht. (Bild: Mea McGhee)

Die Wiese beim Werkhof wird während dreier Wochen fürs EJSF 2020 bereit gemacht. (Bild: Mea McGhee)

Mehrere Bagger in den verschiedensten Farben und Grössen graben Löcher für die Rohrleitungen. Fünf Armee-Lastwagen laden Kies ab, welcher anschliessend von einem Radlader grossflächig verteilt wird. Die grosse Wiese neben dem Werkhof in Appenzell wird förmlich umgekrempelt. Wo heute noch Haufen von Humus sichtbar sind, wird in einem Jahr das Eidgenössiche Jubiläumsschwingfest 2020 (EJSF) stattfinden. Ein Grossanlass zum 125-jährigen Bestehen des Eidgenössischen Schwingerverbands, der viel Vorbereitung bedarf. Bereits jetzt laufen die Arbeiten auf Hochtouren.  

Seit Ende August treffen auf dem einstigen Festgelände 24 Männer der Schweizer Armee, mehrere Leute der Feuerschaugemeinde Appenzell sowie Arbeiter von einheimischen Tiefbauunternehmen die ersten Vorbereitungen für den Grossanlass. Bauchef Migg Inauen begleitet die Arbeiten und sagt:

«Dort, wo sich der sechzig mal sechzig Meter grosse Schwingplatz befinden wird, muss die Wiese so bearbeitet werden, dass es keine Kuppen mehr hat und sie eben ist»

Vom nahegelegenen Steinbruch werden dieser Tage 4000 Kubikmeter Kies in 700 Lastwagen-Fahrten zur Wiese beim Werkhof transportiert. Der Kies wird rund um die künftige Arena platziert. Nach dem Schwingfest wird dieser Kies wieder zurück zum Steinbruch gebracht.

Infrastrukturinstallationen und Arena kommen 2020

Das Appenzellerland scheint bereits ein Jahr vor dem Grossanlass vom Schwingfieber infiziert zu sein: «Wir stossen beim Grossteil der Bevölkerung auf viel Wohlwollen. Zahlreiche Vereine aus Inner- und Ausserrhoden haben bereits ihre Hilfe zugesichert», so Rosalie Manser, Mediensprechern des EJSF.

Noch gibt es einiges zu tun: Anfang August 2020 beginnt der Aufbau der 1000 Tonnen schweren Tribüne und der Infrastrukturinstallationen. Dafür werden etwa vier Wochen beansprucht, und für deren Rückbau zwei Wochen, wie Migg Inauen sagt.

«Es ist uns ein Anliegen, dass das ganze Gelände mit fliessend Wasser und einem Glasfasernetz versorgt wird.»

Nebst der Arena und den Infrastrukturinstallationen werden auch fünf Festzelte aufgebaut. Davon hat das grösste eine Kapazität von 3000 Personen. Die übrigen bieten Platz für je 1500 EJSF-Besucher.
Die Arena, wo sich am 30. August 2020 die 120 erfolgreichsten Schwinger der Saison Zweikämpfe liefern werden, umfasst 15000 Sitzplätze und maximal 2000 Stehplätze.

Anders als beispielsweise am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest (ESAF) in Zug, wird am Jubiläumsschwingfest vermutlich das Gros der Gäste mit dem Individualverkehr anreisen. «Wir haben die Möglichkeiten zusammen mit den regionalen ÖV-Anbietern geprüft. Leider ist es nicht realisierbar, frühmorgens die nötige Kapazität zu generieren. Wir appellieren deshalb an die Schwingerfans, mit Cars, Bussen oder Autos anzureisen», so Rosalie Manser. Eingangs Appenzell würden bei den grösseren Verkehrsachsen genügend Parkplätze zur Verfügung stehen. Von dort aus gelangen die Gäste mit Shuttlebussen zum Festgeländer.

EJSF wird kein Kranzfest

In Appenzell wird mit 120 Schwingern das Teilnehmerfeld halb so gross wie am ESAF in Zug sein. Anstelle eines Gabentempels und Kränzen erhalten alle Athleten als Andenken einen handgefertigten Appenzeller Gurt von Sebastian Fässler. Auf den Sieger des Eidgenössischen Jubiläumsschwingfestes wartet zudem der bis zu diesem Zeitpunkt vermutlich 1100 Kilogramm schwere Muni «Alpstein».

Steinstossen an Schwendner Chilbi

Wie am ESAF Zug steht das Steinstossen auch am EJSF Appenzell auf dem Programm. Es werden einerseits der traditionelle Unspunnenstein (83,5 Kilogramm) und andererseits der Chölbi-Stein «Setterebolle» (30 Kilogramm) gestossen. Die ersten zwölf rangierten Athleten (Unspunnenstein / Mythenstein) des ESAF 2019 in Zug sind direkt qualifiziert. An der Schwendner Chilbi am 8. September in Appenzell bietet sich nun die Möglichkeit, sich noch für das Steinstossen am EJSF 2020 zu qualifizieren. Im Frühling findet die 2. Qualifikation statt. (siu)