«Nun redet doch endlich!»

TEUFEN. Das Schweigen des Gemeinderats Teufen fördert weitere Spekulationen in der Entschädigungsaffäre. Dies sagt ein Kommunikationsexperte. Auch die Präsidentin der SP Rotbach will, dass endlich geredet wird.

Roger Fuchs
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Einblick in jene Gemeinderatssitzung in Teufen, bei welcher sich der Gemeinderat im Mai konstituiert hatte. Aktuell schreibt dieser Gemeinderat insbesondere Schlagzeilen wegen der Entschädigungsaffäre. (Bild: Tüüfner Poscht)

Einblick in jene Gemeinderatssitzung in Teufen, bei welcher sich der Gemeinderat im Mai konstituiert hatte. Aktuell schreibt dieser Gemeinderat insbesondere Schlagzeilen wegen der Entschädigungsaffäre. (Bild: Tüüfner Poscht)

Am Dienstagabend hat sich der Teufner Gemeinderat mit dem weiteren Vorgehen in der Entschädigungsaffäre befasst. Informiert werde am 11. November, derzeit gebe es nichts, das man mitteilen könne, sagte gestern Gemeindepräsident Walter Grob auf Anfrage. Christian Meng, der in dieser Thematik als Sprecher der SVP Teufen wirkt, findet dieses Abwarten aus persönlicher Sicht problematisch. Die öffentliche Versammlung sei das falsche Gefäss, um zu informieren. «Das kann eine ganz schwierige Versammlung geben. Ich habe ein ungutes Gefühl», sagt er und rät dem Gemeinderat Teufen, einen unabhängigen, externen Moderator beizuziehen. Gemäss Meng wäre es besser gewesen, jetzt zu informieren, so dass man an der Versammlung hätte Fragen stellen können. Die inhaltliche Haltung der SVP Teufen ist gemäss Christian Meng weiterhin unverändert: «Wir erwarten einen Neustart unter neuer Führung.»


Tagesgeschäft ist blockiert

Der Ruf nach personellen Konsequenzen im Gemeinderat kam auch bereits von der FDP Teufen und dessen Präsidenten Paul Studach. Gestern nun gab er sich kurz angebunden. «Ich sage nichts», so Studach. Keine Rücktrittsforderungen stellt die SP Rotbach. Deren Präsidentin Bea Weiler hält aber fest, dass sie jetzt nach der Gemeinderatssitzung eine Stellungnahme erwartet hätte. Ursula von Burg, Vizepräsidentin des Gemeinderats, habe jene Themen, welche sie betreffen würden, auch richtiggestellt. Das sei gut angekommen. «Und so dachte ich, dass der Gemeinderat nun diesem Beispiel folgt», sagt Bea Weiler. «Fehler darf man machen, aber redet doch endlich.» Die aktuelle Situation blockiert gemäss Bea Weiler das Tagesgeschäft. Sie wünsche sich, dass man bald wieder zur Normalität und zur sachlichen Politik zurückkehren könne.

Markus Will, Kommunikationsexperte und HSG-Dozent. (Bild: pd)

Markus Will, Kommunikationsexperte und HSG-Dozent. (Bild: pd)

Fördert Spekulationen

Einer, der die Kommunikationspolitik in Teufen in jüngerer Zeit verfolgt hat, ist Kommunikationsexperte Markus Will aus Wienacht. Er arbeitet auch als Dozent für Kommunikationsmanagement an der HSG St. Gallen und beriet einst die Gemeinde Lutzenberg. Dass der Gemeinderat von Teufen nach seiner vorgestrigen Sitzung nun bis am 11. November mit Informationen zuwarten will, findet Markus Will ebenso verständlich wie falsch. Verständlich, weil es Personen und Finanzen betrifft und bei solchen Inhalten immer Zurückhaltung herrsche. Falsch, weil das Thema seit Wochen in der Öffentlichkeit sei. «Da kann man mit einer weiteren Kommunikation nicht nochmals drei Wochen zuwarten, zumal Intransparenz der Ausgang des Problems ist», sagt Will. Jegliches Warten fördere Spekulationen. Auch im Hinblick auf eine öffentliche Versammlung wäre es gemäss Markus Will klüger, bereits im Vorfeld den Sachverhalt zu klären.

Unabhängig vom Zuwarten des Gemeinderates sagt Will: «Bei Situationen wie in der Gemeinde Teufen rate ich immer, einen unabhängigen Aufklärer beizuziehen.» Schliesslich spricht er auch von einer Ungeschicktheit, einer einzigen Journalistin Einsicht in die Akten zu gewähren, statt mehrere Medien dazu einzuladen. «Wenn man damit Transparenz bezwecken wollte, hat man genau das Gegenteil erreicht.»