Nun hat beim Herisauer Bahnhof das Volk das Wort

Der Gemeinderat wirbt mit verschiedenen Mitteln für ein Ja zum Teilzonenplan am 20. Oktober.

Karin Erni
Merken
Drucken
Teilen
Gemeindepräsident Kurt Geser stellt den Flyer vor, der in alle Herisauer Haushalte verteilt werden soll. Bild: Karin Erni

Gemeindepräsident Kurt Geser stellt den Flyer vor, der in alle Herisauer Haushalte verteilt werden soll. Bild: Karin Erni

Das Anliegen ist wichtig. Der Herisauer Gemeinderat unterstrich diese Tatsache, indem er gestern vollzählig zur Medieninformation über die Volksabstimmung vom 20. Oktober erschien. An diesem Tag entscheiden die Herisauer Stimmbürger über den Teilzonenplan Bahnhof.

«Es geht bei der Vorlage nicht um den Kreisel und nicht um den Bushof, sondern lediglich um die Frage, ob in diesem Gebiet künftig achtstöckige Gebäude erstellt werden dürfen.»

So fasste der zuständige Gemeinderat Max Eugster die Thematik zusammen. Daran, dass dies nötig und wünschbar ist, liess er keinen Zweifel. «Es gibt in Herisau keinen besseren Ort für verdichtetes Bauen.» Weil das Gebiet in einer Senke liege, fügen sich Bauten gut in die Umgebung ein und nehmen niemandem die Aussicht weg. Der wichtigste Aspekt aber ist gemäss Eugster, dass es mit der geplanten Arealentwicklung gelingen soll, neue Einwohner und Firmen anzuziehen, was der Gemeinde künftig Einnahmen bringe.

Bei einem Nein bleibt der Bahnhof ein Flickwerk

Bei einem Ja an der Urne würden nicht sofort die Bagger auffahren, sagt Max Eugster. «Jedes einzelne Baugesuch muss die ordentlichen Verfahren durchlaufen.» Bis die ersten Bauten stünden, dauere es 10 bis 20 Jahre. «Ein Ja wäre aber eine Bestätigung für uns, dass das Projekt gut aufgegleist und gäbe uns Rückenwind für die im kommenden Jahr folgenden Abstimmungen.»

Falls am 20. Oktober ein Nein resultiert, werde das Flickwerk am Bahnhof noch schlimmer, warnte Eugster. Es wären künftig viele Einzelmassnahmen notwendig, um die gesetzlich geforderte Behindertengerechtigkeit herzustellen und die verschiedenen Sicherheitsmängel zu eliminieren. «Das käme letztlich fast gleich teuer zu stehen und der Bahnhof bliebe eine ewige Baustelle.»

Zwar könnte der Kreisel trotzdem gebaut und die Gleise der Appenzeller Bahnen verschoben werden. Doch der Bahnhofplatz mit Bushof würde nicht wie geplant realisiert werden. «15,75 Millionen Franken Bundesgelder und die 1,3 Millionen des Projektierungskredits wären unwiederbringlich verloren. 15 Jahre Vorbereitungen und Verhandlungen der verschiedenen Partner vergebens und eine einmalige Chance vertan», resümierte Eugster.

Die Chancen des Bahnhofprojekts

Bei einem so grossen Projekt gebe es immer etwas, das kritisiert werden könne, sagte Max Eugster. Er warnte davor, wegen einiger Einzelinteressen das ganze Projekt zu versenken.

Eugster hob die zahlreichen Verbesserungen hervor, die der Bevölkerung und den Besuchern durch das Projekt entstehen. «Wenn ein Ortsunkundiger heute nach Herisau kommt, findet er eine unübersichtliche Situation vor. Er weiss nicht, wie er ins Dorf kommt. Die Fahrziele der Busse sind nicht erkennbar und die Taxis stehen in der falschen Richtung.» Anlieferer blockieren den Verkehrsfluss und für Fussgänger sei es gefährlich, sich auf dem Areal zu bewegen.

Demgegenüber skizziert der Gemeinderat einen modernen behinderten- und familiengerechten Bushof, sichere Perronkanten sowie helle Unterführungen, die kürzere Umsteigezeiten ermöglichen. Einladende Aufenthaltszonen sollen Leben ins Quartier bringen. Brachliegende Flächen sollen für attraktiven Wohnraum genutzt oder darauf neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Künftig würde das Gebiet Ebnet mit Schulen, Spital und 2700 Einwohnern durch einen direkten Zugang besser erschlossen.

Hinweis: Am Dienstag, 17. September, lädt die Gemeinde zu einem Informationsabend im Casino. An der Hema vom 26. bis 29. September erhält die Bevölkerung die Möglichkeit, sich im direkten Gespräch mit den Verantwortlichen zu informieren.