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Nun dürfen auch die Jugendlichen ran

Leiterkurse für junge Erwachsene ab 18 Jahren sind gang und gäbe. Ausserrhoden will früher ansetzen und schafft nun ein Kursprogramm für Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren. Dieses soll nicht zuletzt den Vereinen einen Vorteil bringen.
Alessia Pagani
Zwei Kursteilnehmerinnen machen sich Notizen, während Sportlehrer Roger Pighi den anderen Jugendlichen die Übung erklärt. (Bild: PAG)

Zwei Kursteilnehmerinnen machen sich Notizen, während Sportlehrer Roger Pighi den anderen Jugendlichen die Übung erklärt. (Bild: PAG)

Der Kanton Appenzell Ausserrhoden lanciert ein neues Jugendsport-Projekt. Mit dem Programm 1418-Leiter soll der junge Leiternachwuchs gefördert und eine Möglichkeit geschaffen werden, dass künftig Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren eine Leiterausbildung absolvieren können, sagt Roman Hasler, Leiter Abteilung Sport. In einigen Kantonen kennt man eine solche Ausbildung bereits, in Ausserrhoden war die Jugendförderung im Bereich der Leitertätigkeiten bis anhin Sache der einzelnen Vereine und Verbände. Nun sollen mit dem 1418-Leiter-Programm einheitliche Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Bereits gibt es im Rahmen von Jugend und Sport (J+S) Leiterausbildungen, allerdings nur für junge Erwachsene ab 18 Jahren. Das 1418-Leiter-Programm ist demnach eine Erweiterung der bestehenden J+S-Ausbildung. «Ziel ist es, die Jugendlichen frühzeitig strukturiert auf kommende Leiterfunktionen vorzubereiten. Wir wollen den Jungen eine gute Ausbildung geben», sagt Roman Hasler.

Anreiz schaffen, um Jugendliche zu halten

Nebst dem Heranführen an erste Leitertätigkeiten, soll das Programm einen weiteren positiven Effekt haben: «Das Finden und Halten von ehrenamtlichen Leiterinnen und Leitern kann für die Vereine sehr schwierig sein», sagt Roman Hasler. Durch das neue Ausbildungsprogramm erhoffen sich die Verantwortlichen nicht zuletzt, dass die Situation rund um den Vereins-Nachwuchs verbessert wird. «Das Programm kann ein Hilfsmittel sein, um die Jugendlichen ‹bei Stange› zu halten. Die neue Funktion und der Übergang vom Teilnehmer zum Leiter kann ein Ansporn sein, weiterhin in einem Verein zu bleiben und sich für diesen zu engagieren.» Gerade in einer ländlichen Region wie dem Appenzellerland haben Vereine eine grosse Bedeutung und deren Engagement geht oft über das sportliche hinaus. Es sei daher existenziell, dass die Vereine gut ausgebildete Leiter sowie viel Nachwuchs hätten, ist sich Roman Hasler sicher.

Das Leiter-Programm setzt sich aus drei Bausteinen zusammen: Ausbildung, Götti-System und Unterstützungsbeiträge. Die Götti-Funktion wird von einer erfahrenen j+S-Leiterperson wahrgenommen, welcher die neu ausgebildeten 1418-Leiter im Sportverein an die Leitertätigkeit heranführen und gezielt fördern.

Mit der Ausbildung sollen zudem Anreize geschaffen werden, dass sich die Jugendlichen mit 18 Jahren für eine J+S-Ausbildung entscheiden.

Ausbildungswochenende in Gais

Das Projekt ist bereits gestartet und stösst auf Nachfrage. Die Grundlagen und das nötige Wissen eigneten sich die Jugendlichen an einem zweitägigen Kurs am Wochenende im Oberstufenzentrum Gaiserau in Gais an. Dabei wechselten sich Theorie- und Praxisteil ab. Die 24 Mädchen und Buben aus dem ganzen Appenzellerland wurden von zwei ausgebildeten Sportlehrern instruiert und gecoacht. Für die späteren Leitereinsätze der 1418-Leiter in J+S-Aktivitäten bekommen die Vereine je fünf Franken ausgezahlt. Diese werden vom kantonalen Sportfonds übernommen. «Die 1418-Leiter sollen keineswegs als billige Arbeitskraft angesehen werden, sondern quasi als betreute Praktikanten.» Die Hauptverantwortung bleibe indes bei den J+S-Leitern.

Angemeldet haben sich auch der 16-jährige Valentin Brunner und die 15-jährige Isabelle Räss vom Turnverein Hundwil. «Ich habe bereits als Jugi-Leiterin ausgeholfen und würde später gerne den J+S-Kurs machen. Mit dem jetzigen Kurs habe ich etwas in der Hand für die Zukunft», so Isabelle Räss. «So kann man Spass und Lernen an einem Wochenende kombinieren.» Und auch Valentin Brunner kann sich vorstellen, dereinst als J+S-Leiter zu fungieren. «Der Kurs ist eine gute Ausbildung. Zudem mache ich es auch für den Verein, um etwas zurückzugeben.»

Wie Roman Hasler sagt, haben die Ausserrhoder Sportvereine bereits jetzt gute Nachwuchsarbeit geleistet. «Dieses Programm kann auch als eine Art Wertschätzung diesen Vereinen gegenüber verstanden werden», so Hasler. Er hofft, dass eine solche Ausbildung irgendwann schweizweit standardisiert sein und wird und vom Bund finanziell wie ganzheitlich gefördert wird.

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