Nun droht ihm der Landesverweis: Frau aus Trogen beschuldigt Asylsuchenden der Vergewaltigung

Eine junge Frau soll in einer Wohnung für Asylsuchende vergewaltigt worden sein. Sie habe dort lediglich mit einem Kollegen Shisha rauchen wollen, als der Beschuldigte sie zum Sex zwang. Dem jungen Mann droht nun der Landesverweis.

Astrid Zysset
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Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, die 21-Jährige in seinem Zimmer vergewaltigt zu haben.

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, die 21-Jährige in seinem Zimmer vergewaltigt zu haben.

Bild: PD

Was als gemütlicher Abend vorgesehen gewesen war, endet nun vor den Schranken des Ausserrhoder Kantonsgerichtes. Dort muss sich ein junger Mann wegen des Vorwurfs der strafbaren Handlung gegen die sexuelle Integrität verantworten. Genau genommen geht es darum, dass er eine damals 21-jährige Frau aus Trogen vergewaltigt haben soll.

Es war der 27. August 2019, zwischen 21 und 21.30 Uhr, als sich die junge Frau in die Asylunterkunft beim Bahnhof Trogen begab. Sie wollte dort gemeinsam mit einem Kollegen Shisha rauchen. Doch sie fand ihn nicht. Stattdessen stiess sie in der von mehreren Asylsuchenden genutzten Wohnung auf den Beschuldigten. Er bot ihr an, gemeinsam mit ihr zu rauchen und lud sie in sein Zimmer ein. Dort aber sollen sich die Ereignisse überschlagen haben.

Opfer habe versucht zu entkommen

Im Verlaufe des Gesprächs habe der Beschuldigte, so zumindest die Darstellung der Staatsanwaltschaft, die Zimmertüre mittels eines vorzuschiebenden Riegels abgeschlossen. Danach soll er die Frau gefragt haben, ob sie Sex haben möchte. Allerdings verneinte jene. Trotzdem habe er damit begonnen, sie unsittlich zu berühren und schob sie zu seinem Bett. Dort soll er sie gemäss Anklageschrift schliesslich vergewaltigt haben.

Sie habe mehrfach versucht, sich aufzurichten, und den Beschuldigten gebeten, aufzuhören. Doch dieser soll nicht von ihr abgelassen haben. Einmal soll der jungen Frau die Flucht zur Tür gelungen sein, doch dort habe der Beschuldigte sie eingeholt und sich erneut an ihr vergangen. Gegen 22.10 Uhr habe das Opfer das Zimmer schliesslich verlassen können. Es erstattete umgehend Anzeige, sodass der Beschuldigte bereits am Folgetag verhaftet wurde.

Dem Beschuldigten droht der Landesverweis

Die Staatsanwaltschaft fordert nun einen Schuldspruch wegen Vergewaltigung. Die genauen Anträge zur Sanktion respektive wie hoch die Strafe ist, welche der Staatsanwaltschaft vorschwebt, wird erst an der Verhandlung bekanntgegeben. Was aber bereits sicher ist: Dem Mann droht ein Landesverweis von 15 Jahren. Das Opfer tritt als Privatklägerin im Prozess auf und fordert eine Genugtuung von 13'500 Franken zuzüglich eines Schadenzinses von fünf Prozent ab dem 27. August 2019.

Die Verhandlung ist am 26. Oktober. Sie findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Es gilt die Unschuldsvermutung.