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Zukunft der Kantonalen Notrufzentrale wird evaluiert

Eine neue Informatiklösung soll die Einsatzkräfte in Ausserrhoden künftig noch besser unterstützen. Ob Ausserrhoden dabei weiterhin mit St.Gallen zusammenarbeitet, ist ungewiss.
Karin Erni
Der Arbeitsplatz von Disponent Werner Eugster wird sich optisch kaum verändern, die Neuerungen laufen im Hintergrund. Bild: Karin Erni

Der Arbeitsplatz von Disponent Werner Eugster wird sich optisch kaum verändern, die Neuerungen laufen im Hintergrund. Bild: Karin Erni

Die Ausserrhoder Kantonspolizei hat derzeit ein Vorhaben öffentlich aufgelegt. Die «Vorstudie KNZ futura» soll gemäss Ausschreibung im Amtsblatt die Basis legen für die Zukunft der Kantonalen Notrufzentrale (KNZ). Der Lebenszyklus der Informatiksysteme laufe aus, heisst es weiter. Das erstaunt, wurde doch die KNZ erst nach dem Umzug von Trogen nach Herisau Mitte Januar 2013 komplett neu aufgestellt. Ist diese Einrichtung nach so wenigen Betriebsjahren schon wieder am Ende? Der Ausserrhoder Polizeikommandant Reto Cavelti erklärt auf Anfrage, der technologische Wandel verlaufe sehr schnell und es gehe bei dieser Informatiklösung in erster Linie darum, kompatibel mit anderen Systemen zu bleiben. «Wenn Sie sich zu Hause ein neues Programm auf ihrem Computer installieren, tun sie das nicht unbedingt, weil das alte nicht genug kann, sondern damit sie mit anderen Benutzern weiterhin zusammenarbeiten können.» Die Kantonale Notrufzentrale bleibt aber, unabhängig von der neuen technischen Lösung, am heutigen Standort im Zeughaus Herisau.

In der Ausschreibung heisst es weiter, dass der bisherige Betreiber der Einsatzleitsysteme, die Kantonspolizei St.Gallen, den Mandantenbetrieb in den nächsten vier Jahren einstellen werde. Es sei nicht so, dass Ausserrhoden in diesem Bereich künftig nicht mehr mit St.Gallen zusammenarbeiten werde, sagt Cavelti.

«Ein eigenständiger Betrieb der Notrufzentrale ist lediglich eine von verschiedenen Möglichkeiten, die wir prüfen wollen.»

Es gehe mit dieser Ausschreibung darum, einen externen Partner und Projektleiter zu finden, der mittels einer Projektvorstudie die Prozesse, die Organisation und die Technik untersuche und evaluiere. «Aufgrund der Ergebnisse wird der Regierungsrat die Optionen prüfen und anschliessend die beste auswählen und die entsprechenden Entscheide fällen.»

Antwort auf neue Technologien

Ein Blick in die Notrufzentrale im Polizeigebäude auf dem Ebnet zeigt drei ergonomisch eingerichtet Arbeitsplätze mit je fünf Bildschirmen. Hier arbeiten in der Regel zwei Disponenten, nachts hat eine Person Dienst. Über die beiden Monitore auf der linken Seite werden die kantonalen Systeme überwacht und gesteuert. Auf den anderen jene, die mit Stadt und Kanton St.Gallen zusammenarbeiten. Alle Rechner und Leitungen sind redundant, das heisst doppelt vorhanden. «Wenn beispielsweise irgendwo ein Bagger ein Kabel durchtrennt, müssen wir ohne Unterbruch weiterarbeiten können», erläutert Ueli Frischknecht. Er ist Dienstchef der kantonalen Notrufzentrale. Mit dem Aufkommen der Mobiltelefonie habe sich die Anzahl der eingehenden Anrufe stark erhöht, sagt Ueli Frischknecht. Heute sind es 30000 Anrufe, die pro Jahr entgegengenommen werden. Bei grösseren Ereignissen gehen meist mehrere Meldungen ein. Heute erfolgen die Notrufe zusätzlich über neue Kanäle wie «e-Call». Dieses Assistenzsystem in neueren Autos meldet sich bei einem starken Aufprall selbständig bei der Notruftelefonnummer 112. Gleichzeitig werden wichtige Angaben wie Zeitpunkt des Unfalls, Standort, und Anzahl Insassen automatisch übermittelt. Die Rettungskräfte sind dadurch schneller vor Ort und besser informiert.

Trotz aller Technik brauche es den Menschen weiterhin, sagt Ueli Frischknecht. «Der Disponent in der KNZ entscheidet bei einem Ereignis, welche Akteure zum Einsatz kommen.» Das kann die Feuerwehr, der Amtsarzt oder der Wildhüter sein. Die Technik unterstützt den Menschen, indem praktisch alle Vorgänge automatisiert sind und im Hintergrund ablaufen, das spart im Notfall wichtige Zeit.

Für diesen Dienst brauche es langjährige Mitarbeiter, die mit allen Bereichen der Polizeiarbeit vertraut sind. Die Einarbeitungszeit beträgt noch einmal ein bis drei Jahre. Die künftigen Systeme sollen die Polizisten bei der Arbeit noch besser unterstützen, so Reto Cavelti. «Weder Bürger noch Mitarbeiter sollen eine Veränderung bemerken. Wir werden weiterhin das ganze Jahr rund um die Uhr einsatzbereit sein.»

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