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Nostalgie kommt wieder in Mode

Wie anno dazumal wird das Skivolk aus Anlass des 50-Jahr-Jubiläums diesen Samstag, 12. März, auf der Wolzenalp den Stemmbogen nochmals aufleben lassen. Es soll sich um kein einmaliges Schauspiel handeln.
Urs Huwyler
Die OK-Mitglieder Christiana Sutter, Liselotte Schlumpf und Andrea Allmann werden mit Ausrüstungen aus drei Epochen starten (von links). (Bild: Urs Huwyler)

Die OK-Mitglieder Christiana Sutter, Liselotte Schlumpf und Andrea Allmann werden mit Ausrüstungen aus drei Epochen starten (von links). (Bild: Urs Huwyler)

KRUMMENAU. Holz- und Metallski der ersten Generation, Kleider wie zu Zeiten der legendären Toggenburger Kombinierer Niklaus Stump und Karl Schlumpf, Haselnuss-Skistöcke, modische Hüte statt Kappen, geschnürte Skischuhe und Bindungen, die wenig Sicherheit versprechen: Alles wird zu sehen sein beim ersten NostalSki-Rennen am Samstag auf der Wolzenalp. Das Material dürfte oft älter sein als die verkleideten Stemmbogen-, Telemark- und Rutsch-Piloten und -Pilotinnen.

Aus den Siebzigerjahren

Nostalgie-Skisport kommt allgemein wieder in Mode. So werden im österreichischen Leogang seit Jahren Weltmeisterschaften veranstaltet. Die Zeiten aus der Abfahrt (3,5 Kilometer nichtpräparierte Strecke, 1000 Meter Höhendifferenz) und dem Riesenslalom werden addiert. Derart wagemutig müssen die Teilnehmer beim Jubiläum der Sportbahn Krummenau-Wolzenalp – auf der präparierten Piste – nicht sein. «Es gilt, möglichst genau an die geschätzte Laufzeit heran zu kommen», erklärt OK-Mitglied Liselotte Schlumpf.

Mancher Neueinsteiger wird froh sein, wenn er die Kontrolltore aus der Nähe zu sehen bekommt. Holzski ohne Kanten sollen schon mal stur ihre eigene Ideallinie suchen. Auch das Abschätzen der Laufzeit birgt Tücken, weil die Strecke an bewirteten Skihütten vorbei führt. Freiwillige Boxenstops scheinen denkbar. «Es gibt unterwegs die eine oder andere Überraschung», verspricht Liselotte Schlumpf. Gerüchte besagen, ein Kontrolltor stehe in einem Stall, ein anderes neben einer Schneebar. Die flüssigen Zwischenmahlzeiten unterwegs sind in den 35 Franken Startgeld im Gegensatz zur Tageskarte nicht inbegriffen. Die Tochter des legendären Skispringers/Kombinierers Karl Schlumpf aus Unterwasser und langjährige Physiotherapeutin der Frauen-Skinationalmannschaft – während der Ära Vreni Schneider, Erika Hess, Maria Walliser, Michela Figini – wird mit dem Material ihres Vaters starten. Nach dem ersten Training zu schliessen, könnte sie das Ziel regulär erreichen. «Wir wollen», erklärt die Nostalgikerin, «auch die Entwicklung bei der Ausrüstung zeigen. Deshalb sind neben Holzski mit und ohne Kanten Metallski bis Jahrgang 1970 zugelassen. Damals kamen die Keilhosen in Mode.»

Materialschätze

Es soll sich beim ersten NostalSki-Tag um kein einmaliges Ereignis handeln. Denkbar, dass künftig jedes zweite Jahr für einige Stunden von der Carving- in die Holzklasse gewechselt werden kann. In den Haushalten dürften die Kästen allerdings nicht mit Winterkleidern aus vergangenen Zeiten gefüllt sein, im Keller oder auf dem Estrich Ski für das 50-Jahr-Jubiläum Wolzenalp aufbewahrt werden. «Dessen sind wir uns bewusst», sagt Liselotte Schlumpf, die mit Andrea Allmann und Christiana Sutter zusammen die Spassveranstaltung organisiert. Doch das Trio hofft, dass beim Durchforsten der Abstellkammern verborgene Materialschätze gefunden werden.

Eine Vision wäre für Liselotte Schlumpf und ihre Kolleginnen, die jahrzehntelange Entwicklung der einheimischen Skigeschichte auf der Wolzenalp zu dokumentieren. «Aus unserem Tal stammen neben erfolgreichen Sportlerinnen und Sportlern auch Skipioniere. Möglicherweise ergeben sich durch den NostalSki-Tag neue Perspektiven.» Auch jene Gegenstände, die von verschiedenen Toggenburgern ans Skimuseum Vaduz ausgeliehen wurden, sollten zurückkommen, nachdem Gründer und Sammler Noldi Beck 2014 verstorben und das Museum geschlossen worden ist. 2018 könnte der zweite NostalSki-Tag demnach eine Art Freiluftmuseum werden.

Bei der Premiere diesen Samstag, 12. März, kann Mann und Frau sich ab 8.30 Uhr bei der Talstation anmelden, um 10 Uhr folgt die Besichtigung mit Hangbefahren, und ab 11 Uhr versuchen sich grundsätzlich skierprobte Könner als Neo-Anfänger auf den Beinen zu halten.

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