NOS-Heimsieg für Mathias Bleiker?

Hochs und Tiefs erlebten die Obertoggenburger Schwinger während der letzten drei Monate nicht wenige. Ob der verletzte Nöldi Forrer am NOS-Teilverbandsfest in Gais starten kann, wird er erst heute Freitag nach dem Training entscheiden.

Urs Huwyler
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«Und bist du nicht willig...» wird die Devise für Nöldi Forrer am NOS-Teilverbandsfest in Gais lauten. (Bild: Urs Huwyler)

«Und bist du nicht willig...» wird die Devise für Nöldi Forrer am NOS-Teilverbandsfest in Gais lauten. (Bild: Urs Huwyler)

SCHWINGEN. Mit dem NOS-Teilverbandsfest in Gais beginnt für die Toggenburger Schwinger nach fünf Ostschweizer Kantonalen und zwei Bergfesten (Stoos/Schwarzsee) die wichtigste Phase vor dem Eidgenössischen in Burgdorf (31.8./1.9.). Noch haben die Bösen aus dem Schwingklub Wattwil aufgrund der Resultate Luft nach oben beziehungsweise die Gegner zu selten unten auf dem Boden. Die beiden kantonalen Kranzfestsiege durch die Steiner Urban Götte (Bündner-Glarner) und Nöldi Forrer im Thurgau (punktgleich mit Michael Bless/Daniel Bösch) lassen bisher im Tal der Könige kaum Euphorie aufkommen.

Ziele mehrmals verfehlt

Nöldi Forrer (total 114) und Urban Götte (75) konnten bisher vier Kränze gewinnen, der Krummenauer Köbi Roth (82) deren drei, Urs Abderhalden (Stein) deren zwei (36). Die Zahlen belegen, dass einzig der königliche Käsermeister Forrer (vier Starts) immer bekränzt zu Frau und Kind nach Hause zurückkehren konnte. Die anderen Familienväter verfehlten das Tagesziel zumindest einmal. «Irgendwie mangelt es bisher etwas an der Konstanz und es schleichen sich gegen schwächer eingestufte Schwinger zu viele Fehler ein», hat Nöldi I. festgestellt. «Aber», relativiert er die Zwischenbilanz, «bis Burgdorf dauert es noch zwei Monate. Da kann noch einiges geschehen.»

Nicht zu vergessen: Roman Bösch (Alt St. Johann), Beat Wickli (Ennetbühl), Fabian Holenstein (Dietfurt), Bruno Näf (Hemberg) und Simon Wiederkehr (Nassen) haben 2013 ebenfalls schon einen Kranz gewonnen.

Starke Gäste

Nöldi Forrer verletzte sich im NOS-Training gegen Tobias Krähenbühl an der obersten Rippe. Seither beherrscht die Frage «Ist sein Start am NOS möglich oder nicht?», die Stammtisch-Diskussionen. «Wenn es irgendwie geht, werde ich es versuchen. Es geht mir von Tag zu Tag besser», strahlt der König von 2001 so etwas wie Zuversicht aus. «Ich werde mich zu 100 Prozent einsetzen, aber nicht 100prozentig einsatzfähig sein.» Risiken dürfte er im Hinblick auf die nächsten Wochen keine eingehen. Das Appenzeller Kantonale, das Südwestschweizer Teilverbandsfest und das Bergfest auf dem Weissenstein folgen im Wochentakt. Eine verschleppte Verletzung wäre vor dem Saisonhöhepunkt das Letzte, was der Mitfavorit braucht. Bereits vor drei Jahren in Frauenfeld litt er sich durch die beiden Wettkampftage. «Das NOS ist unser Heim-Fest. Und die Gäste sind mit den Bernern Thomas Zaugg und Mathias Siegenthaler, den Innerschweizern Christian Schuler und Adi Laimbacher oder den Gebrüdern Thürig stark vertreten. Da muss jeder in die Hosen, damit der Sieg bei uns bleibt.»

Bleikers Abschied

Urban Götte, Köbi Roth und Urs Abderhalden werden wichtige Eckpfeiler der NOS-Festung sein. Das Bergfest am Schwarzsee wurde zwar von den Bernern dominiert, aber Köbi Roth stellte im Anschwingen mit König Kilian Wenger. Zu den «Götte-Geschädigten» gehörten Beat Clopath, Beni Notz, Edi Philipp oder der verletzte Stefan Burkhalter. Urs Abderhalden klassierte sich schon vor Nöldi Forrer oder Andy Büsser. «Vieles ist eine Kopfsache und damit des Selbstvertrauens», fügt Nöldi Forrer an. Nach all den Hochs und Tiefs im Laufe der Zeit lässt er sich durch die eine oder andere Niederlage nicht mehr aus dem Konzept bringen.

Schmerzliche Niederlagen kassierten die Einheimischen sowohl am letzten NOS als auch auf der Schwägalp durch die Berner Matthias Sempach/Thomas Zaugg (trifft im Anschwingen auf Forrer). Diesmal sollten die Gäste schon deshalb zu «Sägemehl-Schmöckern» werden, weil der Technische Leiter Mathias Bleiker (Ebnat-Kappel) zum letzten Mal an einem NOS der Einteilung vorsteht. Nach dem Eidgenössischen wird er das Amt abgeben. «Neun Jahre sind genug», sagt Mathias Bleiker. «Nach so langer Zeit gibt es gewisse Abnützungserscheinungen.» Eines darf er sich sicher sein: Nicht nur die Toggenburger werden alles daran setzen, dass es zum Abschied einen NOS-Heimsieg gibt.