Nochmals zwei Jahre Verkehrsstau?

Leserbrief zur Sanierung der Ebnaterstrasse

Werner Bucher, Ebnaterstrasse 26, 9630 Wattwil
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Im Jahr 2013 haben gemäss offizieller Statistik des kantonalen Tiefbauamts fast 3,4 Millionen Fahrzeuge die Ebnaterstrasse befahren, was einem Tagesdurchschnitt von mehr als 9200 Fahrzeugen entspricht, Spitzenwert: fast 15 000 Fahrzeuge. In der Annahme, dass der Verkehr nachts zwischen halb eins und halb fünf grösstenteils ruht, ergibt dies von morgens früh bis nach Mitternacht alle acht Sekunden (!) ein Fahrzeug – Tag für Tag und Woche für Woche. Da braucht es wenig Phantasie, um sich die Konsequenzen auszumalen, wenn während zweier Jahre sowohl die Löwenkreuzung als auch die Ebnaterstrasse bis ins Dorf mit Bauarbeiten blockiert werden: Staus talaufwärts über Ulisbach hinaus und talabwärts bis zum Bahnhofplatz und auf der Wilerstrasse. Unzählige Ausflugstouristen ins Obertoggenburg, denen Wattwil in schlechter Erinnerung bleiben wird; Dutzende Pendler, die tagtäglich ihre Züge nach St. Gallen, Wil und Rapperswil verpassen werden, weil Postautos und BLWE-Busse ebenfalls im Stau stehen und deshalb einige Minuten zu spät beim Bahnhof eintreffen. Unter diesen Umständen erscheint es wenig verantwortungsvoll gegenüber Anwohnern und Arbeitspendlern sowie Autofahrern aus nah und fern, die Ebnaterstrasse verbauen zu wollen, solange sich der Durchgangsverkehr ins Obertoggenburg auch noch durchs Dorf drängt. Die von Kanton und Gemeinde gewählte Reihenfolge ist falsch, richtig wäre: Zuerst die Umfahrungsstrasse Richtung Ebnat-Kappel bauen und die Ebnaterstrasse und den Dorfplatz erst dann neu gestalten, wenn der Durchgangsverkehr ins Obertoggenburg auf die neue Umfahrungsstrasse verlagert werden kann. Schon beim Neubau des Kreisels und der Tiefgarage beim Bahnhof und der Rietsteinbrücke wurden uns längere chaotische Verkehrsverhältnisse zugemutet. Auch wenn Gemeinderat und Kantonsplaner dies anders sehen, eine Neugestaltung der Ebnaterstrasse mit nochmals zweijährigem Verkehrsstau ist unsinnig, wenn nicht vorher die Umfahrungsstrasse realisiert und auch der Dorfplatz miteinbezogen werden. Deshalb am 18. Mai ein Nein in die Urne.

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