Nochmals Doppelspur

Im Vorfeld der bevorstehenden Abstimmung über die Linienführung der Appenzeller Bahn auf dem Gebiet Dorf Teufen wird zurzeit das Thema aus vielseitigen Aspekten betrachtet.

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Im Vorfeld der bevorstehenden Abstimmung über die Linienführung der Appenzeller Bahn auf dem Gebiet Dorf Teufen wird zurzeit das Thema aus vielseitigen Aspekten betrachtet. Im Zusammenhang einer Doppelspurlösung und dem Viertelstundentakt der Bahn fehlt mir im Speziellen der Aspekt des Nutzens und Vorteils sowie deren Nutzniesser und Betroffenen dieser Variante.

Der Nutzen eines Viertelstundentakts ist wohl nicht ganz zu bestreiten, obwohl ich bezweifle, ob die Nachfrage wirklich vorhanden ist und die Folgen für das Gebiet Dorf Teufen zu rechtfertigen sind, denn die Folgen werden die heutigen Probleme logischerweise mindestens verdoppeln, es werden keine Probleme gelöst werden. Wir dürfen uns auch fragen, ob wir zu Gunsten der übrigen Nutzniesser des Vorteils eines Viertelstundentaktes, vor allem die Gemeinden Gais und Appenzell, das Dorfzentrum opfern wollen, und dabei das eigentliche Problem des gemischten Verkehrs im Dorf noch verschlimmern.

Ich habe den Eindruck, wir haben eigentlich zu Fragen, welche die Bahn betreffen, nichts zu sagen, auch nicht ob wir den Viertelstundentakt wollen, das heisst entweder Doppelspur oder Tunnel.

Die Erfahrung zeigt, je mehr Verkehrsbewegungen, umso grösser die Wahrscheinlichkeit von Kollisionen und Unfällen, das verhindern auch mehr Signale, Schranken etc. nicht.

Deshalb sollten wir wieder etwas mehr Wagemut zeigen und uns für die Tunnelvariante einsetzen, auch wenn das uns etwas kostet.

Ich bedaure, dass heute, im Gegensatz zur Zeit unserer Vorväter, so wenig Wagemut und Weitblick gezeigt wird, eine Lösung mit Zukunft anzustreben. Ich jedenfalls stimme für eine Tunnellösung und hoffe auf viele Gleichgesinnte, der Gemeinderat ist offensichtlich einstimmig anderer Meinung.

Edwin Schütz, Blattenstrasse 25, 9052 Niederteufen

Nein zum Tunnelkredit Teufen

Der Tunnel mag die optimalere Variante sein, aber finanzpolitisch betrachtet ist dessen Kosten-Nutzen-Verhältnis sehr problematisch. Damit wäre unsere Gemeinde über Jahre bei anderen, ebenso nachhaltigen Investitionen eingeschränkt, wenn nicht gar blockiert. Wollen wir das? Was wäre, wenn… die Tunnellösung angenommen würde? Ein nächster Schritt wäre die Abstimmung zur Erhöhung des Gemeindesteuersatzes. Eine Zustimmung läge hier noch im Rahmen des Möglichen.

Zudem müssten das Kantonsparlament und sehr wahrscheinlich die Ausserrhoder Stimmbevölkerung über den Restbetrag von momentan festgelegten fünf Millionen Franken abstimmen. Es ist wohl kaum anzunehmen, dass das kantonale Stimmvolk einem gemeindeinternen Projekt von Teufen, der mit Abstand steuergünstigsten Gemeinde, zustimmen würde. Wir stünden dann vor der Frage diesen Betrag auch noch zu übernehmen, das heisst 35 Millionen Franken plus 86 Prozent allfälliger Mehrkosten. Wie wird dann die Gemeinde entscheiden?

Ich behaupte, dass wir schlussendlich so oder so die Doppelspur bauen werden, eventuell einfach mit zwei Jahren Verzögerung. Während dieser Zeit wäre die Planungsunsicherheit bei anderen wichtigen Infrastrukturprojekten mit bedeutend besserem Kosten-Nutzen-Verhältnis sehr gross.

Entscheiden wir uns lieber jetzt für die Doppelspur, das heisst Ablehnung des Tunnelkredits, und setzen uns ein für eine optimale Gestaltung der Dorfstrasse (Lustmühle bis Dorf) und des Dorfplatzes, allenfalls sogar mit einer Erhöhung des dafür notwendigen Kredits. Den finanziellen Spielraum hätten wir dann allemal.

Wir brauchen eine realistische Lösung und keine endlose Geschichte.

Peter Frommenwiler, Untere Böhlstrasse 5, 9052 Niederteufen

Ein überzeugendes Ja zum Tunnel

Im Jahre 1992 entschieden die Teufner Stimmbürger an der Urne über die Tunnelierung der AB im Dorfkern. Die ehemalige Gruppe «Pro Tüüfe» verhinderte die Entflechtung von Bahn und Strasse, obwohl ein Bundesbeitrag an die Gesamtkosten von 86 Prozent zugesichert war. Heute sagen dieselben Personen, es sei falsch gewesen; es sei jedoch nicht verboten, gescheiter zu werden.

Heute versucht die IG Teufen, unterstützt von einigen negativen Politikern der FDP und des Gewerbes, eine zukunftsgerichtete Lösung zu verhindern, nur weil die Last für Teufen grösser geworden ist. Seit über 50 Jahren wird diskutiert und gestritten und dabei vergessen, dass es höhere Werte gibt als Geld!

Opfern wir nicht unser wohnliches, erlebniswertes Dorf zu Gunsten eines kurzfristigen finanziellen Vorteils. Teufen ist in der Lage, sich – mit einer streng überwachten Finanzpolitik – die Tunnelierung zu leisten.

Walter Hohl, Wettersbüelweg 30, 9053 Teufen

Tunnelkredit Teufen

Der Leserbrief von Herrn Bleuler vom 3.1.15 spricht uns und wohl auch zahlreiche weitere Dorfbewohner an.

Für mehr Lebensqualität können wir gemeinsam finanzielle Opfer bringen. Mit einer Erhöhung unseres sehr tiefen Steuerfusses, der bekanntlich nicht nur Vorteile bringt, können wir ein überfälliges Projekt realisieren, das Alt und Jung wieder erlaubt, sich länger als nur für das Nötigste im Dorfzentrum aufzuhalten. Dies wird zu einer neuen gewerblichen und kulturellen Betriebsamkeit führen, die auch regional sehr geschätzt würde. Wir denken, dass uns jetzt weder Zeitdruck noch fehlende Finanzen von einem mutigen, zukunftsgerichteten Entscheid abhalten dürfen.

Annemarie und Tony Tischhauser, Sonnenbergweg 1299, 9053 Teufen

Regierungsratswahlen– sie unterscheiden sich sehr wohl!

In den vergangenen Wochen wurde in den Medien immer wieder gesagt, es gäbe kaum Unterschiede zwischen den drei Regierungsratskandidaten. Diese gibt es jedoch sehr wohl. Die drei Kandidaten unterscheiden sich deutlich in ihren beruflichen Erfahrungen, im Alter und in ihren Kompetenzen: Wir haben einen Gemeindepräsidenten mit Fähigkeiten im Bauwesen, im weiteren einen Landwirt mit Interessenschwerpunkt Wirtschaft sowie eine junge und erfahrene Fachfrau aus dem Bildungswesen, die Prorektorin des Gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrums St. Gallen mit Schwerpunkt Pädagogik und Bildung. Auch altersmässig gehören die Kandidaten (54 und 47) und die Kandidatin (43) unterschiedlichen Generationen an. Und im Bereich der Führungserfahrung unterscheiden sich die drei Kandidaten ebenfalls deutlich – nicht alle Kandidaten bringen die gleichen Führungskompetenzen mit.

Am 8. März 2015 wird das Ausserrhoder Regierungsgremium auf fünf Regierungsmitglieder verkleinert. Drei bisherige Regierungsräte und die amtierende Frau Landammann stellen sich zur Wiederwahl – womit das Schwerpunktdepartement Bildung neu zu besetzen ist.

Es ist nun an den Ausserrhoder Wählerinnen und Wählern, ihre Auswahl zu treffen und das neue, fünfköpfige Regierungsratsgremium mit den nötigen Erfahrungs- und Fachkompetenzen und einer zukunftsweisenden und angemessenen Alters- und Geschlechterstruktur auf die neuen Aufgaben auszurichten. Sie haben die Möglichkeit, zwischen jüngerer oder älterer Generation, Mann oder Frau auszuwählen. Ebenso haben sie die Wahl, die Führung des Bildungsdepartements mit professioneller pädagogischer Ausbildung und Leitungserfahrung oder einem Quereinsteiger zu besetzen.

Mit der Wahlempfehlung für Monica Sittaro in den Regierungsrat, setze ich mich für professionelle Bildungskompetenz, eine durchmischte Altersstruktur und eine ausgewogenere Geschlechterstruktur im neuen Regierungsrat ein.

Richard Wiesli, Kantonsrat, Gremmstrasse 33, 9053 Teufen