NIEDERTEUFEN: Ära «Hörler Schwanen» läuft aus

Monika und Harry Hörler empfangen am Freitag, 23. Juni, letztmals ihre Gäste. Wie es in Zukunft in dieser heimeligen Gaststube weitergeht, steht einstweilen in den Sternen.

René Bieri
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Nehmen demnächst Abschied vom «Schwanen» Niederteufen: Monika und Harry Hörler. (Bild: René Bieri)

Nehmen demnächst Abschied vom «Schwanen» Niederteufen: Monika und Harry Hörler. (Bild: René Bieri)

René Bieri

redaktion@appenzellerzeitung.ch

Er gehört zu den Aushängeschildern der Appenzeller Gastronomie: der «Schwanen» in Niederteufen, gelegen an der Staatsstrasse Stein–Niederteufen, unweit entfernt von der Gmündentobelbrücke. Eigentlich wäre heuer das 10-Jahr-Jubiläum fällig gewesen. Umso mehr wird die Überraschung bei den vielen Stammgästen gross sein, wenn sie dieser Tage aus der Zeitung von der Ankündigung erfahren, dass Monika und Harry Hörler sich entschlossen haben, die Gäste am Freitag, 23. Juni 2017, letztmals zu bedienen. Und ebenso wird die treue, überaus grosse Kundschaft diese Meldung mit dem Ausdruck des Bedauerns zur Kenntnis nehmen. «Aber», so Monika Hörler, «der Zeitpunkt ist perfekt gewählt, uns nach zehn Jahren vom Schwanen zurückzuziehen.»

Wie es in Zukunft in dieser wunderschönen, heimeligen Gaststube weitergeht, steht einstweilen in den Sternen. Monika und Harry Hörler werden indessen alles unternehmen, dass der «Schwanen» am Leben erhalten bleibt, das Lokal mit frischen Kräften weitergeführt wird und die Appenzeller Gastronomie bereichert.

Hackbraten und Mistchratzerli

Monika Hörler, die exzellente Köchin, suchte schon lange eine Herausforderung und machte 2007 ihr Hobby zum Beruf. Das Restaurant Schwanen, lange Zeit als Pizzeria genutzt, bot die ideale Plattform zur Verwirklichung ihres Wunsches. Vorerst ausschliesslich von Kräften weiblichen Geschlechts betrieben, fand bald schon ihr Ehemann Harry Hörler Gefallen in der Küche. Das verborgene Talent wusste mit der Kelle am Herd umzugehen und wechselte schliesslich hauptberuflich von der Baubranche in die Gastronomie. Doch nicht nur die Küche ist sein Revier geworden. Ganz besonders stolz ist Harry Hörler auf seinen legendären Weinkeller, der vor allem auch ältere Bordeaux- und Burgunder-Preziosen lagert, wie man sie heutzutage in unserer Region eigentlich nur selten findet. Nicht zu vergessen seien die vorzüglichen, mehrfach ausgezeichneten Herrschäftler, die ihr Sohn Silas produziert.

«Auf der richtigen Schiene gefahren»

So begrüsst das Ehepaar Hörler, ein eigentliches «Dream Team», seit Jahren schon die Gäste in seinen Lokalitäten. Und es wurden mehr und mehr. «Wenn ich daran denke, dass der Kreis der Stammgäste rasch immer grösser wurde und heute vom Rheintal bis an den Zürichsee reicht, so gibt uns dies doch die Gewissheit, dass wir auf der richtigen Schiene gefahren sind», ist Monika Hörler überzeugt. Was nichts anderes hiess, als am Bewährten festzuhalten. So gehören der hausgemachte Hackbraten und die Mistchratzerli seit Beginn der Ära Hörler zu den absoluten Rennern des Hauses. Doch nicht nur das: Wenn Gäste die Gaststube betreten, gilt der erste Blick zur grossen Schiefertafel, die täglich Neues aus der Küche auflistet.

Nun ist am bevorstehenden 23. Juni Schluss. Monika und Harry Hörler wissen, dass in dieser verbleibenden Zeit noch einmal viele Gäste vorbeischauen werden. Was ihnen Gelegenheit geben wird, Danke für ihre Treue zu sagen. Oder umgekehrt auch den Dank für ihre Gastfreundschaft entgegennehmen zu ­dürfen.

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