Niederlage im ersten Heimspiel

Volley Toggenburg war am Mittwoch beim ersten Heimspiel der Saison bemüht, kämpfte um jeden Ball, trotzdem war gegen das Starensemble von Vizemeister Volley Köniz kein Kraut gewachsen. Die Bernerinnen zeigten kaum Schwächen.

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Der Wattwiler Thuri Dürr (Mitte) leitete als Schiedsrichter während 35 Jahren mehr als 1500 Partien und erhielt als Anerkennung eine goldene Pfeife. (Bild: Reinhard Kolb)

Der Wattwiler Thuri Dürr (Mitte) leitete als Schiedsrichter während 35 Jahren mehr als 1500 Partien und erhielt als Anerkennung eine goldene Pfeife. (Bild: Reinhard Kolb)

VOLLEYBALL. Das Berner Team ist seit Jahren ein sicherer Wert im Kampf um die Spitze im Schweizer Frauenvolleyball. Mit einem offiziellen Budget von 800 000 Franken liegt das Team zwar deutlich hinter Voléro Zürich, ist aber von den Finanzen her klar zweitstärkste Macht.

Gute Wahl bei Transfers

Auch bei den Transfers scheint man in dieser Saison eine gute Wahl getroffen zu haben. Vor allem die sprunggewaltige Topskorerin Dos Santos, mit brasilianischen Wurzeln, stach dabei aus dem Kollektiv heraus. Sie wurde immer wieder von der cleveren Zuspielerin Gogic mustergültig eingesetzt und liess der Toggenburger Verteidigung mit ihren harten Smashes meist keine Chance. Doch Volley Toggenburg konnte sich nicht nur auf eine Angreiferin konzentrieren: Daneben standen Volley Köniz noch weitere vier ausländische Ausnahmekönnerinnen im Angriff zur Verfügung, unter anderem die routinierte tschechische Nationalspielerin Frankova. Neben den ausländischen Powerfrauen komplettieren die drei Schweizer Nationalspielerinnen Schauss, Sirucek und Belotti das hochkarätige Kader von Volley Köniz.

Keine Experimente des Trainers

Der holländische Trainer Abbing schien das Spiel möglichst schnell gewinnen zu wollen, denn er wechselte seine zweite Zuspielerin Trösch erst im dritten Satz beim Stand von 13:8 ein. Sonst spielte er praktisch voll mit der Stammsechs durch. Das war auch der Hauptgrund, warum Volley Toggenburg kaum ins Spiel kam. Es war unglaublich schwierig, gegen einen so hohen Block und eine sauber gestellte, äusserst flinke Feldabwehr Punkte zu erspielen. Köniz verteilte wahrlich keine Geschenke in der Rietsteinhalle. Das musste man auf Toggenburger Seite akzeptieren. Trotzdem kämpfte das einheimische Team wacker um jeden Punkt und liess den Kopf auch in schwierigen Situationen nicht hängen.

Tolle Lichtblicke

Volley Köniz startete furios in die Begegnung und liess keinen Zweifel offen, wer am Mittwochabend als Sieger die Rietsteinhalle verlassen wird. Sofort setzte sich der Favorit mit 4:15 Punkten ab. Mit vier starken Services von Vivian Guyer konnte Volley Toggenburg im ersten Durchgang dann doch noch gute 14 Punkte zum Schlussresultat schreiben. Im zweiten Satz spielte Köniz dann nicht mehr so konsequent. Die Wattwilerinnen hielten beherzt mit und lagen beim ersten technischen Time-out erst mit 6:8 in Rückstand. Dann legten die Bernerinnen aber einen konsequenten Zwischenspurt ein und liessen das Heimteam kaum zu Punkten kommen. Die gesundheitlich angeschlagene Fedosova kam an die körperlichen Grenzen und konnte auf Seiten von Volley Toggenburg keine Akzente mehr setzen. So ging der zweite Satz leider allzu klar mit 11:25 an die Gäste. Umso erfreulicher war es, wie die erst 15jährige Jasmine Fiechter aus dem eigenen Nachwuchs zum Teil völlig respektlos gegen die gegnerischen Topspielerinnen antrat und einige schöne Schnellangriffe versenkte. Auch die neue Zuspielerin Vivian Guyer bot im zweiten NLA-Spiel eine erstaunliche Leistung und wurde am Schluss der Partie sogar als beste Spielerin des Heimteams ausgezeichnet. Es wäre aber falsch, nur die zwei Youngsters aus dem Team positiv zu erwähnen. Volley Toggenburg überzeugte durch ein funktionierendes Kollektiv, das sich gegenseitig auch unter extremen Drucksituationen antreibt. Schwächephasen von einzelnen Spielerinnen werden akzeptiert, und man versucht, sich gegenseitig zu helfen, wo immer es geht. Das sind sicher tolle Lichtblicke, die Lust auf mehr Volleyball in der Rietsteinhalle machen. Im dritten Satz erkämpfte sich Volley Toggenburg so immerhin wieder 17 Punkte. Wenn das Team weiter so Fortschritte macht, liegen Satzgewinne gegen Teams der hinteren Regionen sicher drin.

U23-Qualifikation

Am kommenden Sonntag, dem 25. Oktober, steht in Wattwil das Qualifikationsspiel der U23-Juniorinnen für die interregionalen Ausscheidungsturniere auf dem Programm. Um 11 Uhr spielt Volley Toggenburg gegen Smash Winterthur, um 15 Uhr findet dann die entscheidende Begegnung der Wattwilerinnen gegen den STV St. Gallen statt.

Nur der Sieger kann sich weiter Hoffnungen auf eine Teilnahme an den Schweizer Meisterschaften machen. (pd)

Matchtelegramm: Volley Toggenburg – Volley Köniz 0:3 (14:25, 11:25, 17:25) Volley Toggenburg: Leslie Betz, Miriam Reiser, Nora Terinieri, Marina Schneider, Jasmine Fiechter, Stefania Sommer, Valeriya Fedosova, Vivian Guyer. Coach: Marcel Erni. Volley Köniz: E. Bento, S. Belotti, A. Januario dos Santos, R. de Jesus Benedito, P. Schauss, J. Gogic, E. Wilson, M. Frankova, S. Trösch, L. Sirucek, X. Staffelbach. Coach: Johann Abbing. Spieldauer: 66 Minuten (23, 20, 23) 200 Zuschauer Schiedsrichter: Yves Kälin und Matthias Wüthrich