Niederlage als Mutmacher

Kirchberg steht nach zwei Niederlagen in zwei Spielen unter dem Strich. Dennoch überwog nach dem Schlusspfiff die Zuversicht beim Heimteam.

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FUSSBALL. Die Stimmung nach dem Schlusspfiff hatte etwas Paradoxes. Kirchberg hatte erneut verloren, der Saisonstart ist mit null Punkten aus zwei Spielen faktisch missglückt. Und doch war so etwas wie Zufriedenheit zu spüren im noch auf dem Rasen gebildeten Mannschaftskreis. «Darauf lässt sich aufbauen», lautete dort ein mehrfach gesagter Satz. Es war im ersten Heimspiel für Kirchberg darum gegangen, sich selbst zu zeigen, dass man als Mannschaft bereit ist zu kämpfen, ein unangenehmer Gegner zu sein, solidarisch zu spielen. Dieser Gegner war Bronschhofen, einer der meistgenannten Aufstiegskandidaten. Ein Kaliber also, das für Kirchberg gerade recht kam. Denn an starken Gegnern vermag diese Mannschaft zu wachsen, den Beweis dafür hat sie in der Vergangenheit schon mehrfach erbracht.

Fast identische Formation

Trainer Bosshart vertraute, in leicht geänderter Formation und bis auf die beiden Aussenverteidigerpositionen, den gleichen Spielern, die unter der Woche in Weinfelden kollektiv versagt hatten. Die ersten Sekunden nach dem Anpfiff liessen auf den ersten Kirchberger Blick erneut nichts Gutes erahnen. Bronschhofen zog ein wunderbares Passspiel auf, präzise und flüssig, so dass Kirchberg vorerst nur mit Verschieben beschäftigt war. Wie bei Barcelona sollte das scheinbar laufen bei Bronschhofen, sich den Gegner zurechtlegen, bis er die Lücke gewährt und die dann schonungslos ausnutzen. Wer allerdings genau hinschaute, konnte schon in diesen Szenen erkennen, dass die Gelb-Schwarzen diesmal bereit waren. Das Verschieben klappte, die Spieler kommunizierten gut untereinander, und für Bronschhofen tat sich die besagte Lücke nicht auf. Weil Kirchberg im Mittelfeld hartnäckig störte, sah sich der Favorit bald genötigt, mit weiten Bällen zu agieren. Eine Kunst, die Bronschhofen dank schneller Flügel und guter Langschläger zwar ebenfalls beherrscht. Doch auch hier hatte Kirchberg mit Abräumer Kellenberger und abgeklärten Verteidigern zunächst ein Gegenmittel. So bedurfte es denn wieder einer Fehlerkette, damit Bronschhofen das 0:1 gelingen konnte. Ein Stürmer spritzte in eine verunglückte Rückgabe von Schweizer und drang so in den Strafraum ein. Dort vertändelten Sewo und Rohner den Ball an Schwager, welcher eiskalt zuschlug. Bronschhofen blieb nach der Führung die gefährlichere Mannschaft, besonders über die Flügel kamen die Gäste immer wieder gefährlich vors Tor. Doch besonders bei Standards kam Kirchberg dem Ausgleich einige Male nahe. In der zweiten Halbzeit kam dann auch noch Pech dazu, als Kirchberg seine grösste Ausgleichschance hatte. Nach schöner Ballstafette in der wieder spielfreudigen Kirchberger Offensive kam der starke Kuhn frei vor Hagmann zum Abschluss, sein satter Abschluss prallte jedoch von der Unterkante der Latte zurück ins Feld. Das entscheidende 0:2 fiel dann nach einem Bronschhofener Konter in der 73. Minute. Hagmann schaltete nach einem gepflückten Freistoss schnell und lancierte Kaiser, welcher überlegt zu Bortoluzzi quer legte. Und dieser zimmerte den Ball aus 18 Metern über Iten hinweg unter die Latte.

Kurze Verschnaufpause

Die Bosshart-Elf bekommt nur eine kurze Verschnaufpause. Morgen Mittwoch geht es um 20 Uhr auf der Sonnmatt gegen Zweitligist Wängi darum, den Oberklassigen aus dem Cup zu schmeissen. (pd)

Matchtelegramm: FC Kirchberg – SC Bronschhofen 0:2 (0:1) – Sonnmatt – 50 Zuschauer – SR Schmid – Tore: 18. Schwager 0:1, 73. Bortoluzzi 0:2 – FC Kirchberg: Iten; Nagel, Dal Molin, Rohner, Schweizer; Sallahu, Kellenberger, Sewo, Kuhn, Wyrsch: Bürge (79. Schefer). FC Bronschhofen: Hagmann; Schwager, Ott, Petrovic, Wild (55. Cavegn); Bortoluzzi, Maier, Kliebens, Freid (82. Näf); Kaiser; Nater (75. Dancic) – Gelbe Karten: 37. Bortoluzzi, 42. Schwager, 68. Kellenberger, 72. Nater, 89. Kliebens, 90. Kaiser, 90. Näf – Kirchberg ohne: Marro, Nüesch (verletzt), Holenstein (2. Mannschaft), Gähwiler, Brändle (Ferien), Widmer (Armee), Jenny (beruflich abwesend).