Nicks Traum vom Weltcup

Nick Spörri aus Niederteufen gehört national zu den fünf besten Skirennfahrern seines Jahrgangs. Nun will er auf eine Karriere im Skisport setzen. Heute misst sich der 14-Jährige im deutschen Oberjoch mit der internationalen Konkurrenz.

Michael Genova
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Skisport und Eishockey: Lange pendelte Nick Spörry zwischen diesen beiden Sportarten. (Bild: mge)

Skisport und Eishockey: Lange pendelte Nick Spörry zwischen diesen beiden Sportarten. (Bild: mge)

SKI ALPIN. Am Kopfende des Betts stehen auf einem Wandbrett bestimmt 20 Pokale, darunter hängen nochmals so viele Medaillen. «Hier habe ich noch weitere», sagt Nick Spörri und wühlt in einem Hängekorb. Erst kürzlich fuhr der 14-Jährige aus Niederteufen bei einem nationalen Vergleichswettkampf auf den vierten Rang, für einen Podestplatz fehlten ihm lediglich acht Hundertstelsekunden. Damit war er Schnellster seines Jahrgangs.

Sportgymnasium als Ziel

«Lange habe ich mich gefragt, ob ich mich für Eishockey oder das Skifahren entscheide», sagt Nick Spörri. Als der Trainingsaufwand immer grösser wurde, fiel seine Wahl schliesslich auf den Skisport. «Die Lust war grösser – ich bin im Freien und nicht immer in der Eishalle.» Nick ist zwar erst 14 Jahre alt, doch sein Ziel ist klar: der Skiweltcup. «Ich will im Sport etwas erreichen.»

Zurzeit besucht er in Teufen die Sportschule Appenzellerland. Mit fünf weiteren Sportschülern ist er in eine Regelklasse der Sekundarschule Teufen integriert. So erhält er den Freiraum, um sein sportliche Karriere voranzutreiben. Nun steht der nächste Schritt bevor: Nick bewirbt sich gerade am Sportgymnasium in Davos. Mit der Kantonsschule Trogen habe die Familie zwar auch Gespräche geführt, doch im Appenzellerland fehle die Infrastruktur für den Skisport, sagt Vater Werner Spörri. «Der zeitliche Aufwand und der Druck auf Nick würden zu gross.»

Das Sportgymnasium in Davos ist eine von drei offiziellen Sportschulen des Schweizer Skiverbands. Die Matura dauert ein Jahr länger, dafür haben die Schüler genügend Zeit, für ihre Trainings. Auch das nahe Skigebiet ist ein Vorteil: «Man kann im Haus die Skischuhe anziehen und ist in fünf Minuten auf der Piste», so Nick.

«Nick, ein Renntyp»

In seinem Vater hat Nick einen wichtigen Berater. Ende der Achtzigerjahre schaffte es Werner Spörri ins A-Kader der Weltcup-Fahrer. Er stammt aus dem zürcherischen Fischenthal, wo sich ein kleines Skigebiet befindet. Aus der Gemeinde kommen auch die Snowboarder und Olympiamedaillengewinner Philipp und Simon Schoch. Vater und Sohn sprechen über den internationalen Ländervergleichs-Wettkampf im deutschen Oberjoch, an dem er heute im Slalom startet. «Ich freue mich, nervös bin ich nicht», sagt Nick. Der Vater lobt seine sportlichen Qualitäten. «Ja, du bist ein Renntyp.» Nick könne Tips und technische Anweisungen gut aufnehmen und umsetzen, sagt Werner Spörri.

Vorbild Kristoffersen

Für den Sport verzichtet Nick Spörri auf viel. Meist fehlt die Zeit, um mit Freunden auszugehen oder einfach zum Plausch mit den Freestyle-Ski im Tiefschnee zu fahren. Sich für die Trainings zu motivieren, fällt ihm nie schwer. Vater Spörri sorgt dafür, dass dabei das Lernen nicht auf der Strecke bleibt: «Uns ist auch die Schule wichtig, denn in Nicks Alter ist man im Skisport noch niemand.» Sollte es mit der Karriere nicht klappen, hat Nick einen Plan B: Sportreporter sei ein reizvoller Beruf. Im vergangenen Jahr schrieb Nick für die «Tüüfner Poscht» einige Beiträge. Doch vorerst steht der Sport im Vordergrund. Nick eifert seinem grossen Vorbild Henrik Kristoffersen nach. Warum Kristoffersen? Der norwegische Skirennfahrer wurde mit seinen 20 Jahren in Sotschi zum jüngsten Alpin-Medaillengewinner bei Olympischen Winterspielen.

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