Schaukeln stehen still: Wegen der Coronakrise werden verschiedene Kinderspielplätze in Ausserrhoden geschlossen

Teufen und Speicher schliessen wegen der Coronapandemie ihre Kinderspielplätze. Andere Ausserrhoder Gemeinden sehen darin noch keine Notwendigkeit.

Alessia Pagani
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Die Gemeinde Herisau hat ihren grössten Spielplatz wegen der Coronapandemie geschlossen.

Die Gemeinde Herisau hat ihren grössten Spielplatz wegen der Coronapandemie geschlossen.

Bild: Alessia Pagani

Die Gemeinde Teufen verlässt sich nicht einzig und alleine auf die bundesrätlichen Vorgaben zum Schutz der Bevölkerung, sondern trifft weiterführende Massnahmen. Wie die Mittelländer Gemeinde verlauten liess, hat sie vergangene Woche alle Spielplätze auf dem Gemeindegebiet geschlossen. Die Verantwortlichen berufen sich dabei auf die Verordnungen des Bundesrats, wonach sämtliche Freizeitbetriebe und Sportstätten wegen der Coronapandemie ihren Betrieb einstellen mussten. Aber: Wenn nicht jetzt, wann dann würde sich das Spielen im Freien anbieten? Die Tage werden länger und Zeit haben die Kinder wegen der unterrichtsfreien Zeit genügend. Doch ist ein Spielplatzbesuch überhaupt noch erlaubt? Diesbezüglich herrscht teilweise Unklarheit. Es sei gesagt: Eltern können beruhigt sein. Noch dürfen die Kleinen weiterhin auf Spielplätzen verweilen. Doch auch hier gilt: die Anzahl Personen darf fünf nicht überschreiten. Zudem sind die Empfehlungen betreffend Hygiene und Abstand halten (Social Distancing) auch hier soweit als möglich einzuhalten, so der dringliche Appell des Bundesrats.

Herisau schliesst grössten Kinderspielplatz

Die Thematik beschäftigt noch weitere Ausserrhoder Gemeinden. Speicher hatte noch Mitte vergangener Woche eine Schliessung der Kinderspielplätze verneint. Wenige Tage danach entschied sich die Gemeinde alle öffentlichen Anlagen inklusive Kinderspielplätze zu schliessen. Den Grund nennt Gemeindepräsident Paul König:

«Noch immer gibt es Menschen, die sich nicht an die Verhaltensregeln halten.»

Die Gemeinde Herisau wählt einen Mittelweg. So wurde vergangene Woche der grösste Spielplatz – der Generationenspielplatz beim Sportzentrum – ebenfalls geschlossen. Grund für die Massnahme ist eine erhöhte Ansteckungsgefahr. Gemeinderat Glen Aggeler erklärt:

Glen Aggeler, Gemeinderat Herisau

Glen Aggeler, Gemeinderat Herisau

PD
«Es gibt Tage, an denen bis zu 100 Personen und mehr auf dem Spielplatz sind. Solche Ansammlungen sind momentan wirklich zu vermeiden».

Was bei den Überlegungen mitgespielt habe, ist die Tatsache, dass der Spielplatz auch viele Auswärtige anzieht. Nebst dem Generationenspielplatz gibt es in Herisau noch sechs weitere grosse und unzählige kleine Spielplätze. Diese bleiben vorerst geöffnet. «Wir haben nichts dagegen, dass die Kinder draussen spielen. Im Gegenteil: Sie sollen noch draussen spielen dürfen.» Aggeler appelliert, wie sämtliche Behörden, Ärzte und Fachpersonen, an die Selbstverantwortung der Bürger. Aggeler:

«Wir als Gemeinde können nicht jeden Einzelfall regeln. Hier sind die Mütter und Väter gefragt, die die Regeln den Kindern vermitteln und als Vorbilder vorangehen sollen.»

Zur Orientierung werden bei allen Spielplätzen Warnplakate angebracht. Ob allenfalls zeitnah weiter Spielplätze in Herisau geschlossen werden, ist noch offen. «Wir beobachten die Entwicklung laufend und treffen wenn nötig weitere Massnahmen», so Aggeler.

Grub und Reute orientieren sich an Bundesvorgaben

Abwarten und auf die Entscheidungen des Bundes beziehungsweise des Kantons warten – diese Vorgehensweise wählen andere Ausserrhoder Gemeinden, wie etwa Reute. «Kinderspielplätze sind explizit vom Verbot ausgenommen. Die Frage werden wir aber sicherlich diskutieren. Grundsätzlich halten wir uns an die Vorgaben des Bundes», sagt Gemeindeschreiber Remo Ritter. Wie seine eigenen Erfahrungen zeigten, hielten sich die Besucher an die Regeln. Sorgfältig überwacht wir die Situation auch in Grub. «Wir behalten uns eine Schliessung unseres Kinderspielplatzes vor. Sollten die Hygiene- und Distanzvorschriften nicht eingehalten oder Ansammlungen festgestellt werden, müsste eine solche in Betracht gezogen werden», so Gemeindepräsidentin Katharina Zwicker.