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Nicht nur der Onlinehandel beschäftigt das Herisauer Gewerbe

Tiefe Frequenzen und die verzettelten Standorte der Läden beschäftigen die Gewerbetreibenden. Sie machen Vorschläge für Verbesserungen. Dabei fordern sie, dass Projekte wie die Zentrumsentwicklung schnellstmöglich und effizient angegangen werden.
Martin Schneider
Die Oberdorfstrasse kommt einer Ladenmeile am nächsten, dennoch fehlt es an Frequenz. (Bild: Martin Schneider)

Die Oberdorfstrasse kommt einer Ladenmeile am nächsten, dennoch fehlt es an Frequenz. (Bild: Martin Schneider)

Leerstehende Ladenflächen im Gutenberg-Zentrum, häufig wechselnde Geschäfte an der Schmiedgasse und das geschlossene «Urnäscher Chäslädeli» als jüngstes prominentes Beispiel. Kleine Läden bekunden Mühe damit, rentabel zu geschäften. Parallel sind Ideen im Raum, wie diejenige von SVP und Gewerbeverein, die 30 Minuten Gratisparkieren auf öffentlichen Parkplätzen fordern und dem Gewerbe helfen sollen. Herisau steht vor den gleichen Herausforderungen wie viele Orte in der Region und sucht dementsprechend nach Lösungen. Vom «Lädelisterben» ist immer wieder die Rede. Wie sieht die Situation bei denjenigen aus, die in diesem Umfeld ein solches Lädeli führen? Ein Augenschein in Herisau.

Potenzial wäre vorhanden

Mario Piredda eröffnete vor rund einem Jahr die "Hanftheke". (Bild: mas)

Mario Piredda eröffnete vor rund einem Jahr die "Hanftheke". (Bild: mas)

Mario Piredda gehört zu denjenigen, die es erst kürzlich gewagt haben, einen kleinen Laden zu eröffnen. Mit seiner «Hanftheke» bewegt sich Piredda in einem Nischenmarkt, der Laden ist spezialisiert auf Hanfprodukte. Obwohl sich der 51-Jährige, der hauptberuflich als KMU-Versicherungsberater tätig ist, letztlich für den Standort Herisau entschieden hat, seien die Bedingungen für viele Geschäfte in Herisau nicht immer ideal, auch wenn das Dorf Potenzial habe. In sein Geschäft käme man aufgrund des spezialisierten Angebotes gezielt, auf Laufkundschaft sei er weniger angewiesen. Für gewisse Läden wäre aber eine hohe Frequenz im Dorf nach Ansicht von Piredda unabdingbar. Und genau diese fehle in Herisau. Lediglich auf das veränderte Einkaufverhalten der Leute, hin zu mehr Einkäufen im Internet oder in Einkaufszentren, könne man die fehlende Frequenz nicht schieben.

Viel eher lägen diese bei temporären Begebenheiten wie der Verschiebung der Migros an den Dorfrand, aber auch an grundsätzlichen strukturellen Problemen.

«In Herisau ist alles verzettelt und wir haben grosse Lücken zwischen den Läden»,

sagt Piredda. Man habe es «verschlafen aber noch nicht gänzlich verpasst», eine Ladenmeile wie etwa in Appenzell zu realisieren. Auch bei der Unterstützung von Seiten des Gewerbevereins sieht der Unternehmer Optimierungsbedarf. «Ohne den Gewerbeverein schlecht zu machen, denn er macht mit seinen vorhandenen Mitteln, was er kann, besteht Handlungsbedarf hinsichtlich einer Professionalisierung und Zusammenarbeit mit anderen Stellen», so Piredda. Eine spezialisierte Stelle beim Gewerbeverein, würde nach Piredda helfen, die Anliegen zwischen Gemeinde und den Gewerbetreibenden besser zu koordinieren.

Mehr Parkplätze als kurzfristige Massnahme geeignet

Angesprochen ist der Gewerbeverein, welcher der Schaffung einer neuen Koordinationsstelle grundsätzlich positiv gegenübersteht. Aber: «Wenn eine solche Stelle geschaffen werden würde, dann müsste dies bei der Gemeinde geschehen. Wir vom Gewerbeverein haben nicht die finanziellen Mittel, eine solche Stelle zu schaffen», sagt Jürg Mohler vom Gewerbeverein. Auch Mohler sieht die schwierige Lage, in der sich das Gewerbe befindet unter anderem dem Umstand geschuldet, dass mit der Verschiebung der Migros Frequenzen aus dem Dorfzentrum weggefallen seien. Umso wichtiger sei, dass Projekte wie die Zentrumsentwicklung möglichst bald angegangen und umgesetzt würden.

Den Tenor von Mario Piredda, was die Attraktivität von Herisau als Einkaufsdestination betrifft, teilt mit Jörg Schuff vom «Blumenbinder» ein weiterer Ladenbesitzer. Auch für ihn ist Herisau zu verzettelt, was die Lage der einzelnen Läden betrifft. Die Folge:

«Viele Herisauer gehen nicht mehr in Herisau einkaufen»,

beklagt Schuff und nennt wie bereits Piredda Appenzell als Vorbild, wo die Läden zentral und an einer Einkaufsstrasse zu finden seien. «Wir in Herisau hingegen haben keinen schönen Dorfkern, wo es Spass macht einzukaufen.» Auch wenn sein Blumenladen gut frequentiert sei, wie Schuff betont, langfristig gesehen könne Herisau als Einkaufsort nur durch einen schöneren Dorfkern an Attraktivität gewinnen. Als kurzfristige Massnahme würde er mehr Parkplätze oder Gratisparkplätze begrüssen.

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