Nicht nur auf Fusionen reduzieren

AUSSERRHODEN. Strukturelle Veränderungen bedürfen einer umfassenden Gesamtsicht. Zu diesem Schluss kommt die Gemeindepräsidentenkonferenz AR. Gemeindefusionen hätten auch immer eine Kehrseite.

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Gemeindepräsidentinnen und -präsidenten im Gespräch. (Bild: pd)

Gemeindepräsidentinnen und -präsidenten im Gespräch. (Bild: pd)

Anlässlich der kürzlich abgehaltenen Gemeindepräsidienkonferenz in Trogen führten die Gemeindepräsidien von Appenzell Ausserrhoden einen moderierten Workshop zum Thema «Gemeindefusionen/ Strukturen und Rollenverteilung» durch. In einer Mitteilung wird festgehalten, dass die Gemeinden ihre Mitverantwortung nicht erst seit der medialen Präsenz des Themas durch die «IG Starkes Ausserrhoden» wahrnehmen würden.

Immer eine Kehrseite

Die von der IG lancierte Diskussion wird als positiv bewertet. Allerdings: Diese könne nicht auf Fusionen reduziert werden. Wörtlich heisst es in der Mitteilung: «Ausserkantonale Fusionsbeispiele zeigen, dass es immer auch eine Kehrseite gibt. In einer ersten Phase resultieren nicht Einsparungen, sondern Mehrkosten durch eine Zusammenführung und Professionalisierung. Die heute als Vorteil herausgestellte Behördennähe und der Service public gehen verloren.» Die Gemeindepräsidienkonferenz will sich nicht nur von Kostenfragen und dem interkommunalen Finanzausgleich leiten lassen. Im Fokus stünden die gesellschaftliche Einbindung und das Bürgerwohl in einem umfassenden Sinn. Es sei ein Signal, dass sich 251 interessierte Ausserrhoderinnen und Ausserrhoder an der Umfrage der «IG Starkes Ausserrhoden» beteiligt haben. «Darüber hinaus dürfen aber die rund 53 600 übrigen Bürgerinnen und Bürger, die sich bisher nicht geäussert haben, nicht ausser Acht gelassen werden», heisst es.

Über Ziele diskutieren

Bevor über Strukturen gesprochen werde, müsse man über Inhalte und Ziele diskutieren und ein zukunftsgerichtetes Fundament legen. Wissen der Kanton und die Bürgerinnen und Bürger, wohin die Reise des Kantons gehen soll, welche Ziele und Strategien verfolgt werden, was zufrieden und erfolgreich macht? Auch zu solchen inhaltlichen Fragen wolle die Gemeindepräsidienkonferenz Position beziehen. (pd)