Nicht mehr selbständig

HERISAU. Die Generalversammlung der Landi Säntis AG in Herisau verlief weniger ruhig als auch schon. Grund dafür ist, dass sie seit gestern kein selbständiges Unternehmen mehr ist.

Marcel Jud
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Die Übernahme der Landi Säntis AG durch den LV St. Gallen sorgt an der Generalversammlung im Casino Herisau für Gesprächsstoff. (Bild: maj)

Die Übernahme der Landi Säntis AG durch den LV St. Gallen sorgt an der Generalversammlung im Casino Herisau für Gesprächsstoff. (Bild: maj)

Zur Begrüssung der Aktionärinnen und Aktionäre der Landi Säntis AG im Casino Herisau verglich Gemeindepräsident Renzo Andreani die Landi mit einem Zehnkämpfer: «Wie der Leichtathlet stellt sie sich in verschiedenen Disziplinen dem Wettbewerb. Gleichzeitig steht sie wie das Sackmesser für Bodenständigkeit und Qualität.»

Erfolgsrechnung im Minus

Nach diesen schmeichelnden Worten eröffnete Verwaltungsratspräsident Ernst Messmer die 18. Generalversammlung der Landi Säntis AG. Diese verlief zunächst in gewohnt ruhigen Bahnen. Sowohl der von Messmer präsentierte Jahresbericht als auch die durch Geschäftsführer Ivo Koller erläuterte Jahresrechnung wurden einstimmig gutgeheissen. Letztere schloss mit einem Bilanzverlust von knapp 460 000 Franken.

Landi Säntis wird LV-Tochter

Als es um die Bestätigung der bisherigen und die Wahl eines zusätzlichen Verwaltungsrates ging, gab es eine Wortmeldung aus dem Publikum. Aktionär Ernst Schläpfer bemängelte, der Verwaltungsrat habe zu wenig auf die faktische Übernahme der Landi Säntis AG durch den Landverband (LV) St. Gallen hingewiesen. Der LV hält seit gestern, 1. November, 72 Prozent der Aktien der Landi Säntis AG. Bisher konnte er nur über 35 Prozent der Aktien frei verfügen, die restlichen 37 Prozent verwaltete er treuhänderisch. Da sich für diese keine Käufer fanden, gingen sie nach Ablauf einer dreijährigen Frist nun in den Besitz des LV über. Diese Änderung der Besitzverhältnisse erklärt auch den Anspruch des LV auf einen zusätzlichen Verwaltungsratssitz.

Wieder «ruhigen Flussgang»

LV-Gesamtleiter Peter Bruhin bestätigte in seiner Antwort auf das Votum Schläpfers, dass die Landi Säntis in Zukunft eine Tochter des LV St. Gallen sei. Dank dieser neuen Konstellation könne die etwas in Schieflage geratene Landi Säntis AG wieder auf Kurs gebracht werden. VR-Präsident Messmer ergänzte, dass durch die engere Zusammenarbeit und das Kapital der LV zukünftige Investitionen der Landi Säntis AG handfest abgesichert seien. Dies bestätigte auch Ivo Koller, der darauf hinwies, dass der für Frühjahr 2016 geplante Neubau der Landi Teufen ohne den LV nicht möglich wäre. Er sei froh, dass er und sein Team dank der finanziellen Absicherung künftig wieder «ruhigen Flussgang» hätten und sich dem Tagesgeschäft widmen könnten. Diese Argumente schienen zu überzeugen: Die bisherigen VR-Mitglieder wurden alle bestätigt und Oliver Schmid aus Teufen als zusätzlicher Vertreter des LV gewählt.