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Ausserrhoder Unihockey-Talent: Nicht am Ziel, sondern mittendrin

Der Waldstätter Unihockeystürmer Michael Schiess steht vor seinen ersten A-Länderspielen.
Lukas Pfiffner
Für ein Bild zurück im Herisauer Sportzentrum: Michael Schiess.Bild: Lukas Pfiffner

Für ein Bild zurück im Herisauer Sportzentrum: Michael Schiess.Bild: Lukas Pfiffner

Natürlich träume man als Kind davon, einmal im Nationalteam zu spielen. «Dass ich jetzt mit diesem Aufgebot gesättigt wäre, trifft aber überhaupt nicht zu», sagt Michael Schiess. Der 22-jährige Unihockeyaner aus Waldstatt hat seine ersten Länderspiele vor sich: Von Freitag bis Sonntag sind im polnischen Zielonka Gastgeber Polen, Tschechien und die Slowakei die Gegner. Er sei jetzt nicht am Ziel, sondern mittendrin, sagt Schiess, den alle nur «Michi» nennen. «Ausser meine Mutter, wenn sie wütend ist…»

Eine Überraschung ist seine Nomination nicht. Zwar war der Flügel von Waldkirch-St.Gallen nie Mitglied der U19-Nationalmannschaft, 2018 gehörte er aber der neu geschaffenen U23-Auswahl an. Und im vergangenen Herbst wurde Schiess an einen Lehrgang des A-Nationalkaders nach Magglingen eingeladen. Für die WM in Prag, die mit dem Gewinn der Bronzemedaille endete, stand Schiess auf Pikett. Im Mai nahm er im Hinblick auf die neue WM-Kampagne (2020 in Helsinki) an einem Camp in Winterthur teil. Nationaltrainer David Jannson äussert sich in der Medienmitteilung des Verbandes so: «Schiess hat eine gute Saison in der NLA hinter sich und war bei uns in den Camps immer gefährlich. Er kann aus 1:1-Situationen sehr viel kreieren.»

Eine hohe Dichte in Waldstatt

Für den Fototermin bringt Schiess ein rot-weisses Trainingstrikot ins Herisauer Sportzentrum mit, seine ehemalige sportliche Heimstätte. Womit der Blick zurück angesagt ist. «In Waldstatt ist Unihockey sehr populär. Wir haben eine hohe Dichte an Spielern», sagt Schiess und lacht. Grossen Anteil daran habe Jürg Leibundgut, der Lehrer, Förderer und Trainer. Mit Armin Brunner, Kornelius Birrer, den Gebrüdern Eschbach oder Fabrice Göldi stammen mehrere ehemalige oder aktuelle NLA-Spieler aus dem Hinterländer Dorf. Auch der junge Michael fand Gefallen am Spiel mit Stock und Ball, trat dem UHC Herisau bei, wechselte 2012 mit Kollegen in den Nachwuchs von Waldkirch-St.Gallen (Wasa). Vier Jahre später debütierte er in der NLA. Er wurde Stammspieler und Topskorer.

«Die halbe NLA jagt Michael Schiess», schrieb ein Fachmagazin, das ihm eine Titelgeschichte widmete. Im Frühling 2018 war ein Wechsel mit seinem Jugendfreund und Linienpartner Julian Alder zu Köniz ein Thema. Er entschied sich aber, bei Wasa zu bleiben. Und in diesem Frühling unterzeichnete er wieder einen Einjahresvertrag. Man habe etwas Cooles aufgebaut; die Tendenz zeige nach oben. «Natürlich reizt es, einmal um den Titel mitzuspielen. Aber das ist vielleicht auch mit Wasa zu schaffen. Schliesslich hat es früher auch geheissen, von Wasa aus sei es fast unmöglich, einmal ins Nationalteam zu kommen.» Ein weiterer Punkt in seiner Entscheidungsfindung: «Bei uns geht es nicht ums grosse Geld, sondern um ein gutes Umfeld, um den Beruf, das Studium.» Schiess hat eine kaufmännische Lehre abgeschlossen, absolvierte die sogenannte Passerelle im Hinblick auf sein Studium. Seit einem Jahr besucht er die Pädagogische Hochschule St.Gallen und bereitet sich auf die Tätigkeit als Oberstufenlehrer vor.

«In der Entwicklung weiter gehen»

Der Herisauer Julian Alder ist von Köniz zu Wasa zurückgekehrt. Das erste Spiel der neuen Saison absolviert Wasa am 14.September auswärts gegen Köniz. «Dies ist für ihn sicher ein spezieller Moment.» Die Playoffs zu erreichen, ist das erste Ziel, nachdem das zuletzt nicht geklappt hat. «Aber dann als Achter gegen den Ersten mit 0:3 auszuscheiden, kann es nicht sein. Wir wollen in der Entwicklung weiter gehen.» Das Clubtrikot des Stürmers aus der vergangenen Saison wird zu Gunsten des Nachwuchses versteigert. Der Preis betrug anfangs 50 Franken, verkauft wurde es schliesslich für 240 Franken. Auf dem Portal hiess es beim Stichwort «Zustand»: gebraucht. Er selber braucht tatsächlich ein neues Tenue: In der Saison 2019/20 wird zusätzlich zum Familiennamen auch ein «M» als Hinweis auf den Vornamen nötig. In der ersten Mannschaft Aufnahme gefunden hat nämlich der um zwei Jahre jüngere Bruder, Verteidiger Stefan. «Es ist schön, mit ihm zu spielen.» Als Knirpse sind sie schon zusammen auf den Waldstätter Plätzen mit dem Stock Bällen hinterhergejagt. Und im Winter zu Hause in der Waschküche.

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