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New York, Zürich, Herisau

Sie gestaltete für das Museum of Modern Art und das Guggenheim Museum in New York: Die Herisauerin Simone Züger. Nun hat sich die 30-Jährige in Zürich selbständig gemacht. Ein Schritt, der sowohl Zeit als auch Mut brauchte.
Stephanie Sonderegger
Simone Züger hat in Zürich ihre neue Heimat gefunden. Das Appenzellerland besucht die Herisauer Designerin dennoch regelmässig. (Bild: pd)

Simone Züger hat in Zürich ihre neue Heimat gefunden. Das Appenzellerland besucht die Herisauer Designerin dennoch regelmässig. (Bild: pd)

ZÜRICH/HERISAU. «Ein Psychologiestudium hätte mich auch interessiert», sagt Simone Züger. «Aber Kunst und Gestaltung hat mich schon immer fasziniert.» Die 30jährige Herisauerin ist seit knapp zwei Jahren selbständig und führt ein Studio für Art Direction und Design in Zürich. Bereits zuvor gestaltete sie Unternehmens-Erscheinungsbilder, Magazine, Objekte und Plakate für Kunden in Zürich und New York.

Eine Stadt zum Leben

Simone Züger ist in Herisau gross geworden. Bereits als Kind zeichnete sie viel. «Als Jugendliche bekam ich einen Kalligraphie-Stift mit Schreibfedern. Seither habe ich eine Faszination für Handschrift, Typographie und Illustration.» Nach ihrer Schulzeit bewarb sie sich mit Portfolio und Aufnahmeprüfungen für ein Studium der visuellen Kommunikation an mehreren Kunsthochschulen in der Schweiz. Angenommen wurde sie bei allen. «Ich entschied mich für die Zürcher Hochschule der Künste.» Erst pendelte sie nach Zürich, dann zog sie in eine WG in der Stadt. Das war 2008. Heute lebt sie noch immer dort. «Die Stadt ermöglicht es mir, mich so zu entfalten und in die Gesellschaft einzubringen, wie es meinen Vorstellungen entspricht. Zudem gibt es in Zürich viel Raum für Ideen und Kollaborationen.»

Den Puls New Yorks spüren

Obwohl sie in Zürich ihr Zuhause gefunden hatte, zog es Simone Züger 2011 in die Ferne. New York sollte das Ziel sein. Nach zwei Anschreiben erhielt sie ein Praktikum in einer renommierten Agentur. Die Jungdesignerin packte ihre Sachen und zog in den New Yorker Stadtteil Williamsburg. Ein aufregendes Erlebnis, sagt sie. «Ich war zum erstenmal weit weg von zu Hause.» Doch die Herisauerin lebte sich schnell ein. In der Designagentur wurde sie von Anfang an in das Kreativteam mit einbezogen. Simone Züger erzählt von grossen Kunden aus der Modebranche, von Fashionshows und Museen, denen sie ihren kreativen Stempel aufdrücken durfte. «Ich war überrascht vom Designstil der USA», so die Grafikdesignerin. «Schweizer Design ist funktional, gradlinig und oft minimalistisch. In den USA ist man offener, bunter und spontaner.»

Züger zeigt sich nachhaltig beeindruckt von der Metropole. Bis heute fliesse es in ihre Arbeiten ein, sagt sie. «Mein Arbeitsweg war für mich ein Höhepunkt: Mit Musik auf den Ohren spürte ich die pulsierende Stadt, während ich zwischen den Hochhäusern entlang lief.»

Eine Kreativstätte aufbauen

Zurück in Zürich arbeitete Simone Züger bei einer Brandingagentur, die sich um die Entwicklung von Unternehmens-Erscheinungsbildern und deren Positionierung kümmerte. Nach drei Jahren kündigte sie. «Ich war in meiner Kreativität und meiner Haltung zu stark eingeschränkt. Ich hatte andere Ambitionen.» Doch der strategisch komplexe und medial vielfältige Bereich prägte sie. Nach dem Austritt bereiste die Herisauerin Kolumbien und machte eine Ausbildung zur Yogalehrerin. Für sie wurde klar: Sie will mit ihren gestalterischen Fähigkeiten und ihrem Einfühlungsvermögen auf eigenen Beinen stehen. Ende 2014 gründete sie das Studio Simone Züger mit dem Ziel, eine Kreativstätte aufzubauen. «Ich habe den Anspruch, Design mit Ideen und Poesie zu verbinden. Fragen nach Herkunft und Identität sowie Sinn und Zweck zu stellen, und mit einer Portion Mut eigenständige Lösungsansätze zu finden». Erfolg hatte sie damit von Anfang an. Doch auch Ängste blieben nicht aus. «Zu Beginn kamen viele Fragen und auch Zweifel auf», sagt sie. «Inzwischen habe ich das Vertrauen, den Mut und die Gelassenheit gefunden.» Sie spüre, dass sie die Unabhängigkeit beflügle. Neben Kundenaufträgen arbeitet sie an freien Projekten und ist Dozentin an der GDK-Gestaltungsschule in Zürich. Auch eine Gesprächsrunde für Frauen aus der Kreativbranche hat sie in Zürich initiiert: Ladies, Wine & a bit of Design. «Der Austausch unter Gleichgesinnten ist wichtig», sagt Züger. «Mir liegt viel daran, Erfahrungswerte weiterzugeben und sich gegenseitig zu unterstützen.» Doch findet ihre Heimat zwischen all den kreativen Ideen und den urbanen Metropolen noch Platz? «Ich besuche meine Familie und Freunde gerne. Sie sind mir wichtig. Ich weiss es zu schätzen, wo meine Wurzeln liegen», sagt sie. Sie möge das Appenzellerland, die Feinheit der Landschaft, die Traditionen und die Natur. Eine Rückkehr kann sich Simone Züger zurzeit aber nicht vorstellen. «Momentan habe ich andere Vorstellungen, die ich in Zürich aufbaue und entwickle.» Dennoch hegt sie einen Wunsch für die Zukunft: Sie würde gerne traditionelle Produkte aus dem Appenzellerland gestalten.

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