New York entdeckt die Nacktwanderer

APPENZELL. Die Appenzeller Nacktwanderer haben es bis in die «New York Times» geschafft. Und finden auch dort grosse Aufmerksamkeit.

René Rödiger
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Nude hiking in the Swiss Appenzell canton soon to be banned (Bild: Christoph Bangert/laif (Christoph Bangert/laif/laif))

Nude hiking in the Swiss Appenzell canton soon to be banned (Bild: Christoph Bangert/laif (Christoph Bangert/laif/laif))

Wenn die rennomierte «New York Times» in diesen Tagen einen Satz über Schweizer Banken schreibt, dann erstaunt das niemanden. Doch dem Autor ging es gar nicht um das Bankgeheimnis, sondern ums Nacktwandern in Appenzell. Und diese Geschichte wurde auch gleich die meistversendete der Times-Homepage.

In Schweizer Zeitung entdeckt
«Die Schweizer mögen ihre Geheimnisse, speziell im Bankenbereich. Manchmal sind sie aber auch offener. Zum Beispiel beim Wandern.» So beginnt die «New York Times» einen Artikel über das Nacktwandern.

«Der Journalist der 'New York Times' hat die Geschichte in einer Schweizer Zeitung entdeckt», sagt Christoph Bangert, der für die US-Zeitung das Bild der Nacktwanderer geschossen hat.

Treffen mit Nudisten
«Ich hab vom schreibenden Kollegen den Kontakt zu den Nacktwanderern bekommen und mich dann mit ihnen zum Photoshooting getroffen», sagt Bangert. Er glaubt nicht, dass wirklich viele Leute kleiderlos über die Alpen laufen. «Das wird wohl nur gerade ein gutes Dutzend sein.»

Der Journalist der «New York Times» sei für die Geschichte von seinem Wohnort Paris nach Appenzell gereist. «Er hat sich vor Ort ein paar Mal mit den Nudisten getroffen», sagt Bangert.

Kritik an Überreglementierung
Der Korrespondent wollte gar selbst auf einen Nacktwander-Ausflug mitgehen. Starker Schneefall habe diesen Plänen jedoch einen Strich durch die Rechnung gemacht, schreibt er in der Zeitung.

Die Times lässt auch Appenzeller zu Wort kommen. Darunter auch Lokalprominenz, wie Caroline Habazin, Buchhändlerin des Bücherladens Appenzell und die Aushilfe Edith Sklorz. Diese kritisiert das Vorgehen der Behörden und zieht auch das Beispiel von Gossaus Spuckverbot hinzu: «Für jede Kleinigkeit gibt es ein Gesetz.»

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