«New Necker» – Stadt statt Schule

Während vier Tagen verwandelte sich das Oberstufenzentrum Necker in die selbständige Stadt «New Necker». Die Schülerinnen und Schüler agierten für einmal als Stadträte, Unternehmer oder Angestellte.

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Während vier Tagen verwandelte sich das Oberstufenzentrum Necker in die selbständige Stadt «New Necker». Die Schülerinnen und Schüler agierten für einmal als Stadträte, Unternehmer oder Angestellte.

Die Besucher staunten nicht schlecht, als sie bereits beim Zoll abgefangen wurden und einen Besucherpass bekamen. Das Schulareal war abgesperrt und die Zollbeamten kontrollierten gewissenhaft, dass keine Schmuggelware hinein gelangte. Auf dem Gelände herrschte reger Betrieb, überall gab es etwas zu sehen und zu bestaunen.

Draussen roch es nach Bratwürsten und Hamburgern und gleich nebenan hackten die Arbeitslosen Holz. «Damit wir wenigstens die Steuern bezahlen und etwas essen können», meinte einer von ihnen schmunzelnd. Alle 165 Einwohner mussten sich mit Arbeit ihren Lebensunterhalt verdienen, sei es als Staatsbeamte, als Unternehmer oder als Angestellte. Wer nirgends unterkam, wurde ins Arbeitslosenprogramm aufgenommen.

Vielfältiges Stadtleben

An der Touristeninformation wurden die Besucher freundlich empfangen und konnten sich auf dem Stadtplan einen Überblick über das Wirrwarr von Unternehmen und Betrieben verschaffen.

«New Necker» besass alles, was eine richtige Stadt ausmacht: Verwaltung, Polizei, Zoll, Bank, Einwohner- und Arbeitsamt, Müllabfuhr, Zeitung und Radio, Transportunternehmen, sogar eine eigene Währung – der Neckertaler, wurde kreiert. Leckeren Kaffee, Kuchen und Desserts gab es in den Cafés oder an den Ständen zu kaufen.

Viele Läden waren sehr aufwendig eingerichtet. Leider mussten einige Betriebe bereits am zweiten Tag ihre Türen schliessen. Zum Teil lag es an der mangelnden Vorbereitung, bei anderen schauten schlicht zu wenige Besucher vorbei. Die Unternehmer zeigten sich sehr enttäuscht, doch glücklicherweise fanden die meisten schnell wieder einen Job.

Die Lehrpersonen hatten diese Sonderwoche zwar über Monate vorbereitet, traten aber während der Woche nur als Berater auf, geleitet wurde «New Necker» vom fünfköpfigen Stadtrat, unter dem Vorsitz von Stadtpräsidentin Mirja Bleiker. Dieses Gremium musste Entscheidungen treffen und zum Wohl der Bürger schauen. So galt es einen Streik zu schlichten; verschiedene Unternehmer legten ihre Arbeit nieder.

An der ausserordentlichen Bürgerversammlung ging es hoch her, doch es konnte nach einer Abstimmung eine einvernehmliche Lösung gefunden werden. Der Stadtrat zeigte sich enttäuscht darüber, dass sich einige nicht an die Spielregeln hielten. So tauchte am ersten Tag Falschgeld auf. Die interne Stadtpolizei kam dem Fälscher auf die Spur und er wurde vom Stadtrat zu gemeinnütziger Arbeit verurteilt.

Viel gelernt

Das Ziel war es, ein paar wirtschaftliche Zusammenhänge möglichst praktisch zu vermitteln. Die Schüler haben erfahren, dass Vergnügen und Essen zuerst erarbeitet werden müssen. Nicht immer hat alles geklappt, wie es geplant war und oft wurde improvisiert, aber dies ist auch im richtigen Leben so. Pascal Wallier