Neustart mit Spielraum

Die Katholische Kirchgemeinde Teufen-Bühler-Stein Nord startet mit neuen Köpfen in die erste Seelsorgeeinheit des Appenzellerlands. Die Versammlung senkt die Steuern nicht – obschon die Pfarrei über grosse Reserven verfügt.

Guido Berlinger-Bolt
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Neu: (v. l.) Roman Harzenmoser und Alfons Angehrn, Präsident des Kirchenverwaltungsrats (KVR); rechts der abtretende Rolf Bollhalder. (Bild: gbe)

Neu: (v. l.) Roman Harzenmoser und Alfons Angehrn, Präsident des Kirchenverwaltungsrats (KVR); rechts der abtretende Rolf Bollhalder. (Bild: gbe)

Teufen. Im Mittelland wird dieser Tage die erste Seelsorgeeinheit Wirklichkeit: Teufen sagte am Dienstagabend Ja zur Verwaltungsvereinbarung zwischen der eigenen und den Kirchgemeinden Gais und Speicher-Trogen-Wald. Es war ein Ja, dem eine lange Diskussion vorausging. Was Wunder, angesichts der vielfältigen Veränderungen, denen die Kirchbürgerinnen und Kirchbürger derzeit ausgesetzt sind.

Neue Köpfe, neue Formen

Ende Januar ging in Teufen die Ära von Pater Bruno Fürer zu Ende. Am 21. März wurde dann der Speicherer Pfarrer Josef Manser als Leiter der Seelsorgeeinheit eingesetzt; zusammen mit ihm hiess die Pfarrei zwei neue Köpfe in Teufen willkommen: Diakon Stefan Staub (in einem 50-Prozent-Pensum) und Priester Albin Rutz.

Von einem Generationenwechsel war allenthalben die Rede – und ein solcher bringt neuen Schwung, aber unzweifelhaft auch Unsicherheiten mit sich. Traktandum sieben (Bestätigung der Verwaltungsvereinbarung der Seelsorgeeinheit «Gäbris» löste deshalb eine lebhafte Diskussion aus, in deren Verlauf sich die «Neuen» mehrmals zu Wort meldeten. Und hier für Klärung sorgten, dort um Verständnis baten. Denn: «Das war keine einfache Arbeit.

» Der dies sagte, war der abtretende Präsident des Kirchenverwaltungsrats, Rolf Bollhalder. Er berichtete über das Zustandekommen der Seelsorgeeinheit «Gäbris», von Verhandlungen, von noch offenen Fragen und er dachte über Anpassungen der Vereinbarung nach, «die durchaus denkbar» seien.

Sowohl er als auch Pfarrer Josef Manser bezeichneten die Arbeit an der Vereinbarung als ein «Vorantasten».

Erfahrenheit des Diakons

Der neu eingesetzte Diakon, Stefan Staub, konnte zudem von den Erfahrungen aus seiner früheren Pfarrei, St. Gallen Zentrum, berichten. Auch in der Stadt habe es Ängste gegeben als vor drei Jahren die Seelsorgeeinheit in Kraft getreten sei. Wie vor ihm schon Pfarrer Manser, machte auch Staub den rund fünfzig Anwesenden Mut.

Die Seelsorgeeinheit bedeute nicht etwa die Auflösung der Pfarrei, sie sei vielmehr eine Antwort auf den «riesengrossen Personalmangel» in der Katholischen Kirche und im Bistum St. Gallen. Die Seelsorgeeinheit ist so gesehen vor allem ein Personalpool. Manser bat um das Wohlwollen der Gläubigen der Seelsorgeeinheit gegenüber: «Unser Anliegen ist es, ganz nah bei Euch, bei den Menschen zu sein.

» Und Stefan Staub sprach von der Lebendigkeit der Verwaltungsvereinbarung und davon, dass es ohne weiteres zehn Jahre dauern könne, bis die Vereinbarung einwandfrei funktioniere.

Hinweise aufgenommen

Einige Votanten, allen voran Kantonsrat Richard Wiesli, wiesen den Kirchenverwaltungsrat auf einige Mängel in der Vereinbarung hin; es fehle etwa eine Geschäftsprüfungskommission, es mangle an einigen Stellen an Transparenz.

Im Grundsatz sagte die Kirchgemeindeversammlung dann aber Ja zur Vereinbarung; die zuständigen Kirchenverwaltungsräte versprachen ihrerseits, die Anliegen und Hinweise in den Kreisrat der Seelsorgeeinheit einzubringen.

Die Seelsorgeeinheit «Gäbris» verfügt total über 600 Stellenprozente; nun gehe es darum, den Seelsorgern Aufgaben nach ihren Fähigkeiten und Neigungen zu verteilen.

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