NEUGESTALTUNG ABGESCHLOSSEN
Landsgemeindeplatz in Trogen eingeweiht: Der letzte Schachtdeckel wurde mit Feuerwerk und Tanzeinlagen eingesetzt

Am Freitagabend wurde in Trogen der neugestaltete Landsgemeindeplatz eingeweiht. Regierungsrat Alfred Stricker und Gemeindepräsidentin Dorothea Altherr setzten dafür in einem feierlichen Akt einen Schachtdeckel.

Astrid Zysset
Merken
Drucken
Teilen
Der letzte Schachtdeckel wird gesetzt: Gemeindepräsidentin Dorothea Altherr verfolgt, wie Künstler Hannes vo Wald, Regierungsrat Alfred Stricker und Ueli Schmid, Projektleiter Strassen- und Brückenbau beim Ausserrhoder Tiefbauamt, diesen in die Erde lassen.

Der letzte Schachtdeckel wird gesetzt: Gemeindepräsidentin Dorothea Altherr verfolgt, wie Künstler Hannes vo Wald, Regierungsrat Alfred Stricker und Ueli Schmid, Projektleiter Strassen- und Brückenbau beim Ausserrhoder Tiefbauamt, diesen in die Erde lassen.

Bild: Astrid Zysset

So spektakulär wurde wohl kaum je ein Schachtdeckel eingeweiht: Mit Feuerwerk und Tanzeinlagen wurde ein solcher mit dem Abbild der Mittelländer Gemeinde vergangenen Freitag auf dem Landsgemeindeplatz in Trogen eingesetzt. Symbolisch. Als Zeichen dafür, dass der Platz nach rund einem Jahr Bauzeit nun wieder der Öffentlichkeit übergeben wird. Eigentlich hätte die Einweihung mit einem grossen Fest stattfinden sollen. Doch aufgrund der Pandemie wurde die Feier auf August 2022 verschoben. Eine kleine Zeremonie zum Abschluss der Bauarbeiten sollte es denn am Freitag aber trotzdem geben: Geladene Gäste aus der Politik und den beteiligten Bauunternehmen waren bei der Schachtdeckelsetzung dabei.

Gemeindepräsidentin Dorothea Altherr nannte den neuen Landsgemeindeplatz «ein gelungenes Werk», auf das Trogen stolz sei. Und es erinnere sie an das Deckenbild im Gemeindehaus. Auf diesem ist der Platz zu sehen, als die Landsgemeinde noch stattfand. Kopf an Kopf standen damals die Menschen wie heute Pflasterstein an Pflasterstein angebracht worden sei.

So präsentiert sich der symbolträchtige Schachtdeckel.

So präsentiert sich der symbolträchtige Schachtdeckel.

Bild: Astrid Zysset

Der Landsgemeindeplatz sei aber mehr als bloss ein Zeuge der Geschichte: Von ihm aus hätte sich Trogen in alle Himmelsrichtungen aus entwickelt. Altherr erinnerte in ihrer Rede an den einstigen «Sonneplatz» zwischen den Restaurants Sonne und Schäfli, an den Bau der Zellweger-Paläste wie auch an den Bau der Strassen. Ab 1858 war der Transformationsprozess abgeschlossen gewesen und der Landsgemeindeplatz erfuhr keine grundlegenden Veränderungen mehr – bis heute.

Grüsse des Gesamtregierungsrates überbracht

Regierungsrat Alfred Stricker überbrachte gemäss seinen Aussagen dem Platz die Grüsse des Gesamtregierungsrates. Und: Nach der Neugestaltung könne sich Trogens Zentrum wieder in einer Reihe sehen lassen mit dem Bundesplatz in Bern wie auch der Piazza Grande in Locarno. Stricker war voll des Lobes für den Platz, sprach von einem «unvergleichlichen Charisma», das von ihm ausgehe. Und: «Der Platz hat nun seine Identität wieder, welche er seit der Abschaffung der Landsgemeinde verloren hat.» Die Landsgemeinde fand bis zu ihrer Abschaffung 1997 jedes zweite Jahr in Trogen statt.

Regierungsrat Alfred Stricker sprach von einem unvergleichlichen Charisma, das vom Landsgemeindeplatz ausgehe.

Regierungsrat Alfred Stricker sprach von einem unvergleichlichen Charisma, das vom Landsgemeindeplatz ausgehe.

Bild: Astrid Zysset

Projekt war seit langem geplant

Die Neugestaltung des Landsgemeindeplatzes wurde seit rund 30 Jahren geplant. Doch die Realisierung verzögerte sich. 2011 stimmte das Trogner Stimmvolk dem Projekt schliesslich zu. Im vergangenen Jahr begannen die Bauarbeiten. Augenscheinlich ist die Pflästerung, welche auf dem ganzen Platz angebracht wurde wie auch die neue Beleuchtung. Der Schilderwald ist verschwunden, gestalterische Elemente wurden auf ein Minimum reduziert. Auch der Brunnen, der vorgängig den Platz dominierte, wurde versetzt. Ansonsten darf der Landsgemeindeplatz aber wieder wie vorher genutzt werden. Soll er auch, betonte Altherr am Freitag. «Er ist ein Ort der Begegnung und des Dorflebens.» Als solcher kann er nun auch wieder wirken.