Neues Ziel: 59 000 Einwohner

Die Ausserrhoder Bevölkerung soll weiterhin wachsen. Ein Schreiben an die Gemeinden liess Zweifel daran aufkommen. Kantonsplaner Gallus Hess nennt bei seinen Erläuterungen auch gleich das anvisierte Bevölkerungsziel bis ins Jahr 2040.

Roger Fuchs
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Blick vom Säntis übers Appenzellerland. Bis zu einem neuen kantonalen Richtplan gelten in Ausserrhoden verschiedene Übergangsregeln. (Bild: Urs Jaudas)

Blick vom Säntis übers Appenzellerland. Bis zu einem neuen kantonalen Richtplan gelten in Ausserrhoden verschiedene Übergangsregeln. (Bild: Urs Jaudas)

AUSSERRHODEN. Kürzlich haben die Gemeinden Post vom Departement Bau und Volkswirtschaft bekommen: Darin ist zu lesen, dass im Kanton keine Vergrösserung der Einwohnerkapazität mehr zulässig sei. Dies führt zur Frage, ob denn der Kanton bevölkerungsmässig nicht mehr wachsen darf? Die Erinnerung ans abgelaufene Regierungsprogramm ist noch wach: Deutlich wurde darin festgehalten, dass der Kanton mehr Einwohnerinnen und Einwohner brauche.

Wie nun Kantonsplaner Gallus Hess erklärt, strebt der Kanton nach wie vor ein Bevölkerungswachstum an. Die Einwohnerkapazität sei nicht mit dem Bevölkerungswachstum gleichzusetzen. Bei der Einwohnerkapazität gehe es um das Fassungsvermögen von Einwohnern in den entsprechenden Zonen. Umzonungen von Arbeitszonen zu Wohnzonen zum Beispiel könnten zu einem übergrossen Fassungsvermögen führen. Solche Umzonungen sind gemäss Hess wegen des Raumplanungsgesetzes des Bundes derzeit nur möglich, wenn anderweitig das Fassungsvermögen reduziert wird. Dasselbe gilt für Einzonungen von neuem Bauland. Auch das ist nur möglich, wenn andernorts Bauland wieder ausgezont wird.

Nicht auf der freien Wiese

Diese Rahmenbedingungen haben Bestand, bis der Kanton seinen neuen Richtplan in Kraft setzt. Dies dürfte voraussichtlich im Jahr 2018 sein. Auch mit diesen Rahmenbedingungen ist gemäss Gallus Hess ein Bevölkerungswachstum im Kanton möglich und erwünscht, die Reserven an eingezontem Bauland seien ausreichend. «Bei der baulichen Weiterentwicklung soll der Fokus auf diesen eingezonten Reserven und nicht auf der freien Wiese ausserhalb des Dorfes liegen», so Hess.

In der Raumplanung rechnet man mit einem Zeithorizont von bis zu 25 Jahren. In dieser Zeit soll Ausserrhodens Bevölkerung in allen Gemeinden um durchschnittlich 0,36 Prozent pro Jahr wachsen – eine Ausnahme bilden die grösseren Gemeinden Herisau, Teufen, Speicher und Heiden, wo ein Wachstum von 0,42 Prozent vorgesehen ist. «Appenzell Ausserrhoden würde demnach im Jahr 2040 um die 59 000 Einwohnerinnen und Einwohner zählen», sagt Hess. Diese prozentuale Entwicklung sei auch im Entwurf zum kantonalen Richtplan zu finden und bis zum Ende der Vernehmlassung im letzten Herbst mehrheitlich gutgeheissen worden.

Zu grosse Bauzonen

Sieben Gemeinden haben derzeit zu grosse, nicht überbaute Bauzonen: Trogen, Walzenhausen, Hundwil, Schönengrund, Wald, Wolfhalden, Schwellbrunn. Wollen diese Gemeinden weitere Wohnzonen schaffen, müssten sie anderweitig im Verhältnis 1:2 kompensiert werden. So ergäbe sich Spielraum, Bauland an nachgefragten Lagen auch in anderen Gemeinden zu schaffen.

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