Neues Trainingszentrum für Leistungssportler in Teufen eröffnet

Die Sportlerschule Appenzellerland baut ihr Angebot in Teufen aus. 55 Schülerinnen und Schüler besuchen den Unterricht – ein Rekord.

Mea McGhee
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René Wyler, Leiter der Sportlerschule Appenzellerland, in den multifunktional nutzbaren Räumlichkeiten.  Bild: Mea McGhee

René Wyler, Leiter der Sportlerschule Appenzellerland, in den multifunktional nutzbaren Räumlichkeiten.  Bild: Mea McGhee

Am Freitagmorgen ab 6.15 Uhr schwitzen die Schwinger und weitere Athleten im neuen Leistungszentrum der Sportlerschule Appenzellerland. Krafttraining steht auf dem Programm. Sie stemmen Langhanteln und werfen Medizinbälle gegen die Wand.

«Die neuen Räumlichkeiten gleich neben der Geschäftsstelle sind multifunktional nutzbar», sagt René Wyler, Leiter der Sportlerschule Appenzellerland. Die Zusammenarbeit mit dem Fitnesszentrum Update im Gebäude bestehe weiter. Nötig wurde die Erweiterung, da sich die Bedürfnisse von Fitness- und Leistungssportlern unterscheiden. Zudem sind die Trainingsgruppen grösser geworden. Im Leistungszentrum würden auch grössere Trainingsgruppen niemanden stören. Mit den zwei eigenen Räumen seien die Sportlerinnen und Sportler in ihrer Trainingsgestaltung zudem flexibler, so Wyler.

Auch Spitzensportler nutzen das Angebot

Geräte für Kraft- und Ausdauertraining, aber auch Hürden, eine Slackline, Bälle, Springseile und mobile Elemente für Übungen stehen den Athleten auf einer Fläche von 315 Quadratmetern zur Verfügung. Im kleineren Raum liegen nur Gymnastikmatten. Hier wird Beweglichkeitstraining angeboten. Nebst Absolventen der Sportlerschule Appenzellerland steht das Leistungszentrum auch Spitzenathleten offen. Sandra Graf etwa, die auch über die Sportlerschule betreut wird, kann mit ihrem Handbike auf der Rolle trainieren. Die Läuferinnen Selina Büchel und Salome Kora, der Skifahrer Nick Spörri oder Eishockeyaner Ramon Tanner waren schon zu Gast, zählt Wyler auf. Letztere beiden sind ehemalige Sportschüler. «In einem Raum mit den Profis zu trainieren, kann Motivation für die Sportschüler sein», nennt Wyler einen Pluspunkt des neuen Angebots. Er erzählt, wie Sekundarschüler, die erste Erfahrungen mit Langhanteltraining machen, staunen, welche Gewichte zum Beispiel Schwinger Michael Bless stemmt. «Dieses Miteinander führt zu einer guten Leistungskultur.»

Die Sportlerschule Appenzellerland möchte sich zu einem überregionalen Kompetenzzentrum für Sportlerinnen und Sportler entwickeln. Man sei zunehmend Partner von Vereinen und arbeite im Mandat auch für Verbände. Für den Appenzeller Kantonalschwingerverband etwa entwickelte die Sportlerschule zusammen mit dem Verband ein Nachwuchskonzept. «Der Austausch mit den Vereinstrainern der Sportschüler führt zu einer Niveausteigerung im Breiten- und im Leistungssport der Region», ist der Leiter der Sportlerschule Appenzellerland überzeugt.

Nebst den bisherigen medizinischen Checks für alle Absolventen gehöre neu ein sportartenspezifisches Screening zum Angebot. «Diese Ergebnisse erlauben eine noch individuellere Trainingsplanung», sagt René Wyler. Alle Übungseinheiten der Absolventen der Sportlerschule werden durch Trainer geführt. Einerseits wegen des Qualitätsanspruches, andererseits, um zu Höchstleistungen zu motivieren.

Absolventen kommen aus 15 Sportarten

In diesem Jahr zählt die Sportlerschule Appenzellerland 55 Absolventen, die eine der drei Partnerschulen in Herisau, Teufen und Trogen besuchen und die Trainings absolvieren – davon 19 Ausserkantonale. «So viele wie noch nie», freut sich René Wyler. Sechs Talente wechselten auf dieses Schuljahr hin ans Sportgymnasium nach Davos und vier begannen eine sportlerfreundliche Lehre. Dem gegenüber verzeichnete man im August 22 Eintritte. Hinzu kommen gegen 40 Sportlerinnen und Sportler, welche an der Sportlerschule nur Trainingsmodule absolvieren und so vom Fachwissen des Sportschulteams profitieren.

Nebst Teamsportlern aus Eishockey, Fussball und Handball werden Einzelathleten aus zwölf weiteren Sportarten betreut; etwa Mountainbiker, Leichtathleten, Skifahrer, Fechter oder Voltigiererinnen.

Für den Betrieb braucht es weiteres Geld

Das neue Leistungszentrum ist dank Eigeninitiative sowie mit Unterstützung von Stiftungen, Sponsoren und privaten Gönnern möglich geworden. «Für den Betrieb sind wir weiterhin auf Unterstützung angewiesen», sagt Wyler.