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Wohnen im modernen Holzmodul: Der Trend erreicht nun auch Herisau

Die Baulücke bei der abgebrannten «George’s Bar» soll eine temporäre Nutzung erfahren.
Karin Erni
Blick vom Restaurant Marktplatz her in Richtung Wiesental, Coop und altes Nelo-Gebäude. Bild: PD

Blick vom Restaurant Marktplatz her in Richtung Wiesental, Coop und altes Nelo-Gebäude. Bild: PD

Schwarze Rauchwolken zogen am 17. Dezember 2017 durch das Dorf Herisau. Der Grund: Ein Kurzschluss in der «George’s Bar» an der Zeughausstrasse hatte einen Brand ausgelöst. Das Gebäude und sein Nachbarhaus mussten daraufhin aus Sicherheitsgründen abgebrochen werden.

Längere Zeit war es ruhig um das Grundstück. Nun liegt das Projekt für einen Ersatzbau vor, welcher bei genauerer Betrachtung etwas speziell ist. Was auf den Plänen aussieht wie ein kleines Mehrfamilienhaus, ist in Tat und Wahrheit ein gestapelter Holzmodulbau. «Darin sollen ältere Alleinstehende, Singles oder auch Studenten eine günstige Bleibe finden», sagt Pascal Waldburger vom Herisauer Architekturbüro Waldburger + Partner AG. Solche und ähnliche Zwischennutzungen seien schweizweit unter den Begriffen «Tiny House, Compact- oder Micro Living» diskutiert, so Waldburger. «Die Leute machen sich vermehrt Gedanken zu ihrem persönlichen Wohnflächenkonsum und die damit verbundenen Kosten und Klimagas-Emissionen.»

In fünf Monaten produziert

Das geplante Haus ist nicht unterkellert und erhält keine Tiefgarage. «Die provisorische Wohnbaute soll nur so lange bestehen bleiben, bis die pendente Ortsplanungsrevision abgeschlossen ist und Planungssicherheit für eine Neukonzeption besteht», so der Architekt. Zurzeit sei auf Anfrage weder vom Kanton noch der kommunalen Baubehörden ein definitiver Zeitplan zur Ortsplanungsrevision verfügbar. Auf den Parzellen der «George’s Bar» und dem dahinterliegenden Einfamilienhaus soll zukünftig ein zeitgemässes städtisches Wohnhaus entstehen. Die nicht mehr benötigten Modulbauten können dann abtransportiert und an einem anderen Ort wieder errichtet werden, was auch ökologisch sinnvoll sei.

Weil die Modulbauten auf die teilweise noch bestehenden Grundmauern der «Geoges’Bar» zu stehen kommen, kann mit einer verkürzten Bauzeit gerechnet werden. Ab Planfreigabe können die Module in rund fünf Monaten produziert und innert weniger Wochen vor Ort fertig erstellt werden. Ziel sei es im Sommer 2020 bezugsbereit zu sein. Pascal Waldburger rechnet mit Mietzinskosten von weniger als 1000 Franken pro Monat. Die Wohnungen seien qualitativ hochwertig und verfügen über etwa 48 Quadratmeter Nutzfläche. Jedes der neun Studios wird komplett mit eingebauter Nasszelle, Küche, Bodenbelägen und Heizung direkt vom Unternehmer geliefert und montiert.

Auch die Aussenfassade kann sich sehen lassen. Sie wurde bezüglich dem Ortsbildschutz in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege und dem Hochbauamt gestaltet. Die Balkone erhalten Holzgeländer mit Motiven, die typisch für das Appenzellerland sind.

Zusammenarbeit mit Denkmalpflege

Es wäre schade, ein Grundstück an so zentraler Lage auf ungewisse Zeit ungenutzt zu lassen, sagt Waldburger. «Wir wollen gleichzeitig mit der Schaffung von Wohnraum im Zentrum, die gesamte Situation aufwerten». Die Zufahrt wird neu geregelt und die bestehende unübersichtliche Einfahrt somit entschärft. Auch die verwahrloste Hecke und die baufällige Bruchsteinmauer würden entfernt, so der Architekt. «Der Schandfleck im Dorf soll einer ansprechenden Umgebungsgestaltung und Begrünung weichen.»

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