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Der Pfarrer von Bühler will wissen, was man unter Kirche versteht

Dem evangelisch-reformierten Kirchenparlament im Appenzellerland liegt für die nächste Session eine Motion des Bühlerer Pfarrers Lars Syring vor. Er wünscht ein neues Kirchenleitbild. Auch der Finanzausgleich beschäftigt die Landeskirche.
Roger Fuchs
Gemäss Pfarrer Lars Syring ist immer unklarer, was gemeint ist, wenn man von «der Kirche» spricht. (Bild: Roger Fuchs)

Gemäss Pfarrer Lars Syring ist immer unklarer, was gemeint ist, wenn man von «der Kirche» spricht. (Bild: Roger Fuchs)

Seit Dezember 2003 verfügt die Evangelisch-reformierte Landeskirche beider Appenzell über ein Leitbild. Vision, Auftrag und die zu lebenden Werte werden darin umschrieben. Anpassungen hat das Leitbild seit der Veröffentlichung keine mehr erfahren.

Pfarrer Lars Syring. Bild: APZ

Pfarrer Lars Syring. Bild: APZ

Lars Syring, Pfarrer von Bühler, will dieser Situation ein Ende bereiten. Im Rahmen einer Motion bittet er den Kirchenrat, einen Prozess einzuleiten, an dessen Ende ein neues Leitbild für die Landeskirche steht. Im 2003 sei man davon ausgegangen, dass ein Leitbild nach fünf Jahren überprüft und angepasst werden müsse, sagt Syring. «Ein Leitbild ist nicht wie die Zehn Gebote in Stein gemeisselt.» Auch wenn er das Leitbild nach wie vor gut finde, sei es an der Zeit, sich wieder einmal über den eigenen Inhalt, die Ziele und Perspektiven zu verständigen. Dies insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass das Kirchenparlament an der Synode vom 25. Juni über eine Totalrevision der Kirchenverfassung diskutiere. «Bevor wir eine solche anpacken, sollten wir uns im Klaren sein, was wir als Kirche sind und wollen.» In den vergangenen Jahren sei immer unklarer geworden, was gemeint sei, wenn man Kirche sage. Weiter fügt Syring an, dass ihm kein Unternehmen bekannt sei, das über ein so altes Leitbild verfüge.

Kirchenrat will Prozesse parallel führen

Der Kirchenrat zeigt sich gewillt, die Motion entgegenzunehmen. Dies ist von Kirchenratspräsident Koni Bruderer zu erfahren. Allerdings: Der Prozess der Totalrevision der Verfassung wie auch des Leitbilds seien parallel zu führen. So könnten die Inhalte aufeinander abgestimmt werden und es würde sich zeigen, ob Bestehendes weiterhin tauge, oder neu formuliert werden müsse. Entscheidet sich das Kirchenparlament gegen eine Totalrevision der Verfassung, ändert sich gemäss Bruderer die Ausgangslage. Dann würde der Kirchenrat die Synode darauf aufmerksam machen, dass das Erstellen eines Leitbildes ihre Sache sei.

Viel zu diskutieren geben dürfte am 25. Juni auch der vom Kirchenrat vorgelegte neue Finanzausgleich. Abgesehen von den ausgeklügelten rechnerischen Belangen steht ein grundsätzlicher Kurswechsel zur Debatte. Anstelle der bisherigen finanziellen Grundausstattung auch für Kleinstgemeinden sollen neu Kirchgemeinden mit einer unterdurchschnittlichen Steuerkraft zur Erfüllung ihrer Aufgaben eine Mindestausstattung erhalten. Ebenfalls der Vergangenheit angehören soll, dass man bei Investitionen Geld aus dem Zentralfonds bekommt. Die drei meistbetroffenen Kirchgemeinden der Veränderungen wären Hundwil, Schönengrund und Wald.

Die Geschäftsprüfungskommission (GPK) beantragt eine Rückweisung des Geschäfts an den Kirchenrat. Unter anderem, weil der Verzicht auf Investitionsbeiträge eine Änderung der Kirchenverfassung voraussetze, die zwingend eine landeskirchliche Volksabstimmung verlange. Gemäss GPK soll der Finanzausgleich im Zuge der Revision der Kirchenverfassung neu angegangen werden.

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