Neues Kapitel für Milo Goldener: Der Appenzeller wurde zum Verbandspräsidenten von Textilschweiz gewählt

Milo Goldener wurde zum Präsidenten des Dachverbands des Schweizerischen Textildetailhandels gewählt. In dieser neuen Funktion hat der 58-jährige Appenzeller vor allem im Bildungsbereich Grosses vor.

Claudio Weder
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Als frisch gewählter Präsident von Textilschweiz liegt Milo Goldener aus Appenzell vor allem die Zukunft der Branche am Herzen. (Bild: Claudio Weder)

Als frisch gewählter Präsident von Textilschweiz liegt Milo Goldener aus Appenzell vor allem die Zukunft der Branche am Herzen. (Bild: Claudio Weder)

Gesucht habe er dieses Amt eigentlich nicht, sagt Milo Goldener. Vergangene Woche wurde er zum neuen Verbandspräsidenten von Textilschweiz, dem Dachverband des Schweizerischen Textildetailhandels, gewählt. Der 58-Jährige habe in seinem Leben schon viele «Jöbli» gehabt – in Vereinen, Verbänden wie auch in der Politik. Und er habe mit diesen eigentlich abgeschlossen. Doch die Textilbranche, in die er, wie er sagt, quasi hineingeboren wurde, liege ihm einfach zu sehr am Herzen.

Angesichts des Strukturwandels in der Textilbranche will Milo Goldener den Verband fit machen für die Zukunft. «Für meine neue Aufgabe als Verbandspräsident bin ich gewappnet», sagt er. Immerhin könne er auf einen reichen Schatz an Erfahrung zurückblicken. Bis 2017 führte der gelernte Textilkaufmann gemeinsam mit seinem Bruder Urs die Goldener Mode AG, die heute 15 Standorte in der ganzen Ostschweiz hat. In der Zwischenzeit hat die nächste Generation die operative Leitung übernommen. «Etwas aufzubauen, das man später in die Hände der Jungen übergeben kann, ist für mich das Grösste», so Goldener. Zudem wirkte der Appenzeller lange Zeit als Präsident des Detailhandelsverbands Appenzell und war als Bezirks- und Grossrat in der Politik aktiv.

Grosse Ziele in der Bildung

Ziel des Dachverbandes ist die Organisation und Durchführung der überbetrieblichen Kurse im Textildetailhandel. Zudem fungiert der Verband als beratende Anlaufstelle zum Beispiel bei rechtlichen Fragen. Seine Hauptaufgabe sieht der neu gewählte Präsident vor allem im Bereich der Bildung. Zum einen gehe es darum, die Grundbildung im Detailhandel, die seit 2004 unverändert blieb, bis ins Jahr 2022 anzupassen. Zum anderen wolle er eine textile Weiterbildung mit eidgenössischem Abschluss auf die Beine stellen.

Den Fokus auf die Bildung zu legen sei deshalb wichtig, weil viele KMU mit Nachfolgeproblemen kämpfen. «Wir möchten gerade auch jungen Leuten Mut machen, später einmal ein Geschäft zu übernehmen.» Die Bildungsangebote werden derzeit in Zusammenarbeit mit verschiedenen Amtsstellen ausgearbeitet.

Eine grosse Veränderung für die Branche birgt laut Goldener die Digitalisierung. Diese habe nicht nur Vorteile – etwa hinsichtlich der Kundenbindung via Social Media –, sondern stelle die Branche auch vor Herausforderungen. «Es wird zunehmend wichtig, dass jeder Internetauftritt eines Modegeschäfts als digitales Schaufenster funktioniert, welches das Geschäft so abbildet, wie es der Kunde auch in Realität wahrnimmt.»

Dem Online-Handel die Stirn bieten

Den Vormarsch des Online-Handels sieht Goldener hingegen nicht als eine Bedrohung für den Fachhandel. «Ich glaube fest daran, dass die stationären Geschäfte dem Online-Handel die Stirn bieten können.» Denn in der Onlinewelt gehe genau das verloren, was Mode für ihn ausmacht: das Menschliche. «Mode hat für mich immer mit Emotion zu tun – Kleider erzählen Geschichten ihrer Träger.» Um zu überleben, brauche ein Modegeschäft aber ein klares Profil, eine hohe Beratungskompetenz und auch Kompetenz im Umgang mit der Digitalisierung.

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