Neues Element der Entwässerung

Die Bahnhofstrasse in Lichtensteig ist zurzeit für Fahrzeuge nicht passierbar. Dies weil noch bis Ende September bei der Stadtbrücke ein Wirbelabscheider eingebaut wird. Dadurch fliesst das Regenwasser nicht mehr direkt ins Abwassersystem.

Jesko Calderara
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TOGGENBURG. Kaum sind die Bauarbeiten am Obertor beendet, wird in Lichtensteig bereits wieder an einem anderen Ort gegraben. So ist seit kurzem die Bahnhofstrasse gesperrt, weil bei der Stadtbrücke ein Wirbelabscheider eingebaut wird. Dieses Vorhaben liegt in einem direkten Zusammenhang mit dem Entwässerungsplan, welcher der Gemeinderat 2011 verabschiedete. «Heute wird das Gemeindegebiet weitgehend im Mischsystem entwässert», sagt Stadtpräsident Mathias Müller. Dies bedeute, dass sowohl Schmutz-, Fremd- als auch Regenwasser in die Abwasserreinigungsanlage fliessen.

Tiefere Investitionskosten

Doch nun wollen die Behörden in Lichtensteig vermehrt auf das teilweise bereits angewendete Trennsystem, bei dem das Schmutzwasser in separate Kanäle geleitet wird, umstellen. Bei der Stadtbrücke werde nicht wie ursprünglich vorgesehen das Regenklärbecken ausgebaut, sondern der Bau eines Wirbelabscheiders realisiert, erläutert Mathias Müller. Dieser sei ein neues Element in der Abwasserbehandlung. «Absinkende Feststoffe können so aus zufliessendem Regenwasser nach dem Prinzip der Sedimentation abgetrennt werden.» Solche Anlagen sind laut Mathias Müller in der Schweiz noch selten im Einsatz, jedoch in verschiedenen Ländern bereits seit Jahren in Betrieb. Die nun realisierte Lösung mit der Erstellung eines Wirbelabscheiders hat aus Sicht des Gemeinderates verschiedene Vorteile. So rechnet er künftig mit einer geringeren Abwassermenge, bei gleichzeitiger Entlastung der Vorfluter Thur sowie Ziegelhütten- und Lederbach. «Zudem ist die Investitionssumme mit 1,1 Millionen Franken um 200 000 Franken geringer als bei einem konventionellen Regenklärbecken», sagt der Lichtensteiger Stadtpräsident.

Sperrung bis Ende September

Die Bahnhofstrasse bleibt bis Ende September gesperrt. «Da der Wirbelabscheider teilweise unter der Strasse zu liegen kommt, wurde eine Hilfsbrücke erstellt», sagt Mathias Müller. Diese musste aber wieder abgebrochen werden, damit der Deckel gemauert werden kann.