Neues aus Jambiani, Sansibar

Der Wattwiler Arzt Christoph Zingg unterstützt Gesundheitsprojekte im afrikanischen Dorf Jambiani. Er schreibt über die jüngsten Ereignisse und Fortschritte im Dorf.

Drucken

Der Wattwiler Arzt Christoph Zingg unterstützt Gesundheitsprojekte im afrikanischen Dorf Jambiani. Er schreibt über die jüngsten Ereignisse und Fortschritte im Dorf.

Ein Freudentag war kürzlich für die Krankenstation in Jambiani und die Bevölkerung das Eintreffen eines Stromgenerators. Es kommt täglich zu Stromausfällen im langgezogenen, am indischen Ozean gelegenen Fischerdorf. Besonders schlimm war die Situation vor zwei Jahren, als auf ganz Sansibar der Strom für gut drei Monate fehlte. Der Generator erleichtert den Mitarbeitern ihre Tätigkeit, wenn die Ventilatoren, die Kühlschränke und das Licht funktionieren.

Leiden preisgünstig lindern

Ein Grosseinkauf von Medikamenten hat ebenfalls eine grosse Hilfe gebracht. In den staatlichen Krankenstationen sind die Behandlung und die Medikamente grundsätzlich für die arme Bevölkerung gratis, solange die staatlich abgegebenen Medikamente ausreichen. Wenn sie aufgebraucht sind, müssen die Kranken die Medikamente selber bezahlen oder sie können nicht behandelt werden. Ein Solidaritätsbeitrag der Patienten von umgerechnet zwölf Rappen wird gebraucht für die Entlöhnung eines Nachtwächters, weil schon mehrfach Einbrüche im Spital erfolgt sind.

Walfischöl als Medizin

Im Februar wurde erstmals wieder nach mehreren Jahren ein Walfischkadaver an den Strand von Jambiani gespült. Obwohl der stark verweste Walfisch bestialisch gestunken hat, strömte das halbe Dorf zusammen, um den Riesenfisch zu bestaunen. Fischer kletterten auf den Kadaver und schnitten Hautstücke mit Fett ab, um daraus Walfischöl als Medizin zu gewinnen. Das Öl wird bei Erkältungen getrunken oder auf Wunden gestrichen. Auch die riesigen Wirbel fanden Abnehmer, um Sitze herzustellen.

Wenige Tage vorher litten die Fischer an Ausschlägen und Atembeschwerden. Alle vier bis sechs Jahre tritt das Phänomen «Mashava» auf: Bei stürmischem Meer gelangen Pflanzenbestandteile aus der Tiefe an die Oberfläche, welche zu diesen Reaktionen führen. Glücklicherweise dauerte das Problem nur wenige Tage.

Den zahlreichen Spendern für die verschiedenen Gesundheitsprojekte in Jambiani möchte ich für ihre Unterstützung herzlich danken.

Christoph Zingg

Aktuelle Nachrichten