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Vor ihm haben 20 Personen abgesagt: Jetzt wird der St.Galler Ex-Nationalrat Toni Brunner Präsident des Stoss-Schützenverbandes

Der appenzellische Stoss-Schützenverband war lange auf der Suche nach einem Präsidenten. Als 21. angefragte Person hat nun Toni Brunner zugesagt. Neu wird zudem das Vögelinsegg- ins Stoss-Schiessen integriert.
David Scarano
Toni Brunner übernimmt eine neue Aufgabe. (Bild: Chris Iseli)

Toni Brunner übernimmt eine neue Aufgabe. (Bild: Chris Iseli)

Seit seinem Rücktritt aus der Politik Ende 2018 war es eher ruhig um Toni Brunner geworden. Viel mehr stand seine Lebenspartnerin Esther Friedli im Fokus der Öffentlichkeit. Vor drei Wochen schaffte die Politikerin den Einzug in die grosse Kammer.

Nun gibt der ehemalige St.Galler Nationalrat und Ex-Parteipräsident der SVP Schweiz ein kleines Comeback auf der öffentlichen Bühne. Der Toggenburger wird neuer Präsident des Stoss-Schützenverbandes. Dies gab die Organisation am Samstag im Rahmen der gut besuchten Orientierungsversammlung im Hotel Krone in Gais bekannt. Die offizielle Wahl wird an der ausserordentlichen Delegiertenversammlung Anfang Februar des kommenden Jahres erfolgen. Anwesend in der Mittelländer Gemeinde war der designierte Verbandspräsident nicht, er liess sich kurzfristig entschuldigen.

Als 21. angefragte Person sagte Brunner zu

Wie es zu dieser prominenten Verstärkung kam und was sich der Verband davon erhofft, schilderte den anwesenden Delegierten Ivo Koller, der als Vizepräsident vorgesehen und derzeit Mitglied der Arbeitsgruppe ist, welche die Zukunft des historischen Schiessens und des Verbandes neugestaltet. Koller selber war es, der den Kontakt zu Brunner herstellte. «Ich kenne ihn seit meiner Zeit als Leiter der Landi Wattwil», schilderte er. Nach einem Gespräch im September sagte der Toggenburger zu. Dieser erlebt laut Koller eine Premiere: «Es ist sein erstes nicht politisches Amt.»

Für den Stoss-Schützenverband ist die Zusage ein Glücksfall. Vor rund einem Jahr noch war das Aus befürchtet worden. Seit 2017 steht der Verband ohne offiziellen Präsidenten da. Die Suche gestaltete sich äusserst schwierig. Vor Toni Brunner hatten 20 angefragte Personen abgesagt, sagte Koller.

Der St.Galler soll nun helfen, den Anlass und auch das historische Schiessen neu zu beleben. «Es gilt, den Jungen den geschichtsträchtigen Hintergrund wieder zu vermitteln. Unser Freiheitskampf darf nicht vergessen gehen, das sind wir unseren Vorfahren schuldig», sagte Koller. Das Schiessen findet jährlich in Erinnerung an die Schlacht am Stoss von 1405 statt, als die Appenzeller die Habsburger besiegten.

Brunners Zusage war nicht die einzige wichtige Neuerung, die der Stoss-Schützenverband in Gais verkündete. Das Vögelinsegg- wird ins Stossschiessen integriert. Im neuen Logo sind beide Schlachten erwähnt. Sie werden am Anlass als separate Wettbewerbe geführt. Das Stossschiessen mit Bundesgabe ist den Ordonnanzwaffen, das Vögelinsegg-Schiessen mit der Ehrengabe (eine Ueli-Rotach-Holzskulptur) dem Standardgewehr vorbehalten. Damit lebt der Anlass zu Ehren der Schlacht bei Vögelinsegg weiter. Er hatte Anfang Juli zum 85. und letzten Mal in Speicher stattgefunden. Die teure Sanierung des Schiessstandes war eine zu grosse Hürde. Der Vögelinseggschützenverband löst sich auf.

Veranstalter will an alte Erfolge anknüpfen

Neu ist zudem, dass das Stossschiessen in den kommenden Jahren nicht mehr am letzten, sondern am vorletzten August-Wochenende stattfindet – dies um Terminkollisionen mit Schwinganlässen zu vermeiden, sagte Anton Signer, der als Tagespräsident durch die Versammlung führte. Das Festzelt soll sich zudem wieder bei der Kapelle befinden. Geplant ist auch der Einsatz einer Replika des Grenadierzeltes aus der Zellweger-Ära. Diese wird vom Schützenmuseum in Trogen zur Verfügung gesetzt. Es wird als eine Art VIP-Zelt dienen: Einlass erhält nur, wer einen speziellen Pin erworben hat. Der geschichtsträchtige Anlass will mit dem neuen Konzept und dank des Brunner-Effekts zum Sprung nach vorne ansetzen. Wie andere historische Schiessen hatte er mit einem Teilnehmerrückgang zu kämpfen. Zuletzt war es noch rund 400 gewesen, vor einigen Jahren waren es noch mehr als doppelt so viele. Dahin will das Stoss-Schiessen zurück. Man strebe 1000 Teilnehmer an, sagte Koller und zog einen Vergleich mit Bergkranzschwingfesten. «Wir wollen das Schwägalp-Fest des historischen Schiessens werden», sagte Koller.

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