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NEUER SEELSORGER: Es weht ein frischer Wirbelwind

Andreas Barth ist mit seiner Familie und seinen Tieren von Engelburg nach Lichtensteig gezogen, um als Diakon in der Seelsorgeeinheit Neutoggenburg zu wirken. Mitgebracht hat er unkonventionelle Ideen.
Anina Rütsche
In der 1970 eingeweihten St. Galluskirche in Lichtensteig bringt Diakon Andreas Barth fortan seine sprudelnden Ideen ein.

In der 1970 eingeweihten St. Galluskirche in Lichtensteig bringt Diakon Andreas Barth fortan seine sprudelnden Ideen ein.

Er ist einer, der den Mut hat, neue Wege zu begehen. Einerseits, wenn es darum geht, seinen Berufsalltag als Seelsorger kreativ zu gestalten. Andererseits hat Andreas Barth es diesen Sommer gewagt, mit Frau, Sohn, Hund und Pferden von Engelburg bei St.Gallen ins ihm bis dahin kaum bekannte Lichtensteig zu zügeln, um fortan als Diakon für die Seelsorgeeinheit Neutoggenburg tätig zu sein. «Ungefähr alle zehn Jahre brauche ich einen solchen Wechsel», sagt der 45-Jährige, in seinem noch nicht ganz fertig eingerichteten, aber bereits sehr gemütlichen Wohnzimmer im Pfarrhaus sitzend. «Das tut gut, denn es fördert die persönliche Entwicklung. Und auch den Gemeinden eröffnen sich dadurch neue Chancen.»

«Ich spüre eine Sehnsucht nach Veränderungen»

Vom Wohnzimmer im Pfarrhaus aus, das nun erstmals in seiner Geschichte von einer Familie statt von Priestern bewohnt wird, blickt man direkt auf die St.Galluskirche. In diesem markanten Betonbau ist Diakon Andreas Barth immer wieder anzutreffen – im Rahmen der Gottesdienste, aber auch, um selbst Ruhe zu finden. «Mir gefällt dieses Gebäude sehr gut. Es ist unkonventionell, genau wie ich.» Und es gibt auch eine zweite Verbindung: In der St.Galluskirche hat Ende August die feierliche Einsetzung von Andreas Barth in sein neues Amt stattgefunden.

Andreas Barth, in Baden-Württemberg an der Grenze zu Schaffhausen aufgewachsen, fühlte sich in Lichtensteig von Anfang an willkommen und wohl, wie er sagt. Er habe bereits mit vielen Menschen aus seinem neuen Umfeld gesprochen, um deren Stimmungen einzufangen – auch an der Primarschule, wo er stundenweise ökumenischen Religionsunterricht erteilt, und an der Oberstufe. Und der 45-Jährige findet: «Ich erlebe die Toggenburgerinnen und Toggenburger als sehr offen und kommunikativ.» Besonders freue er sich darüber, dass er in den Gesprächen immer wieder eine Sehnsucht nach Veränderungen, nach frischem Wind spüre. «Mir geht es genauso», fügt der Seelsorger an und lacht verschmitzt. Er, der sich bereits an seinem früheren Wohn- und Arbeitsort einen Namen machte mit seinen innovativen Gedanken und Aktionen, lässt sich aus den Gesprächen zu neuen Ideen für die Region inspirieren.

Was wir von den Tieren lernen können

Etwas, das Andreas Barth bereits in Engelburg erfolgreich umgesetzt hat, ist die Seelsorge mit Tieren. Die sogenannten «Co-Trainer» sind seine Pferde Pünktli und Fortuna, die derzeit bei Artgenossen auf dem Weid-Hof in Oberhelfenschwil leben, und die Hündin Uli, ein Curly Coated Retriever. Die drei liessen sich ganz unkompliziert in die Arbeit einbinden, verrät der Diakon. «Tiere helfen uns Menschen mit ihrem ausgeprägten Wahrnehmungsvermögen und der ehrlichen Kommunikation dabei, achtsamer zu sein und ein besseres Gespür für uns selbst zu entwickeln.»

Neuer ist Andreas Barths Plan mit den Interviewgottesdiensten. Der Diakon beabsichtigt, ab kommendem Jahr alle zwei Monate einen solchen in der St.Galluskirche durchzuführen. «Jedes Mal wird eine Persönlichkeit aus Lichtensteig und Umgebung dabei sein, die im Gespräch mit dem katholischen Diakon oder der evangelischen Pfarrerin aus ihrem Leben erzählt», erklärt er. Es gehe dann um Themen der Lebensbewältigung und der damit verbundenen christlichen Werte. «So können wir auch diejenigen Leute ansprechen, die mit klassischen Gottesdiensten nur wenig anfangen können», sagt der Diakon. Auch legt er Wert darauf, die Lebensfreude aufzuzeigen, die für ihn mit der Kirche verbunden ist. So kam es, dass er die Gugge Städtli-Schränzer dazu eingeladen hat, in der ökumenischen Feier am Fasnachtssonntag zu musizieren. Überdies möchte Andreas Barth die Mitglieder der Kirchgemeinde und alle Interessierten dazu ermutigen, dem Pastoralteam ihre Wünsche mitzuteilen und am Geschehen mitzuwirken. Denn er ist überzeugt: «Nicht die Strukturen sollen im Vordergrund stehen, sondern die Menschen.»

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