«Neuer Obertorplatz: Zu teuer, weniger sicher»

LICHTENSTEIG. Gegen die Neugestaltung des Obertorplatzes in Lichtensteig haben Ruedi Ehrbar und Peter Hüberli das Referendum ergriffen. Ihr Hauptargument: Die Vortritts-Änderung mache den Platz unsicherer. Die anderen Elemente des Projekts seien unnötig.

Hansruedi Kugler
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«Es hat kaum Unfälle gegeben»: Ruedi Ehrbar (links) und Peter Hüberli finden, die Verkehrsführung auf dem Obertorplatz könne so bleiben, wie sie ist. (Bild: Hansruedi Kugler)

«Es hat kaum Unfälle gegeben»: Ruedi Ehrbar (links) und Peter Hüberli finden, die Verkehrsführung auf dem Obertorplatz könne so bleiben, wie sie ist. (Bild: Hansruedi Kugler)

Es mache einfach keinen Sinn, Geld auszugeben für Projekte, die eine funktionierende Kreuzung völlig verändern und damit wahrscheinlich unsicherer machen, meint Ruedi Ehrbar. Peter Hüberli und er stören sich in erster Linie an der geplanten Änderung der Vortrittsregelung: Bisher hatte die Achse Grabengasse-Loretostrasse Vortritt. Künftig soll die Achse Bürgistrasse-Hauptstrasse vortrittsberechtigt sein.

Dass die Sicherheitsexperten des Bfu die Vortritts-Änderung begrüssen, kontern sie: «Wir haben eben die viel besseren Ortskenntnisse. Wir wissen, wie hier gefahren wird», sagt Ruedi Ehrbar, der neben dem Obertorplatz aufgewachsen ist. Das Projekt hat ein Volumen von 1,18 Millionen Franken, davon müsste Lichtensteig 413 000 Franken übernehmen.

Privatinitiative ohne Parteien

Die 255 Unterschriften für das Referendum gegen die Neugestaltung des Obertorplatzes waren schnell beisammen, sagen sie. Die Abstimmung über das Projekt «Kantonsstrasse 11. Sanierung Knoten Postplatz» findet nun am 26. September statt. Für das Zustandekommen des Referendums hätten 124 Unterschriften genügt. «Die Vortritts-Änderung hat die meisten dazu bewogen, das Referendum zu unterzeichnen», meint Peter Hüberli. Die Unterschriften kamen ausschliesslich via Mund-zu-Mund-Propaganda zusammen.

Ruedi Ehrbar und Peter Hüberli haben sie als Privatpersonen gesammelt, ohne Parteien anzufragen. Von den Ortsparteien habe sich denn auch bisher noch keine bei ihnen gemeldet, sagen sie.

«Keine schweren Unfälle»

Die heutige Verkehrsführung habe sich bewährt, finden Ruedi Ehrbar und Peter Hüberli. «Seit der Eröffnung der Umfahrungsstrasse 1983 ist es zu keinen folgenschweren Verkehrsunfällen gekommen.

Bagatellunfälle sind nie zu vermeiden», schreiben sie in der Begründung, die auch den Abstimmungsunterlagen beigelegt wird. Eine offizielle Statistik haben sie aber nicht zur Hand. Sie berufen sich auf ihre Erfahrungen und auf das, was man im Städtli hört. Und das sei: In den letzten paar Jahren habe es zwei Unfälle mit Personenschaden gegeben.

«Jetzt redet man von der Sicherheit, aber schwere Verkehrsunfälle hat es zum Glück auf dem Obertorplatz keine gegeben», sagt Peter Hüberli.

Und sie prognostizieren eine künftige Verkehrs-Unsicherheit: Weil von der vortrittsberechtigten Bürgistrasse her mit höherem Tempo über die Kreuzung gefahren würde, seien vor allem die Fussgänger beim Fussgängerstreifen Restaurant Krone zum Volg bedroht.

Zudem: «Während der Sperrung der Umfahrungsstrasse wird der Verkehrsfluss im Städtli durch die Vortrittsregelung Bürgistrasse behindert. Dies wird zu einem Rückstau führen», schreiben sie weiter in ihrem Argumentarium. Schliesslich bringe auch die geplante Trottoir-Führung beim Postplatz keine Verbesserung der Sicherheit für die Fussgänger. Das Problem der Trottoir-Verengung vom Postgebäude zum Coiffeur Obertor (ehemals Coiffeur Schnyder) bleibe zudem bestehen.

«Überflüssiges Projekt»

Dass ein Erfolg ihres Referendums auch die anderen Teile des Projektes zu Fall bringt, beunruhigt Ruedi Ehrbar und Peter Hüberli nicht. Sie gehen beide davon aus, dass mit der geplanten Umfahrungsstrasse von Bütschwil und einem neuen Einlenker in Dietfurt die Verkehrsführung im Städtli neu gestaltet werden kann. Das Referendum könne dazu beitragen, die Diskussion zum Verkehrskonzept nochmals intensiv zu führen, hofft Peter Hüberli.