Neuer Hersteller für Neckis

NECKERTAL/HERISAU. Nachdem die Ausbildungsstätte Auboden in Brunnadern im Juli ihre Tore schliessen musste, sah sich Maja Meier Böhm gezwungen, für die Produktion der Neckis-Stofftiere einen neuen Produzenten zu suchen. Fündig wurde sie in Herisau.

Urs M. Hemm
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Die fünf Neckis sind bei Kindern beliebt.

Die fünf Neckis sind bei Kindern beliebt.

Mit der Schliessung der Ausbildungsstätte Auboden in Brunnadern Mitte Juli verlor nicht nur das Neckertal eine in der Gemeinde gut verankerte Institution. Auch für Maja Mayer-Böhm war insbesondere das Wegfallen von Elsie Thomas Nähatelier im Auboden ein Verlust. Denn dort wurden seit 1997 die Neckis hergestellt – phantasievoll gestaltete Waldtiere, welche die damals noch unabhängigen fünf Neckertaler Gemeinden Mogelsberg, Brunnadern, Oberhelfenschwil, St. Peterzell und Hemberg repräsentierten (siehe Zweittext). Auf der Suche nach einer alternativen Produktionsstätte, die im Sinne wie der Auboden einem sozialen Zweck nachgehen sollte, wurde Mayer-Böhm schliesslich in Herisau bei der Institution Mensch-Natur fündig.

Elsie Thoma Sie gab den fünf Neckis in ihrem Nähatelier ein Gesicht (Bild: pd)

Elsie Thoma Sie gab den fünf Neckis in ihrem Nähatelier ein Gesicht (Bild: pd)

Viel in Handarbeit

Heidi Stefani, Bereichsleiterin Atelier bei Mensch-Natur, musste nicht lange überlegen, als sie Maja Mayer-Böhms Anfrage erreichte. «Vor allem für die Teilnehmenden an unserem Programm ist die Arbeit an den Neckis eine willkommene Abwechslung, weil das zu verarbeitende Material – der sogenannte Webpelz – besondere Herausforderungen an sie stellt», sagt sie. Denn je länger der Pelz, umso dicker das Material. Teils ist es so dick, dass das Nähen mit der Maschine unmöglich ist. «Das bedeutet, dass in jedem Necki viel Handarbeit steckt», sagt Heidi Stefani.

Eine weitere Herausforderung ist, dass die Neckis eines der wenigen Produkte im Sortiment von Mensch-Natur sind, die ausschliesslich für Kinder gedacht sind. «Diesbezüglich müssen wir sehr sorgfältig arbeiten und insbesondere die Augen sehr gut fixieren, damit sie von Kleinkindern nicht versehentlich verschluckt werden», mahnt Heidi Stefani. Um dies sicherzustellen, wird jedes einzelne Stofftier, das die Produktion verlässt, noch einmal genau auf diesen Sicherheitsaspekt kontrolliert, versichert sie.

Maja Mayer-Böhm, Erfinderin der Neckis und des Buchs «Necki – Abenteuer im Neckertal» (Bild: ffo)

Maja Mayer-Böhm, Erfinderin der Neckis und des Buchs «Necki – Abenteuer im Neckertal» (Bild: ffo)

Auf der Suche nach Webpelz

Die Produktion der Neckis laufe gut und bis jetzt könnten sie das Material, das ihnen Elsie Thoma noch aus den Aubodenbeständen mitgebracht hatte, verarbeiten. Doch dieser Vorrat geht langsam zur Neige. «Elsie Thoma bezog den Webpelz bei einer kleinen Ein-Frau-Firma, die aber ihr Sortiment wegen der rückläufigen Nachfrage stark reduziert hat», erläutert Stefani. Deswegen sei sie jetzt auf der Suche nach einem neuen Lieferanten – eine Aufgabe, die sich aber als schwieriger herausstellt als zuerst vermutet. Denn Webpelz werde heute nicht mehr so oft nachgefragt, weswegen es auch nicht mehr viele Firmen gibt, die ihn produzieren. «Ich bin aber zuversichtlich, dass wir bald einen geeigneten Partner finden werden. Zudem sei das Lager mit fertigen Neckis noch gut gefüllt, so dass es in nächster Zeit nicht zu Lieferengpässen kommen sollte.

Maja Mayer-Böhm ist zufrieden, mit Mensch-Natur einen zuverlässigen Partner gefunden zu haben. «Mensch-Natur feiert genau wie die Neckis im kommenden Jahr sein 20-Jahr-Jubiläum. Das zeugt von Qualität und innovativem Denken», sagt sie.

In natura zu sehen gibt es die Neckis am 7. November am Stand von Mensch-Natur am Martinimarkt in Mogelsberg.