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Neuer Generator erzeugt Strom aus Holz

SPEICHER. Die Heizzentrale Wies in Speicher erfährt eine weitere Neuerung: Durch den Einbau eines ORC-Moduls kann aus einheimischem Holz neben Fernwärme nun auch elektrischer Strom erzeugt werden. Das Kraftwerk ist eine gute Ergänzung zu Photovoltaikanlagen, da es seine höchste Leistung im Winter entfaltet.
Karin Erni
Das Modul zur Stromerzeugung wird mittels Spezialtransport nach Speicher gebracht. (Bild: ker)

Das Modul zur Stromerzeugung wird mittels Spezialtransport nach Speicher gebracht. (Bild: ker)

Der Koloss wiegt über 38 Tonnen und stammt aus dem italienischen Brescia. Gestern konnte das neue ORC (Organic-Rankine-Cycle)-Modul mit einem Spezialkran vom Tieflader in das Betriebsgebäude der Heizzentrale Wies in Speicher umgeladen werden. Hier wird die Anlage während des Winters installiert. Im kommenden Frühjahr soll das Kraftwerk den Betrieb aufnehmen. Dann kann der Wärmeverbund Speicher-Trogen neben Fernwärme mittels Wärme-Kraftkoppelung auch Strom aus erneuerbarer Energie erzeugen.

Abwärme nutzen

Ein ORC-Modul besteht aus den Elementen Turbine, Regenerator und Kondensator und dient der Gewinnung von elektrischem Strom aus Abwärme. Möglich wurde der Einsatz dieses Wärmekraftwerks durch den Ausbau der Heizzentrale Wies mit einem zweiten Heizkessel.

Im Vergleich zu den Nachbarländern Deutschland, Österreich und Italien ist die ORC-Technologie in der Schweiz noch eher wenig verbreitet. Sie kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn wegen des niedrigeren Temperaturniveaus der Betrieb einer herkömmlichen, von Wasserdampf angetriebenen Turbine nicht möglich ist. Statt mit Wasser wird die Turbine in Speicher mit verdampftem Silikonöl in einem in sich geschlossenen Kreislauf angetrieben.

Das ORC-Verfahren zeichnet sich durch geringe Wartungskosten und einen hohen Wirkungsgrad aus.

Idealer Zeitpunkt

Die Anlage in Speicher erzeugt im Jahr 2,5 Gigawatt elektrische Energie. Das entspricht in etwa dem Stromverbrauch von 560 Haushalten. Der meiste Strom fällt im Winter an und ist daher eine gute Ergänzung zu jenem aus Photovoltaikanlagen. Die benötigten Holzschnitzel stammen aus den Wäldern im Appenzeller Mittelland. Biomasse ist in der Schweiz nach den Wasserkraftwerken die wichtigste Energiequelle für die Produktion von erneuerbarem Strom. Die SAK rechnet, dass durch die Anlage künftig rund 1,2 Millionen Liter Heizöl eingespart und der CO2-Ausstoss um jährlich 3200 Tonnen reduziert werden.

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