Neuer Anlauf für Dorfzentrum

Die Wäldler Bevölkerung erfährt mehr zum Projekt Dorfzentrum, das jetzt nicht mehr als Holz-, sondern als Massivbau geplant ist. Die Ertragsseite ist knapp kalkuliert, trotzdem will es der Gemeinderat ohne Steuererhöhung versuchen.

Monika Egli
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Das Gebäude «Spar» und das Haus, in dem sich die Gemeindeverwaltung befindet (rechts), sollen abgerissen werden. (Bild: apz)

Das Gebäude «Spar» und das Haus, in dem sich die Gemeindeverwaltung befindet (rechts), sollen abgerissen werden. (Bild: apz)

WALD. Daniel Pokora vom Zürcher Architekturbüro mazzapokora GmbH stellte an der Versammlung am Mittwochabend in Wald den gut 50 Anwesenden das Projekt «Dorfzentrum» im Detail vor. Demnach soll anstelle der beiden Häuser «Gemeindeverwaltung» und «Spar» ein neues Gebäude in massiver Bauweise mit sichtbarem Betonsockel sowie einer Eternit-Schindelfassade in verschiedenen Mustern entstehen. Man habe sich für einen Massivbau entschieden, weil der ursprünglich geplante Holzbau wirtschaftlich nicht rentiere.

Haus und Umgebung

Das neue Haus umfasst gemäss Plänen vier Geschosse: Im UG unter anderem eine Autoeinstellhalle für die Bewohner und Mitarbeiter; im EG das neue Lebensmittelgeschäft Spar mit Zusatzräumen; im 1. OG die Gemeindeverwaltung sowie eine Wohnung; im 2. OG drei Wohnungen. Erschlossen würde das Gebäude durch ein zentrales Treppenhaus samt Lift. Die Fläche der Gemeindeverwaltung entspricht der Fläche von zwei direkt darüberliegenden Wohnungen. Es wäre deshalb bei Bedarf jederzeit möglich, die Räume der Gemeindeverwaltung in zwei weitere Wohnungen umzubauen. Die Umgebungsgestaltung sieht im wesentlichen eine Busbucht, verschiedene Parkplätze und eine Begegnungszone mit Sitzbänken vor. Richtung Kantonsstrasse Wald-Haggen würde das Gelände abgesenkt und der Schulhausplatz abgetrennt in einen Teil mit Parkplätzen und einen Spielplatz.

«6,1 Millionen reichen aus»

Thomas Ringler, Geschäftsleiter der ppm Baumanagement AG in St. Gallen, äusserte sich zu den Kosten. Diese belaufen sich auf 6,1 Millionen Franken inklusive Mehrwertsteuer. Grösster Brocken ist die Erstellung des Gebäudes samt Innenausbau mit 3,47 Millionen Franken. Die Honorare, aufgeteilt auf mehrere Firmen, betragen gut eine Million Franken, der Rest teilt sich auf in Baunebenkosten, Umgebungsarbeiten, Provisorien und anderes. «Wir sind überzeugt, dass 6,1 Millionen Franken ausreichen», sagte Thomas Ringler, «denn die Berechnungen basieren auf sehr genauen Zahlen.» Für mehr als 80 Prozent aller Kostenfaktoren liegen demnach bereits unterschriftsreife Verträge auf dem Tisch.

104 000 Franken Ertrag

Gemeinderat Eugen Koller zeigte anschliessend die Ertragsseite auf. Für den Spar würde man 2000 Franken Monatsmiete einnehmen, was lediglich der Hälfte eines sonst üblichen Zinses entspricht. Es sei dem Gemeinderat aber daran gelegen, dem Spar-Betreiber eine reelle Chance zu bieten. Die Wohnungen mit 2,5 respektive 3,5 Zimmern sind mit knapp 1200 bis 1500 Franken Monatsmiete aufgeführt, was zusammen mit der Vermietung von Parkplätzen gut 104 000 Franken Einnahmen pro Jahr ergibt. Eugen Koller wies darauf hin, dass man in der Finanzplanung lediglich mit 90 000 Franken gerechnet, also eine Reserve von 14 000 Franken habe. Beim Wohnen ergäbe sich eine Rendite von 3,2, beim Laden eine solche von 1,6 Prozent.

«Sehr knapp kalkuliert»

Der Nettoverschuldungsquotient wird laut Berechnungen während eines Jahres viel zu hoch sein, was gegen das Finanzhaushaltsgesetz verstösst. «Das hat aber keine Konsequenzen», sagte Eugen Koller, da man bereits im Folgejahr wieder positive Erträge ausweise, die «langsam aber sicher» ansteigen sollten. Laut Eugen Koller würde der Kanton nur einschreiten, wenn sich eine Negativspirale abzeichnen sollte. «Wir gehen davon aus, dass wir das Dorfzentrum ohne Steuererhöhung errichten können», sagte er. Dies sei aber nicht in Stein gemeisselt, alles sei sehr knapp kalkuliert. So sind denn auch während zweier Jahre null Franken Investitionen eingeplant, «weil nichts ansteht».

«Projekt überzeugt»

Vorgängig hatten Denkmalpfleger Fredi Altherr und Dölf Biasotto als Leiter des Regierungsprogramms «Bauen und Wohnen» Kurzreferate gehalten. Altherr sagte, ihn überzeuge das Projekt. Er warb auch für das vorgesehene Dach («ein umgekehrtes Walmdach»), gegen das offensichtlich Einsprachen eingegangen sind. Auch Dölf Biasotto sprach von einer ortsbaulich guten Lösung und davon, dass nicht stets die Wirtschaftlichkeit zuvorderst stehen sollte, wenn man in die Nachkommen investiere.

Noch kein Abstimmungsdatum

Die Auflagefrist endet am 21. Februar. Dann wird der Gemeinderat mit den Einsprechern verhandeln. Der Gemeinderat habe zudem beschlossen, noch kein Abstimmungsdatum festzulegen. Er warte damit, bis die Einspracheverhandlungen durchgeführt und erstinstanzliche Entscheide gefällt seien.

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