Neue «Wiese» im Dorfkern

NESSLAU. Weiterhin vermieten? Kostentragend verkaufen? Oder auf dem Gelände neu bauen? Am Dienstag entscheiden die Nesslauer Ortsbürger über die Zukunft des Areals Wiese.

Serge Hediger
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Vermieten, verkaufen oder hochwertig und rentabel überbauen: Die Liegenschaften Wiese. (Bild: Serge Hediger)

Vermieten, verkaufen oder hochwertig und rentabel überbauen: Die Liegenschaften Wiese. (Bild: Serge Hediger)

NESSLAU. Zwei Grundstücke, knapp 2500 Quadratmeter Fläche, zwei Gebäude – das sogenannte Hagmann'sche Haus mit dem angebauten, alten Gemeindesaal zum einen und das Haus Göldi, ein Holzchalet, zum anderen. Sowie einige Gewerbebauten.

Das ist das Areal Wiese: Mitten im Dorf gelegen, nur ein paar Schritte vom Bahnhof entfernt, doch wenig rentabel und früher oder später unaufschiebbar sanierungsbedürftig.

Markanter Neubau

Doch nicht mehr lange. Nach dem Willen des Ortsverwaltungsrats soll hier eine ortsbaulich und architektonisch hochwertige Überbauung realisiert werden. An einer ausserordentlichen Ortsbürgerversammlung beantragt der Verwaltungsrat seinen Ortsbürgern nun, eine «Projektstudie zur baulichen Entwicklung und wirtschaftlichen Sanierung der Liegenschaften Wiese mittels Neuüberbauung» ausarbeiten zu lassen.

«Unmittelbar an der Hauptstrasse entsteht anstelle des Hauses Göldi und des Hagmann'schen Hauses ein markanter Neubau mit hindernisfrei ausgebauten Mietwohnungen und einer öffentlichen Erdgeschossnutzung, die sich beispielsweise für ein Café sowie weitere Gewerbe- und Dienstleistungsflächen eignet», heisst es in Gutachten und Antrag. «Zur Gewährleistung der Wirtschaftlichkeit und der Finanzierbarkeit des Gesamtprojektes entstehen ausserdem hinter dem geplanten Neubau auf einer Grundstücksfläche von circa 1000 Quadratmetern zwei weitere Häuser mit Eigentumswohnungen und Tiefgarage.» Und eine Freifläche vor den Gebäuden könnte zum Beispiel als Sommerterrasse für das Café genutzt werden. Der Ortsverwaltungsrat befasse sich seit geraumer Zeit mit der Zukunft der Liegenschaften Wiese, schreibt er in seinem Gutachten – zum einen wegen des aufgelaufenen Unterhaltbedarfs, zum anderen wegen der «unbefriedigenden Wirtschaftlichkeit». Verschiedene Lösungen wurden geprüft, ein Architekturbüro traf Abklärungen.

Zwei Eventualanträge

So lautet denn der Hauptantrag des Ortsverwaltungsrates auf Weiterführung der Projektstudie «Neuüberbauung»: «Mit den beiden strassenseitigen Neubauten erhält die Ortsgemeinde zwei hochwertige, eigene Anlageobjekte mit einem langfristigen, stabilen Ertragswert.»

Dennoch stehen als Eventualanträge Verkauf oder das Beibehalten der heutigen Situation zur Abstimmung.

Für den Status quo werden das Mehrfamilienhaus Wiese und das Haus Göldi einstweilen weitervermietet und Unterhaltsarbeiten soweit nötig ausgeführt. Nachteilig fällt hier aus Sicht des Verwaltungsrats ins Gewicht, dass die tiefen Erträge keine hohen Investitionen erlauben, obwohl in absehbarer Zeit mit grösseren, unaufschiebbaren Sanierungsarbeiten gerechnet werden müsse.

Mit einer Million belastet

Bei einem Verkauf zum Marktpreis schliesslich muss mindestens die Höhe der bestehenden Hypothek erzielt werden. Gegenwärtig sind die Liegenschaften Wiese mit rund einer Million Franken belastet. Nachteilig schlägt hier zu Buche, dass die Ortsgemeinde ein für die Ortsplanung interessantes Areal aufgibt – und damit auch die Möglichkeit, an der Entwicklung des Dorfkerns mitzuwirken.

Ausserordentliche Ortsbürgerversammlung, Dienstag, 1. Dezember, 20.15 Uhr, Büelensaal, Nesslau