Neue Volksmusik
Wegen Corona: Das Heiden Festival wird auf Oktober verschoben

Nach 2020 kann der Anlass im Bereich Neue Volksmusik erneut nicht wie geplant stattfinden. An zwei Wochenenden im Herbst wird es ein Ersatzprogramm geben.

Jesko Calderara
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Beim letzten Heiden Festival 2019 trat unter anderem das Herbert Pixner Projekt auf. Zurzeit können ausländische Bands kaum reisen, weshalb im Herbst nur Schweizer Musiker auftreten werden.

Beim letzten Heiden Festival 2019 trat unter anderem das Herbert Pixner Projekt auf. Zurzeit können ausländische Bands kaum reisen, weshalb im Herbst nur Schweizer Musiker auftreten werden.

Bild: Urs Hanhart

Vieles war für das diesjährige Heiden Festival bereits aufgegleist: Vom
28. bis 30. Mai hätten verschiedene Bands aus der Schweiz und Europa im Biedermeierdorf auftreten sollen, unter anderem auf einer grossen «Seebühne» am Hang unterhalb des Dunantplatzes. Selbst der Westschweizer Landessender RTS hatte sich für eine Direktübertragung angemeldet.

Peter Widmer ist Initiant des Heiden Festival.

Peter Widmer ist Initiant des Heiden Festival.

Bild: Benjamin Manser

Daraus wird nun aber nichts. Aufgrund der nach wie vor unsicheren Coronalage muss die Veranstaltung im Bereich der Neuen Volksmusik Ende Mai erneut verschoben werden. «Nicht nur die Situation in der Schweiz bereitet uns Sorgen», sagt Peter Widmer, Initiant des Heiden Festivals. Es bleibe auch ungewiss, ob die ausländischen Bands reisen dürften und was geschehen würde, wenn die Musiker allenfalls in Quarantäne müssten.

Konzerte werden grösstenteils drinnen durchgeführt

Das OK zeigt sich über die Absage enttäuscht. Widmer betont:

«Entmutigt sind wir aber nicht, auch wenn der grösste Teil unserer Arbeit wiederum für die Katze ist.»

Bereits letztes Jahr musste das Heiden Festival abgesagt und auf 2021 verschoben werden. Ein weiterer Rückschlag kam, als am 1. Januar das traditionelle Neujahrskonzert mit dem Engel-Chörli aus Appenzell ebenfalls ausfiel. Die Verschiebung des Festivals um einige Monate mit unverändertem Programm ist gemäss Widmer nicht möglich. Manche der Künstlerinnen und Künstler hätten bereits wieder andere Engagements.

Trotzdem soll im Herbst, am 16./17. und 30./31. Oktober, ein Anlass in etwas kleinerem Rahmen stattfinden. Auf Grosskonzerte mit mehreren hundert Zuhörern wird bewusst verzichtet. Durch die Durchführung an zwei Wochenenden ergibt sich jedoch ein zusätzlicher Festivaltag, womit mehr durch Corona geschädigte Schweizer Künstlerinnen und Künstler auftreten können. Dieses Konzept und die Konzentration auf mehrheitlich kleinere Konzertsäle wird es den Organisatoren erlauben, bei allenfalls weiter bestehenden Corona-Auflagen flexibel zu reagieren. Bei gutem Wetter werden einige Bands allenfalls draussen spielen, beispielsweise auf dem Kirchturm oder dem Dunantplatz.

Verluste halten sich in Grenzen

Mitte Mai soll das definitive Programm feststehen. Gewisse Terminkollisionen müssten noch abgeklärt werden, sagt Widmer. «Die Resonanz der Künstler ist bis jetzt jedoch äusserst positiv.» Einige haben ihre Teilnahme an einem der Verschiebungsdaten bereits in Aussicht gestellt, darunter Grössen wie La Triada mit Corin Curschellas, das BergMusik-Trio mit Willi Valotti, Dani Häusler und die Organistin Maryna Burch oder auch die Jodlerin Nadja Räss mit Markus Flückiger. Auch am Kinderprogramm wird festgehalten.

Somit wird es nun innerhalb einiger Monate im Appezeller Vorderland zwei Festivals geben. Während es im Herbst wie erwähnt eine kleinere Ausgabe ist, sollen 2022 wieder musikalische Gäste aus dem Ausland auftreten. Die beiden Verschiebungen haben finanzielle Konsequenzen. Diese sind jedoch nicht so gravierend, wie man meinen könnte. Widmer erklärt:

«Wir haben praktisch keine Personalkosten und grosszügige Unterstützer. Deshalb sind wir in einer relativ komfortablen Lage.»

So seien aus den letzten Absagen keine wesentlichen Verluste entstanden. Das OK setzt abgesehen davon auf einen Nachholbedarf bei Musikfreunden und eine Welle der Solidarität unter der Bevölkerung mit den leidenden, teilweise arbeitslosen Kulturschaffenden.