Neue Tierarten dank Kraftwerk

Seit zwei Jahren ist der Bau des Bazenheider Wasserkraftwerks Mühlau abgeschlossen. Betreiber und Umweltverbände ziehen eine positive Bilanz. Dank des Kraftwerks wurden in der Region neue Tierarten angesiedelt. Es gibt konkrete Hinweise, dass auch der Biber zugegen ist.

Benjamin Pelzmann
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BAZENHEID. «Viele Leute denken bei Wasserkraftwerken an Bauten, die der Umwelt schaden», sagt Reto Zingg, Ökoberater für Flora und Fauna. Doch mit dem Bau des Flusskraftwerks Mühlau ist genau das Gegenteil passiert: Die Umwelt trug einen grossen Nutzen davon.

Gute Zusammenarbeit

Möglich ist das dank der guten Zusammenarbeit verschiedener Vereine und Organisationen. Vertreter der involvierten Parteien waren zugegen, als das Amt für Umwelt und Energie (AFU) anlässlich seines 25jährigen Bestehens zum Bazenheider Wasserkraftwerk Mühlau einlud. Im Rahmen einer Reihe will das Amt an verschiedenen Ostschweizer Orten aufzeigen, wie sich der Umweltschutz in den vergangenen 30 Jahren verändert und entwickelt hat.

Eine lange Entwicklung

Die Geschichte der Wasserkraftanlage beginnt vor fast 150 Jahren, als 1865 eine ansässige Zwirnerei die Konzession erhielt, aus dem Fluss Energie zu gewinnen. 1962 fiel das Wasserrecht der Gemeinde Kirchberg zu. Damals konnten mit der gewonnenen Energie etwa 230 Haushalte versorgt werden, heute sind es 1300.

«Man konnte die Folgen der Umweltverschmutzung damals deutlich sehen und riechen. Umweltschutz wurde in der Gesellschaft langsam ein Thema», sagt Marco Paganoni, Informationsverantwortlicher des AFU. Für das Erneuerungsprojekt mussten daher von Beginn weg mehrere Parteien gehört werden.

Gemeinsame Nenner finden

«Dem Fischereiverein Thur war es wichtig, von Anfang an einbezogen zu werden», sagt Patrick Gloudie, Vorsteher des Vereins, «doch wir konnten im alten Oberwasserkanal einen Teil für eine Fischhälterungsanlage verwenden, und Fischtreppen wurden sichergestellt. Die Kommunikation war von Anfang an gut.»

Doch nicht nur Fische konnten vom Neubau profitieren. Begeistert erzählt Reto Zingg von den Verbesserungen im Umweltschutz, die in den vergangenen Jahren erzielt werden konnten. Auf dem durch den Neubau frei gewordenen Platz konnte man ein Biotop errichten, ausserdem wurden während der Bauzeit verschiedene Flächen aufgewertet, und es sind neue Seitenarme und Tümpel entstanden. Die Fortschritte wurden von Reto Zingg und seinen Helfern in diesem Jahr durch intensives Monitoring überprüft.

Bedrohte Arten zurück

Es konnten diverse Schmetterlingsarten, Libellen oder Frösche nachgewiesen werden, darunter auch die Gelbbauchunke, die laut der Roten Liste der Schweiz seit 2005 als stark gefährdet gilt. Auch Säugetiere wurden beobachtet. «Es gibt viele Hinweise darauf, dass der Biber in der Region zugegen ist. Ich bin mir sicher, dass er zumindest sporadisch hier ist, und gehe davon aus, dass er in Zukunft beständig vor Ort sein wird», sagt Reto Zingg.

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