Neue Strategie an neuem Standort

TEUFEN. Die St. Galler Kantonalbank weihte gestern in Teufen ihren Neubau ein. Mehr Raum bietet der Bank mehr Möglichkeiten, das Dienstleistungsangebot auszubauen. Man möchte vermehrt regionale KMU beraten.

Roman Hertler
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Architekt Urs Niedermann, Gemeindepräsident Walter Grob, Niederlassungsleiter Joachim Bühler und Geschäftsleitungspräsident der KB, Roland Ledergerber, durchschneiden in Teufen das Eröffnungsband. (Bild: rh)

Architekt Urs Niedermann, Gemeindepräsident Walter Grob, Niederlassungsleiter Joachim Bühler und Geschäftsleitungspräsident der KB, Roland Ledergerber, durchschneiden in Teufen das Eröffnungsband. (Bild: rh)

«Repräsentativ, selbstbewusst und markant, aber nicht protzig» wünschte sich der Geschäftsleitungspräsident der St. Galler Kantonalbank (SGKB), Roland Ledergerber, die neue Niederlassung der SGKB in Teufen. «Architekt Urs Niedermann und sein Team haben ganze Arbeit geleistet», sagte Ledergerber gestern an der Einweihung des Neubaus an der Speicherstrasse.

Auf einem Rundgang durch das neue Gebäude erläuterte der Leiter der Niederlassung in Teufen, Joachim Bühler, die strategische Ausrichtung der SGKB im Appenzellerland. Das Kerngeschäft mit Privatkunden möchte man wie bis anhin beibehalten. Aber jetzt komme «die Kür»: Neu soll das Angebot für KMU aus dem Appenzellerland ausgebaut werden. Personell wurde entsprechend aufgerüstet. Mit Roger Hasler konnte ein Berater für Gewerbekunden von der SGKB in St. Gallen abgezogen werden. «Mit ihm haben wir den richtigen Mann an Bord geholt», sagte Bühler. Roger Hasler betonte, wie wichtig für die Bank die emotionale und geographische Nähe zu den Unternehmen sei. Dies ermögliche es, das Dienstleistungsangebot an die regionalen Marktgegebenheiten anzupassen.

Wohnraum für die Gemeinde

Auch der Teufner Gemeindepräsident Walter Grob fand Zeit, um der Eröffnungszeremonie der SGKB beizuwohnen, obwohl gleichzeitig die Ausserrhoder Gemeindepräsidenten auf dem Gäbris tagten. Die Niederlassung der Kantonalbank in Teufen sei für ihn «eine Erfolgsgeschichte». Grob freute sich, dass mit dem Neubau nicht «Bankraum», sondern eben auch «Wohnraum» geschaffen wurde. Unten ein transparentes Sockelgeschoss mit viel Glas für die Bank; oben drei Stockwerke mit Mietwohnungen. «Die Wohnungen sind gar nicht ausgeschrieben worden und weggegangen wie warme Semmeln», sagte Architekt Urs Niedermann. Dies zeige die starke Nachfrage nach mietbarem Wohnraum in Teufen, sagte Walter Grob.

Wenig Steine im Weg

Architekt Urs Niedermann erzählte, er habe den Auftrag von der SGKB 2010 erhalten. «Ich habe gewusst, dass Teufen bezüglich Neubauten nicht einfach ist, aber ein Haifischbecken war es auch nicht.» Von Anfang an habe man eng mit dem Fachgremium Architektur Ortsbild Teufen und der Baubewilligungsbehörde zusammengearbeitet. Daher konnte das Projekt ohne Einsprachen schnell realisiert werden. Geschäftsleitungspräsident Roland Ledergerber wusste bloss von einer Einzelperson zu berichten, die sich offenbar Sorgen um das Ortsbild machte. Doch mit dem Verweis auf das involvierte Fachgremium konnte dem Kritiker «der Wind aus den Segeln genommen werden», sagte Ledergerber.

SGKB seit 16 Jahren im Kanton

1996 eröffnete die SGKB in Herisau die erste Niederlassung in Appenzell Ausserrhoden. 2005 bezog sie die erste Niederlassung in Teufen, deren Räumlichkeiten bald zu klein wurden Deshalb entschied sich die Geschäftsleitung schliesslich für den Neubau an der Speicherstrasse.